Safety & Security Cegelec an Sanierung des Hamburger Elbtunnels maßgeblich beteiligt
Es ist ein Mammutprojekt, das erst vor wenigen Tagen begonnen hat: Der Hamburger Elbtunnel wird in den kommenden 30 Monaten aufwendig nachgerüstet. Maßgeblich beteiligt an der Umsetzung der noch höheren Sicherheitsstandards in den Tunnelröhren 1 bis 3 ist Cegelec, ehemals AEG.
Anbieter zum Thema
Der 1975 vom damaligen Bundeskanzler Helmut Schmidt eröffnete Elbtunnel ist Bestandteil der Bundesautobahn A 7 und wird täglich von bis zu 150.000 Fahrzeugen durchquert. Er zählt mit einer Gesamtlänge von 3,3 Kilometern zu den längsten Unterwasserstraßen der Welt. Nachdem im Oktober 2002 nach fünfjähriger Bauzeit und technischer Ausstattung von Cegelec die vierte Tunnelröhre eröffnet wurde, steht nun die Nachrüstung der Röhren 1 bis 3 an.
Brandkatastrophen führten zur Überarbeitung der Richtlinien
Das Nachrüstprogramm basiert auf den neuen „Richtlinien für die Ausstattung und den Betrieb von Straßentunneln“ (RABT). Die Überarbeitung der Richtlinien war durch die Brandkatastrophen im Mont Blanc-, Tauern- sowie Gotthardtunnel ausgelöst worden. Die 2006 vom Bund verabschiedete RABT-Verordnung sieht alle 300 Meter einen Fluchtweg, eine leistungsstarke Belüftung/Entrauchung und neueste Sicherheitstechnik vor. Konkret sind direkt unter der Elbe für ein Auftragsvolumen von insgesamt rund 120 Millionen Euro folgende Modernisierungen geplant:
- Neues Lüftungskonzept
- Umbau der Lüftungskanäle
- Ersatz 7 Megawatt-Lüfterleistung inklusive Energieversorgung
- Austausch von 30 Meter breiten Seitenwänden zur statischen Aufnahme der Klappen
- Einbringen von 285 Jalousieklappen
- Erneuerung der Sicherheitstechnik
- Erneuerung des Brandschutzes/Asbestsanierung
- Erneuerung der Fahrbahn
Die „Arbeitsgemeinschaft Nachrüstprogramm Elbtunnel“ (Arge) – die technische Federführung liegt bei HC Hagemann, die kaufmännische Federführung liegt bei Cegelec – besteht aus drei Säulen. Die erste ist die von den Firmen HC Hagemann und August Prien gebildete „Arge Ingenieurbau“, die für alle baulichen Aufgaben (zum Beispiel Luftkanäle aus Stahlbeton, Fluchtwege, Asphalt) verantwortlich zeichnet.
Die zweite ist die Firma Lindner, die auf dem Gebiet Brandschutz und Asbestsanierung spezialisiert ist. Die dritte ist Cegelec, zuständig für die komplette technische Ausrüstung – von der Tunnellüftung, MS-/NS-Schaltanlagen über die Jalousieklappen sowie die Fluchtwegbeleuchtung bis hin zur neuen Videotechnik und den Brandmeldern.
Hamburger Elbtunnel: Verkehrsrechner kommt von Cegelec
Der Verkehrsrechner des Hamburger Elbtunnels, mit dem anhand des ermittelten aktuellen Fahrzeugaufkommens die Röhren nach Bedarf für verschiedene Fahrtrichtungen freigegeben werden können, kommt ebenfalls von Cegelec. Verkehrsbeeinträchtigungen werden sich während der 30-monatigen Bauphase nicht vermeiden lassen. Die drei Röhren müssen während der Nachrüstung nacheinander gesperrt werden. Doch wenn das Projekt im Jahre 2011 abgeschlossen sein wird, wird der Elbtunnel mit seiner Sicherheits-Technologie neue Maßstäbe setzen.
ADAC bewertet von Cegelec ausgestattete Tunnel mit „sehr gut“
Cegelec gehört zu den führenden technischen Tunnelausrüstern in Deutschland und verfügt über ein eigenes Kompetenz-Zentrum für Tunnelprojekte. Der ADAC testet einmal pro Jahr ausgewählte Tunnel in Deutschland und Europa auf Sicherheit. Dabei haben mehrere Tunnel die Note „sehr gut“ erhalten, die Cegelec technisch ausgerüstet hat: unter anderem 2006 der Tunnel Coschütz auf der A17 Dresden – Prag und 2007 der Tunnel Nollinger Berg an der A861 in Baden-Württemberg. Auch der 2007 als „Bester Tunnel in Deutschland“ bewertete Tunnel am Tiergarten in Berlin wurde von Cegelec mit ausgestattet.
(ID:284533)