Simulation Das Gesamtsystem Spritzguss im Blick
3D-Simulation von Strömungen, Wärmefluß und Verzug im Spritzguss inklusive des Werkzeuges – das ermöglicht die Software Sigmasoft Virtual Molding. Wir haben nachgefragt, welche Vorteile sich dadurch ergeben.
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Herr Gebauer, das verbirgt sich hinter der Software Sigmasoft Virtual Molding?
Die Sigmasoft-Virtual-Molding-Technologie wurde entwickelt, um die heutigen harten Anforderungen an Entwicklung, Werkzeugbau und Fertigung im Spritzguss zu meistern. Das bedeutet Trouble Shooting bei nicht vorhergesehenen Herausforderungen, aber auch das Heben verborgener Potenziale. Den Unterschied macht Sigmasoft Virtual Moldings einzigartig ganzheitlicher Ansatz für die Simulation von Spritzgießprozessen. Bei diesem Ansatz wird im Gegensatz zu herkömmlichen Simulationsprogrammen nicht der Artikel sondern das Verhalten des Werkzeuges in der virtuellen Serienproduktion abgebildet. Das Programm gibt also Auskunft darüber, wie sich Werkzeug, Prozess und Material als komplexes Gesamtsystem auf den Artikel auswirken.
Für welche Anwendungen eignet sich die Software?
Sigmasoft Virtual Molding kann entlang der gesamten Prozesskette eingesetzt werden. Vom Artikeldesign über erste Werkzeugkonzepte bis hin zum Trouble Shooting in der Produktion kann das Programm dabei helfen, Probleme frühzeitig zu erkennen und Lösungen aufzuzeigen. Gleichzeitig eignet sich das Programm für die virtuelle Betrachtung aller Spritzgießprozesse, unabhängig vom verwendeten Material. Unsere Anwender betrachten sowohl Thermoplastanwendungen als auch Projekte mit Elastomer- und Duroplastmaterialien. Weitere Anwendungsfälle umfassen faserverstärkte Materialien und den Pulverspritzguss. Auch Mikroprozesse lassen sich problemlos abbilden.
Welchen Problemen bei der Entwicklung von Kunststoffartikeln kann mit dem Einsatz der Software begegnet werden?
Die Entwicklung von der Idee eines Kunststoffartikels bis hin zur Serienfertigung ist ein Weg voller Hindernisse. Schon bei der Artikelkonstruktion ist es dabei ratsam mit Hilfe der Simulation Schwachstellen im Bauteil zu identifizieren. Füllprobleme, schlecht durchmischte Bindenähte und Einfallstellen können in der Artikelkonstruktion ebenso einfach detektiert werden wie die Verzugstendenz des Bauteils. Bei der Werkzeugkonstruktion hilft das Programm Kühlkanäle richtig zu positionieren, Auswerfer zu platzieren und Schwachstellen des Werkzeugs frühzeitig zu erkennen.
Was sind die besonderen Vorteile der Lösung für den Konstrukteur im Werkzeug- und Formenbau?
Besonders im Werkzeug- und Formenbau hat der Konstrukteur derzeit keine Möglichkeit seine Konstruktion frühzeitig zu testen. Bei immer komplexer werdenden Spritzgießwerkzeugen ist vor Allem der Platz im Werkzeug eine Herausforderung. Dabei steht der Konstrukteur immer vor dem Problem das z.B. Kühlbohrungen, Schieber und Kerne, aber auch Auswerfer in einem beengten Bauraum untergebracht werden müssen. Wo aber muss eine Kühlung hin, wo werden Auswerfer wirklich benötigt oder wie groß muss die Fläche des Auswerfers sein? Kann mit einer konturnahen Kühlung die Kühlzeit oder gar der Verzug reduziert werden? Kann das Bauteil besser abgekühlt werden wenn unterschiedliche Stahllegierungen verwendet werden? Wie groß ist der Nutzen dieser Technologien im Vergleich zu den Kosten? All diesen Fragen kann der Konstrukteur im Regelfall nur mit Erfahrungswissen und im schlechtesten Fall mit Mutmaßungen begegnen. Ob seine Theorie stimmt und sein Konzept funktioniert erfährt er erst, wenn das Werkzeug bereits gebaut ist. Hier kann Sigmasoft Virtual Molding helfen schon während der Konstruktion das Werkzeug zu testen. Es bietet die Möglichkeit eine virtuelle Spritzgießmaschine direkt in der Konstruktion zu platzieren. An dieser werden neue Werkzeugkonzepte für einen Bruchteil der Kosten getestet und weiter verfeinert.
Vielen Dank für das Gespräch.
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