Kunststoff Chemikalienbeständiger Hochleistungskunststoff Eltimid

Redakteur: Dipl.-Ing. Dorothee Quitter

Ingenieure von heute entwickeln immer leichtere, verschleiß- und reibungsarme sowie chemikalienbeständige Werkstoffe, die sich durch eine günstige Herstellungsweise auszeichnen. Die Automobilkonstrukteure profitieren davon.

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Besonders relevant in der Fahrzeugtechnik ist die Resistenz gegen aggressive Chemikalien wie Benzin, Frostschutzmittel, Motoröl oder Kühlflüssigkeit. Handtmann Elteka hat für solche Anforderungen den Hochleistungskunststoff Eltimid entwickelt. Er wird – im Gegensatz zu Standard-Kunststoffen – gepresst. Da das Pulver nicht schmelzbar ist, wird bei der Herstellung das so genannte Direktformverfahren (DF-Verfahren) angewandt. So ist es auch möglich, schnell, wirtschaftlich und flexibel flache Pressteile ab einer Losgröße von 500 Stück oder mehr mit engsten Toleranzen anzufertigen. Die Presslinge können bereits während des DF-Verfahrens mit Bohrungen, Nuten, Kerben oder ähnlichen Aussparungen und Formgebungen versehen werden, sodass im Gegensatz zu herkömmlichen Materialien auf eine spanabhebende Nachbearbeitung verzichtet werden kann. Dies führt zu reduzierten Lohn- und Maschinenkosten und somit günstigen Preisen bei Fertigteilen.

Konstruktionsprinzipien für gepresste Kunststoffbauteile

Bei der Konstruktion ist dabei zu berücksichtigen, dass nicht alle Geometrien und Größen mittels DF-Verfahren gefertigt werden, da die Bauteile während ihres Herstellungsprozesses physikalischen Gesetzmäßigkeiten unterworfen sind. Beim Sintern des Grünlings ist eine gewisse Formschwindung vorhanden, die von den Biberacher Werkstoffspezialisten bereits bei der Konstruktion und Fertigung des Presswerkzeuges berücksichtigt werden. Auf scharfe Kanten des Bauteils sollte außerdem verzichtet werden, sie verursachen einen hohen Werkzeugverschleiß und reduzieren durch auftretende Kerbwirkungen die Teileeigenschaften.

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