Es gibt immer mehr Ursachen für Betriebsunterbrechung (BU), die von traditionellen Risiken wie Feuer, Naturgefahren oder Unterbrechungen der Lieferkette bis hin zu neuen Auslösern durch die fortschreitende Digitalisierung reichen, die typischerweise ohne Sachschäden, aber mit hohen finanziellen Verlusten einhergehen.
Der Zusammenbruch von IT-Systemen, terroristische oder politische Gewalttaten, Produktrückrufe oder unerwartete regulatorische Änderungen können zu einem vorübergehenden oder längeren Stillstand mit verheerenden Auswirkungen auf Umsatz und Ertrag führen.
Zunehmend gelten Cybervorfälle als neue Auslöser für Betriebsunterbrechungen, so die Umfrage. Der Cyber-Risikomodellierer Cyence, der mit AGCS zusammenarbeitet und jetzt Teil von Guidewire Software ist, schätzt, dass die durchschnittlichen Folgekosten eines Cloud-Ausfalls von mehr als zwölf Stunden für Unternehmen aus dem Finanz-, Gesundheits- und Einzelhandelssektor rund 700 Mio. EUR in Nordamerika und knapp 600 Mio. EUR in Europa betragen könnten.
Firmen unterschätzen die Risiken von Betriebsunterbrechungen
Betriebsunterbrechungen sind im aktuellen Allianz Risk Barometer auch das am zweitmeisten unterschätzte Risiko weltweit. „Unternehmen schönen oft die möglichen Ursachen, den Umfang und die finanziellen Auswirkungen einer Störung und den Aufwand, den es bedarf, um wieder geschäftsfähig zu sein. Geschäftsführer sollten deshalb ihre Pläne für den Notfall und das betriebliche Kontinuitätsmanagement laufend auf die neue BU-Umgebung abstimmen und dabei vor allem Cyberrisiken angemessen berücksichtigen", sagt Volker Münch, Global Property und BU-Experte der AGCS.
Potenzial für „Cyber-Hurricane“-Ereignisse nimmt zu
Im Allianz Risk Barometer setzt sich auch der weltweite Aufwärtstrend von Cybervorfällen fort. Vor fünf Jahren stand es weltweit auf Platz 15. Im Jahr 2018 ist es die Nummer 2. Cybervorfälle gelten der Umfrage nach auch als das am meisten unterschätzte Risiko und die größte langfristige Gefahr.
Cyberattacken wie das Mirai-Botnet oder die Angriffe durch WannaCry und Petya führten 2016/2017 zu erheblichen finanziellen Verlusten für eine große Anzahl von Unternehmen. Auch die kürzlich identifizierten Sicherheitslücken in Computerchips in nahezu jedem modernen Kommunikationsgerät zeigen die digitalen Schwachstellen moderner Gesellschaften auf. Das Potenzial für so genannte „Cyber Hurricane“-Ereignisse, bei denen Hacker zahlreiche Unternehmen durch einen Angriff auf gemeinsam genutzte Infrastruktur gleichzeitig paralysieren, wird 2018 weiter wachsen.
Immerhin zeigen die Ergebnisse des Allianz Risk Barometers, dass das Bewusstsein für die Cyberbedrohung bei kleinen und mittleren Unternehmen stark ansteigt: Bei kleineren Unternehmen kletterten Cybervorfälle von Platz 6 auf Platz 2, bei mittleren Unternehmen von Platz 3 auf Platz 1.
Wetter- und Technologierisiko im Fokus
Nachdem Naturkatastrophen im Jahr 2017 - allen voran die Hurrikane Harvey, Irma und Maria in den USA und der Karibik - einem Rekordwert von 135 Mrd. US-Dollar an versicherten Schäden (Munich Re) verursacht haben, kehren Naturkatastrophen unter die drei größten Geschäftsrisiken weltweit und in Deutschland zurück. „Die Auswirkungen von Naturkatastrophen gehen weit über den Sachschaden an Gebäuden in den betroffenen Gebieten hinaus. Mit zunehmender Verschlankung und Vernetzung der Industrien können Naturkatastrophen eine Vielzahl von Branchen beeinträchtigen, die auf den ersten Blick nicht direkt betroffen zu sein scheinen", sagt AGCS-Katastrophenexperte Ali Shahkarami.
Gefahr durch neue Technologien
Die Gefahr, die von neuen Technologien wie künstlicher Intelligenz, Drohnen oder der Nanotechnik ausgeht, ist im weltweiten Ranking von Rang 10 auf Rang 7 geklettert und rangiert in Deutschland auf Platz 7. Die Anfälligkeit automatisierter oder sogar autonomer Maschinen für Ausfälle oder Cyberattacken wird zunehmen und könnte erhebliche Auswirkungen haben, wenn kritische Infrastrukturen wie die Stromversorgung oder IT-Netzwerke betroffen sind.
„Obwohl es durch die Automatisierung und konstante Überwachung weniger kleinere Schäden geben wird, ist das Potenzial für Großschäden höher, sobald ein Zwischenfall eintritt", erklärt Michael Bruch, Head of Emerging Trends, AGCS. Unternehmen müssten sich zudem auf neue Risiken und Haftungsfragen einstellen, da sich die Verantwortlichkeiten von Mensch zu Maschine und damit zum Hersteller oder Softwarelieferanten verlagern. „Die Klärung der Haftung wird in Zukunft noch viel anspruchsvoller."
Stand: 08.12.2025
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Details zum Allianz Risk Barometer 2018
Das Allianz Risk Barometer 2018, das der Allianz Industrieversicherer Allianz Global Corporate & Specialty (AGCS) zum siebten Mal veröffentlicht, untersucht die wichtigsten Risiken für Unternehmen weltweit, für einzelne Regionen und Länder sowie ausgewählte Industriezweige. An der jährlichen Umfrage, die zum Jahresende 2017 durchgeführt wurde, beteiligten sich diesmal 1911 Risikoexperten aus verschiedenen Unternehmen und der Allianz Gruppe aus insgesamt 80 Ländern.
MK
Dieser Beitrag erschien zuerst auf unserem Partnerportal Elektronikpraxis.de.