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Technik kurz erklärt Die Entwicklung der Schneekanone

| Autor / Redakteur: M.A. Bernhard Richter / Katharina Juschkat

In unserer Serie „Technik kurz erklärt“ stellen wir jede Woche ein Meisterwerk der Konstruktion vor. Heute: Die Schneekanone.

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(Bild: flickr.com/Leo-setä / CC BY-SA 2.0)

Aufgrund der Klimaerwärmung ist es lange her, dass es schneereiche Winter gab, und so haben gerade Skigebiete in tiefergelegenen Gegenden Probleme, genug Touristen anzuziehen. Aushelfen können beispielsweise Schneekanonen, die die grünen Pisten in eine weiße Skilandschaft verwandeln. Ökologisch macht das wenig Sinn, doch der Wintertourismus bringt alleine in den Alpen noch 13,3 Milliarden Euro Umsatz, was den Aufwand für die Betreiber rechtfertigt.

Künstlich erzeugter Schnee durch Zufall entdeckt

Das Grundprinzip von künstlich erzeugtem Schnee wurde Ende der 1940er Jahre durch Zufall in Kanada entdeckt. Eigentlich wollte ein Forscherteam die Vereisung von Düsentriebwerken untersuchen und versprühten dazu Wasser in einem Windkanal bei tiefen Temperaturen. Es entstand Schnee. Die erste Druckluftschneekanone wurde 1950 entwickelt und 1954 zum Patent angemeldet.

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Obwohl es seit den ersten Schneekanonen heute verschiedene Verfahren zur Herstellung technischen Schnees gibt, ist das Grundprinzip dem natürlichen Entstehen von Schnee ähnlich: In einem kalten Luftstrom entstehen sogenannte Schneekerne, die den Mittelpunkt des späteren Schneekristalls bilden. Je nach Prinzip funktioniert das bei Temperaturen um den Gefrierpunkt oder durch Zugabe von flüssigem Stickstoff sogar bei sommerlichen Temperaturen.

30 mal dichter als echter Schnee

Technischer Schnee unterscheidet sich wesentlich von natürlichem Schnee. Die Dichte ist bis zu 30 mal höher und die Eiskristalle sind nur ein Drittel so groß.

Die etwa 19.000 Schneekanonen in Österreich (Stand 2013) verbrauchen pro Jahr und pro Hektar etwa ​sechs Millionen Liter Wasser und 260.000 MWh Strom. Hochgerechnet verbrauchen die Schneekanonen Europas im Jahr soviel Energie wie Heidelberg und soviel Wasser wie Hamburg.

Faszinierende Zahlen der Konstruktion

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Über den Autor

M.A. Bernhard Richter

M.A. Bernhard Richter

Redakteur Online/Print/Video, konstruktionspraxis – Alles, was der Konstrukteur braucht