Technik kurz erklärt Die Entwicklung des Föhns

Von Ute Drescher

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In unserer Serie „Technik kurz erklärt“ stellen wir Meisterwerke der Konstruktion und besondere Entwicklungen vor. Heute: der Föhn.

Mit einem Föhn lassen sich Haare schnell und unkompliziert trocknen.
Mit einem Föhn lassen sich Haare schnell und unkompliziert trocknen.
(Bild: UMA - stock.adobe.com )

Die häufigste Frage, die sich Menschen im Zusammenhang mit einem Haartrockner stellen, lautet: Wie schreibt man Föhn? Fön oder Föhn? Im Duden finden sich beide Schreibweisen. Das Wort Föhn leitet sich von dem Mittelhochdeutschen Wort für Frühlingswind ab. Heute bezeichnet Föhn einen warmen, trockenen Fallwind, der entsteht, wenn Luft über ein hohes Gebirge strömt. Und der, so ein weit verbreitetes Empfinden, häufig Kopfschmerzen verursacht. In der zweiten Wortbedeutung steht der Begriff Föhn für Haartrockner.

Woher kommt die Schreibweise Fön?

Dass es auch möglich ist, Fön ohne „h“ zu schreiben, reicht ins Jahr 1909 zurück und hat mit dem Markenregister zu tun. Am 22. Januar 1909 nämlich ließ die Firma Sanitas den Markennamen Fön für seinen Haartrockner ins Markenregister eintragen, weiß Wikipedia. Der Grund: Das Wort Föhn lässt sich nicht schützen. Nachdem die AEG Sanitas 1957 übernommen hatte, durften nur AEG-Produkte Fön genannt werden. Alle anderen Hersteller mussten ihre Produkte als Haartrockner bezeichnen. Bis zur Reform der deutschen Rechtschreibung 1996 wurde der Markenname Fön als Begriff für Haartrockner verwendet und auch entsprechend geschrieben. Seit 1996 ist die offizielle Schreibweise Föhn und Fön sollte nur für das eingetragene Warenzeichen verwendet werden.

Seit wann gibt es den Föhn und wer hat ihn erfunden?

Als Erfinder des Föhns gilt der französische Friseur und Erfinder Alexandre Ferdinand Godefroy. 1888 soll Godefroy das erste begehbare Haartrocknermodell erfunden haben, das mit Stadtgas betrieben wurde, 1895 entwickelte der Franzose dann einen begehbaren elektrischen Trockner. Die Emerson Electric Company produzierte und vermarktete diesen freistehenden elektrischen Trockner als The Emerson electric. Mfg. C° ab dem Jahr 1897.

Um 1900 stellte AEG den ersten elektrischen Haartrockner vor. Dessen Motor zum Antrieb des Ventilators war im Griff des Gerätes untergebracht, das Ventilatorgehäuse mündete in ein Düsenrohr, in dem der Heizkörper lag. Die 90 Grad heiße Luft blies ungehemmt aus dem Düsenrohr des schweren Geräts heraus.

So funktioniert ein Föhn

Ein Föhn besteht in der Regel aus einem Metall- oder Plastikgehäuse mit einer Öffnung vorne, aus der die erwärmte Luft austritt sowie einer Öffnung auf der Rückseite, durch die Luft angesaugt wird. Darüber hinaus gibt es einen Ein-/Ausschalter und in der Regel eine Wahltaste für die Temperatur. Im Inneren befinden sich ein

  • Ventilator
  • ein Heizelement (stromdurchflossene Heizdrähte, häufig auf einen Keramikkörper gewickelt) sowie
  • ein Elektromotor, der den Ventilator antreibt.

Um die heiße Luft zu erzeugen, leitet der Ventilator mit seinen turbinenähnlich geformten Propellern die angesaugte Luft an den Heizdrähten vorbei. Dabei erwärmt sie sich und tritt als warme Luft durch die Öffnung vorne aus. Dabei gilt: je schneller die Luft strömt, desto stärker kühlt sich die Heizwicklung ab. Oder anders ausgedrückt: je schneller die Strömung, desto mehr Wärme wird abtransportiert. Viele Föhne besitzen außerdem eine "Cool"-Funktion, die nichts anderes ist als ein Taster, mit dem kurzzeitig die Heizspule komplett abgeschaltet wird.

Darüber hinaus haben Haatrockner auf der Luftansaugseite ein Gitter. Dieses kann verschmutzen, da sich Staub aus der Umgebungsluft daran festsetzt. Je mehr Staub sich hier sammelt, desto weniger Luft durchströmt den Föhn. Je weniger Luft den Föhn durchströmt, desto geringer ist die Abkühlung der Heizwicklung – die ausströmende Luft wird dadurch heißer. Dieses Gitter sollte von Zeit zu Zeit gereinigt werden.

Wie sich der klassische Föhn weiterentwickelt

Gegen statisch aufgeladene, fliegende Haare setzen manche Haartrockner Ionen ein. Der Ionen-Haartrockner erzeugt durch einen im Inneren eingebauten Generator ein elektrisches Feld mit hoher Spannung, in dem negativ geladene Moleküle entstehen. Diese werden vom Luftstrom in die Mähne gepustet und sollen dort positiv geladene Teilchen neutralisieren.

Den Föhn praktisch neu erfunden haben will Dyson mit dem Dyson Supersonic. Dieser Haartrockner ist mit einem kleineren, leichteren Elektromotor ausgestattet, der im Hand- statt im Kopfstück verbaut ist. So ist das Gerät leichter zu halten. Außerdem reduziert eine schalldämpfende Isolierung die Vibration im Gehäuse. Und: Das Kopfstück ist dadurch erheblich kürzer, das macht die Handhabung ergonomischer.

Darüber hinaus haben die Dyson-Strömungsakustiker den Propeller mit 13 statt mit 11 Blättern ausgestattet, dessen 110.000 Umdrehungen pro Minute auf einer Frequenz liegen, die wir Menschen nicht hören können. Ein intelligenter Glasperlen-Sensor, der die Temperatur der Föhnluft jede Sekunde zwanzig Mal überprüft und an den Mikroprozessor weitergibt, soll einer Überhitzung vorbeugen. Diese Vorteile lässt Dyson sich bezahlen: Der Preis des Föhns liegt deutlich über dem herkömmlicher Geräte.

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