Werkstoffverbund

Dichtes Umspritzen von Einlegeteilen und deren Prüfung

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Zusammenfassend kann gesagt werden, dass die Erzielung eines dauerhaften mediendichten Verbundes bei dem Umspritzen von Rundleitern vorrangig von der chemischen Kompatibilität abhängt. Diese kann durch geeignete Vorbehandlungsmethoden verbessert bzw. bei unähnlichen Partnern durch Haftvermittler, die in Form von Folien oder Hotmelts auf den Rundleitern appliziert werden, von einem Grobleck in einen absolut dichten Verbund überführt werden. Weitere Aktivitäten in diesem Bereich sollten die Eigenart der entsprechenden Rundleiter berücksichtigen (Nachschwindung und Ausschwitzen von Stoffen) und insbesondere bei den chemisch unähnlichen Werkstoffkombinationen die serientechnische und einfache Einbindung von geeigneten Vorbehandlungsmethoden Berücksichtigen.

Wann ist ein Bauteil dicht?

Die Frage nach der Dichtigkeit stellt sich oftmals in Verbindung mit dem Eindringen von Flüssigkeiten in ein System. Hierzu werden oftmals IP Prüfungen herangezogen, die eine Aussage treffen, ob ein Bauteil nach der Prüfung noch funktionstüchtig ist und das beispielsweise Wasser nur in dem Maße eingedrungen ist, dass es die Funktion nicht beeinträchtigt. Der Anwender erhält bei diesen Prüfungen ausschließlich eine Aussage, ob das Bauteil den Prüfungen standgehalten hat oder nicht. Eine Qualifizierung beispielsweise unterschiedlicher Materialien, Konstruktionen, etc. fällt schwer. Daher sollte bei der Prüfung der Bauteile nach IP - Schutzklassen immer eine Prüfung mit gasförmigen Medien (z. B. Luft) durchgeführt werden. Eine bewährte Dichtigkeitsprüfung ist die Differenzdruckmethode die für Bauteile im Bereich der IP 67, IP 69, etc. verwendet werden kann. Aus der Prüfung nach IP Schutzgraden mit anschließender Prüfung nach dem Differenzdruckverfahren konnten Richtwerte ermittelt werden, die nachfolgend aufgeführt sind.

  • Wasserdicht 0,5 cm³/min bis 12 cm³/min
  • Öldicht 0,6 cm³/min bis 4,5 cm³/min
  • Benzindicht 0,1 cm³/min bis 3 cm³/min

Der Vorteil der Differenzdruckprüfung liegt darin, dass definierte Werte ermittelt werden können. Darüber hinaus lässt sich dieses Verfahren, aufgrund der relativ kurzen Prüfzeiten, auch als 100% Prüfung in die Serienproduktion einbinden. Aus den oben genannten Werten ist die enorme Spanne ersichtlich, die sich aufgrund unterschiedlicher Konstruktionen und Anforderungen ableiten lassen. Daraus ist ersichtlich, dass für jeden Anwendungsfall die Dichtigkeit und die Toleranzen individuell ermittelt werden müssen. (qui)

* Dipl.-Ing. Marius Fedler, Kunststoff-Institut Lüdenscheid

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