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Systemwechsel ohne Datenmigration
Die Kombination der beiden Optionen bietet Unternehmen die Möglichkeit, ohne massive Datenmigration auf Creo umzusteigen, wie Campbell weiter ausführt: "Die Kunden brauchen ihre Daten auch nicht zu revisionieren, nur weil sie das CAD-System wechseln. Sie können zum Beispiel eine Solidworks-Datei in ihrer aktuellen Revision solange weiter verwenden und referenzieren, wie sie möchten. Erst wenn die Datei geändert werden soll, muss man sie konvertieren und bekommt eine neue Revision. Der Migrationsaufwand wird allerdings dadurch minimiert, dass nicht die komplette Baugruppe konvertiert werden muss, wenn der Kunde nur ein Bauteil ändern möchte."
Solidworks-Befehle integriert
Campbell hat das Beispiel Solidworks nicht zufällig gewählt: PTC möchte vor allem den Solidworks-Anwendern in der Kundenbasis den Systemwechsel auf Creo 3.0 schmackhaft machen. Um ihnen den Umstieg zu erleichtern, hat der Software-Hersteller den Befehlsfinder erweitert, so dass Neulinge jetzt nicht nur nach den Pendants von Wildfire-Befehlen im Creo-Menü, sondern auch nach den entsprechenden Solidworks-Befehlen suchen können.
Bei der Konvertierung gehen Konstruktionshistorie und Features der Fremddaten natürlich verloren, was aber nach Einschätzung von Campbell kein wirkliches Problem darstellt. "Wenn man mit Kunden darüber diskutiert, wie wichtig ihnen die Features wirklich sind, stellt man fest, dass sie für 75 % eigentlich nur ein Hilfsmittel für die Konstruktion sind, das nach dem Modellaufbau kaum mehr gebraucht wird. Lediglich 25 % sagen, dass sie mit ihrer Hilfe die wahre Designabsicht in den Modellen abbilden."
Nachträgliche Parametrisierung sorgt für Intelligenz
Für diese Fälle gibt es in Creo die Möglichkeit der nachträglichen Parametrisierung, mit der man "dummer" Geometrie wieder Feature-Intelligenz einhauchen kann. Sie ist allerdings relativ aufwendig. Trotzdem investiert PTC nicht mehr in eine eigenständige Feature-Erkennung, sondern konzentriert sich darauf, die Funktionen für das direkte Modellieren intelligenter zu machen, um die Geometrie so einfach wie möglich ändern zu können: "Wir bringen immer mehr Co-Create-Expertise in Creo Direct und die Flexible Modeling Extension ein", sagt Campbell.
Migrator verknüpft Zeichnungen mit Modellen
Kunden, die auf ein anderes CAD-System umsteigen, wollen normalerweise nicht nur ihre Modelldaten, sondern auch die dazu gehörigen Zeichnungen in der neuen Umgebung wieder finden. Um dieser Anforderung Rechnung zu tragen, hatte PTC schon zu Wildfire-Zeiten einen Legacy Data Migrator entwickelt, der es erlaubt, 2D-Zeichnungen in Standardformaten wie Exapt oder DWG einzulesen und über Windchill wieder mit den importierten 3D-Modellen zu verknüpfen.
Dabei lassen sich die einzelnen Ansichten halbautomatisch den entsprechenden Seiten des Modells zuordnen und Beziehungen zwischen den Maßen in der Zeichnung und den Dimensionen des 3D-Modells herstellen. Die 2D-Migrationshilfe fristete bislang ein Schattendasein, was sich aber nach Einschätzung von Campbell ändern könnte, wenn sich mehr Kunden für die Konsolidierung ihrer CAD-Installation entscheiden.
PTC hat Creo 3.0 mit einigen Monaten Verspätung gegenüber der ursprünglichen Planung in den Markt eingeführt - eine bewusste Entscheidung, um den laufenden Umstiegsprozess in der Kundenbasis nicht zu behindern, wie Campbell versichert: "Mittlerweile sind über 60 % der Kunden weltweit von Pro/Engineer Wildfire auf Creo 2.0 umgestiegen. Unser Ziel ist, bis zum Ende unseres Fiskaljahres im September 2014 drei Viertel umzustellen."
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