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Dürre Dichtungen unterstützen lebenswichtiges Wasserversorgungsprojekt

Redakteur: M.A. Bernhard Richter

Las Vegas bezieht 90% seines Wassers aus dem Lake Mead. Nach 14 Jahren Dürre droht die Gegend zu verdursten. Ein Tunnel mit Schweizer Dichtungen soll helfen.

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Das Projekt Lake Mead Intake No.3 ist eines der wichtigsten Tunnelprojekte zur Sicherung der Wasserversorgung im Ballungsgebiet Las Vegas.
Das Projekt Lake Mead Intake No.3 ist eines der wichtigsten Tunnelprojekte zur Sicherung der Wasserversorgung im Ballungsgebiet Las Vegas.
(Bild: Dätwyler Sealing Solutions)

Das Projekt Lake Mead Intake No. 3 ist eines der wichtigsten Tunnelprojekte zur Sicherung der Wasserversorgung im Ballungsgebiet Las Vegas. Die Region bezieht ihr Wasser aus dem Lake Mead, dem größten Stausee der Vereinigten Staaten. Eine neue Wasserentnahmestelle ist dringend notwendig: Aufgrund der mittlerweile mehr als 14 Jahre andauernden Dürre in der Region ist der Wasserspiegel des Sees um 35 m gesunken. Verschärft wird dies durch den Wasserbedarf aus dem Umland, der größer ist als an Schmelz- und Regenwasser aus den Rocky Mountains in den Stausee wieder hineinfließt. Die zwei Wasserzuläufe für das Las Vegas Valley drohten dadurch auszutrocknen. Aus diesem Grund wurde 2009 der Bau der einer neuen, tiefer liegenden Wasserentnahmestelle begonnen. Das Tunnelprojekt sah sich dabei vielen Herausforderungen gegenüber, insbesondere der heterogenen Bodenverhältnisse und Gesteinstypen sowie des hohen Wasserdrucks. Letzterem musste nicht nur die Tunnelbohrmaschine standhalten, sondern auch die Dichtungen in den Betonsegmenten. Der neue Entnahmetunnel führt das Wasser aus dem See nun einer Trinkwasser-Aufbereitungsanlage zu, von wo aus es an die Verbraucher weitergeleitet wird.

Bohren unter Hochdruck

Eine eigens für das Projekt entwickelte Tunnelbohrmaschine mit einem Bohr-Durchmesser von 7,2 m legte am Seeufer einen 180 m tiefen Schacht frei. Dies war der Startpunkt für den etwa 4,7 km langen Tunnel, der unter dem See gegraben wurde und Black Island mit dem alten Flussverlauf des Colorado verbindet. Für die Beton-Segmente im Tunnel lieferte Dätwyler die Tübbing-Dichtungsrahmen „Typ Wesertunnel“ M 385 73, die schon beim Trinkwasserversorgungstunnel am Lake Arrowhead zum Einsatz gekommen sind. Zusätzlich wurde ein Spezialkleber von Dätwyler als Dichtung zwischen den Betonsegmenten verwendet, um den Sitz der Dichtungen zu sicherzustellen.

Auf einer Länge von 4,7 km wurden insgesamt 2550 Dichtungsringe eingesetzt. Jedes Segment hat einer Länge von 1.85 m.
Auf einer Länge von 4,7 km wurden insgesamt 2550 Dichtungsringe eingesetzt. Jedes Segment hat einer Länge von 1.85 m.
(Bild: Dätwyler Sealing Solutions)

Die sogenannten Tübbinge sind gewölbte Stahlbeton-Segmente, die ringweise eingesetzt werden, die Innenhülle des Tunnels bilden und direkt hinter dem Bohrkopf den Tunnel auskleiden. Die Profile werden als Strangware extrudiert, gemäß des Tunneldesigns abgelängt und zu Rahmen vulkanisiert, die auf die entsprechenden Segmente passen. Die Abdichtung der Fugen ist dabei besonders wichtig. Die besondere Herausforderung bestand hierbei in dem hohen Wasserdruck von 35 bar, dem die Dichtungen standhalten müssen. Auf einer Länge von 4,7 km wurden insgesamt 2550 Dichtungsringe eingesetzt, jeder mit einem Umfang von 42 m. Bei der Gummi-Mischung verwendete Dätwyler Ethylen-Propylen-Dien-Kautschuk (EPDM), welches hohe Wetter- und Ozonresistenz sowie hohe thermische Beständigkeit aufweist. Seine hohe Elastizität und gute chemische Beständigkeit eignet sich sehr gut für den Tunnelbau.

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