Brandschutz

Dem Feuer den Wind aus den Segeln genommen

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Die Gondel, das Herzstück von Windenergieanlagen, mit Generator, Getriebe, Bremsen, Schaltschränken, Transformatoren und Umrichtern stellt ein besonders hohes Brandrisiko dar, denn häufige Brandursachen sind Lagerschäden oder heiß laufende Bremsen sowie Defekte an elektrischen Anlagen und in Schaltschränken. Hinzu kommen Blitzeinschläge, deren Bedeutung jedoch in der Öffentlichkeit überschätzt wird.

Ist ein Brand entstanden, findet er in einer WEA hinreichend Nahrung in Form von elektrischen Bauteilen und Kabeln, Kunststoff-Verkleidungen, Schläuchen und Transformatoren sowie auslaufendem Hydraulik- und Getriebeöl oder alkoholhaltiger Kühlflüssigkeit.

Ein brennendes Windrad kann die Feuerwehr kaum löschen

Schwierige oder fehlende Anfahrtswege, zu kurze Leitern und unzureichender Wasserdruck machen es der Feuerwehr in den allermeisten Fällen schier unmöglich, ein brennendes Windrad zu löschen. Die Brandbekämpfung durch die Feuerwehr beschränkt sich auf den kontrollierten Abbrand, bei dem meist ein Totalschaden in Millionenhöhe entsteht. Bei Offshore-Anlagen kommt ohnehin jede Hilfe von außen zu spät.

Die Folgen eines Brandes in einer WEA sind längere Betriebsunterbrechungszeiten oder gar der Totalverlust der Anlage mit allen wirtschaftlichen Konsequenzen für Betreiber, Hersteller und Versicherungen - von Imageschäden und Verunsicherung bei Investoren und in der Öffentlichkeit ganz zu schweigen. Durch einen adäquaten Brandschutz können Schäden und somit hohe Verluste verhindert werden, er ist eine zentrale Maßnahme zur Sicherung der Millioneninvestitionen - insbesondere angesichts steigender Schadenhöhen bei immer leistungsfähigeren und teureren Anlagen.

Modulare Sicherheitseinrichtungen melden und löschen den Brand

Inzwischen existieren modulare Konzepte bestehend aus Brandmeldetechnik, Gaslöschtechnik und Feinsprühtechnik für einen zuverlässigen Brandschutz von Windenergieanlagen, die an die jeweiligen konstruktiven Gegebenheiten angepasst werden können - auch für den Offshore-Bereich auf hoher See.

Die Basis bildet die Brandemeldetechnik: Hochsensible Rauchansaugsysteme detektieren das Feuer bereits in seiner Entstehungsphase. Beim Ansprechen dieser Früherkennung eines Brandes wird ein Impuls zur sofortigen Abschaltung der WEA gegeben, damit der Brand von der Zufuhr weiterer Energie abgeschnitten wird. Diese Brandmeldetechnik, die im Notfall die Abschaltung der WEA steuert, sollte zur Grundausstattung jeder Anlage gehören.

Bei größeren Anlagen sollten Gaslöschtechnik für Schaltschränke und Feinsprühtechnik für die mechanischen Anlagenteile ebenfalls nicht fehlen. Vor allem mit der Kombination dieser beiden Löschtechniken lassen sich sichere Lösungen realisieren, die auch die Schutzanforderungen großer Offshore-Windenergieanlagen erfüllen.

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