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Prozessoptimierung C-Teile: Verlässliche Lieferung und erhöhte Produktionsgeschwindigkeit

| Redakteur: M.A. Bernhard Richter

Gerade bei vermeintlich unwichtigen C-Teilen – kann eine Prozessoptimierung Wunder bei den Kosten und der Produk- tionsgeschwindigkeit wirken

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Mit Smart-Bin soll zu jedem Zeitpunkt die Versorgung mit C-Teilen sichergestellt sein.
Mit Smart-Bin soll zu jedem Zeitpunkt die Versorgung mit C-Teilen sichergestellt sein.
(Bild: Bossard)

Die BVS Blechtechnik GmbH, eines der führenden blechverarbeitenden Unternehmen Deutschlands, stand vor der Herausforderung, eine Lösung für das C-Teile-Management in ihre Fertigungsprozesse zu integrieren. „Von der Bestellung bis zum Wareneingang haben C-Teile in unserem Unternehmen lange Zeit einen hohen Aufwand verursacht“, sagt Frank Link, Prokurist bei BVS. Denn obwohl die etwa 200 unterschiedlichen Verbindungselemente – darunter Einpressbefestiger, Blindniete, Blindnietmuttern, Scharniere, Bänder oder Griffe – Billig-Komponenten für die von BVS produzierten Feinblech-Produkte sind, beeinflusst ihr Fehlen die Fertigung doch enorm und kann im schlimmsten Fall sogar zum Produktionsstopp führen. Auf der Suche nach einer geeigneten und kurzfristig umsetzbaren Lösung wurde BVS bei KVT-Fastening fündig: Seit Mai 2014 optimiert das vollautomatische System Smart-Bin von Bossard das C-Teile-Management von BVS.

Automatisierung für C-Teile

„Wir sind stolz auf den hohen Automatisierungsgrad in unserer Fertigung und die sich daraus ergebenden Vorteile für unsere Kunden“, erklärt Link. „Diesen Anspruch wollten wir auf unser C-Teile-Management am Standort Böblingen übertragen, da die manuelle Bearbeitung oftmals zeitraubend und umständlich war.“ Wöchentlich wurden hier Bestellungen von teilweise über 50 Positionen und bei Lieferung per Hand im Wareneingang weiterverarbeitet. Bei etwa 65 % der von BVS produzierten Produkte kommen C-Teile zum Einsatz und die Praxis zeigte dringenden Optimierungsbedarf. Das Pro­blem: Oft fehlten C-Teile, die für einen Auftrag benötigt wurden. „Dann wurde es hektisch und wir mussten auf Zuruf nachbestellen. Teilweise führte dies sogar dazu, dass wir den Auftrag kurz auf Eis legen mussten, obwohl die Produktionskapazitäten verfügbar gewesen wären“, erinnert sich Link. Hintergrund waren Stücklistenfehler oder Entnahmen für Musteranfertigungen, die in keiner Stückliste verknüpft waren. Link: „Die Verbindungselemente lagern wie üblich in Sichtlagerkästen. Leider wurde deren Verwendung nicht immer dokumentiert und im schlimmsten Fall fiel erst auf, dass die Teile fehlen, wenn sie für einen konkreten Auftrag benötigt wurden.“

Gemeinsam mit seinem Team definierte Link die Anforderungen, die eine geeignete Lösung erfüllen mussten: Geringer Verwaltungsaufwand, Versorgungssicherheit, Zeitersparnis in der Bearbeitung. Im Zuge der Ideenfindung wandte sich BVS an KVT-Fastening. KVT-Fastening liefert als langjähriger Partner von BVS einen Großteil der im Unternehmen benötigten C-Teile. Horst Sälzle, Produktmanager Lagersysteme bei KVT-Fastening, hatte gleich einen konkreten Lösungsvorschlag: „Angesichts des Anforderungsprofils stellten wir BVS das vollautomatische System Smart-Bin Classic von Bossard vor. Damit sollten sich nicht nur alle Anforderungen des Kunden mit geringem Aufwand umsetzen, sondern auch bisherige veraltete Paternosterlager ablösen lassen.“

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Automatische Nachbestellung

Das Konzept von Smart-Bin überzeugte Link und sein Team auf Anhieb. „Das System überwacht die Lagerhaltung über Gewichtssensoren. Wie bisher auch erfolgt die Bevorratung der C-Teile in Sichtlagerkästen. Im Vergleich zu vorher steht jede Box im Regal jedoch nun auf einer Waage. Damit wird der Bestand tagsüber erfasst und in der Nacht übertragen. Fällt das ermittelte Gewicht dabei unter eine bestimmte Sollgröße, löst das System automatisch eine Bestellung bei KVT-Fastening aus“, zeigt sich Link begeistert. „Wir müssen nur noch darauf achten, dass am Abend jede Box im Regal steht.“ Vorher war eine Mitarbeiterin zwei Tage pro Woche nur mit der Vorbereitung, Zusammenstellung der Losgrößen und Ermittlung des perfekten Bestellzeitpunkts beschäftigt. Laut Link hat sich der Arbeitsaufwand hier enorm reduziert. Seit der Einführung von Smart-Bin erhält BVS monatlich eine Lieferung von C-Teilen auf Basis des vom System ermittelten Verbrauchs. Zusätzlich wurde für jeden Artikel ein sogenannter Expressbestand definiert. Fällt der berechnete Bestand unter dieses Minimum, löst Smart-Bin die sofortige Nachlieferung aus. „Meine Kollegin muss jetzt nur noch zwei Mails checken. Eine, um zu sehen, ob Expresslieferungen ausgelöst wurden und eine, um zu prüfen, ob Großaufträge reinkamen, für die zusätzliche C-Teile bestellt werden müssen“, freut sich Link über die deutliche Arbeitserleichterung. Darüber hinaus kann BVS direkt auf den Server von KVT-Fastening zugreifen und sieht, ob Lieferungen geplant sind, welcher Bestand gemessen wurde und ob dieser eventuell von dem selbst gemessenen abweicht.

Wareneingangsprozess optimiert

Seit der Einführung von Smart-Bin hat sich nicht nur der Bestell- und Lieferprozess deutlich verbessert, auch die Arbeitsabläufe im Wareneingang profitieren von der Lösung. Unter anderem ist es ein großer Vorteil, dass die Lieferscheine in elektronischer Form bereitgestellt werden. So fällt auch im Wareneingang der Arbeitsaufwand eines ganzen Vormittags weg, da die einzelnen Päckchen nicht mehr manuell nachbearbeitet werden müssen.

„In der Nieterei werden die C-Teile nur noch in die entsprechenden Sichtlagerkästen sortiert“, erklärt Link und freut sich, dass die Mitarbeiter das System so gut annehmen: „Abends prüfen die Verantwortlichen, dass auch alle Behälter wieder an ihrem Platz im Regal stehen, damit das Smart-Bin-System seine Arbeit machen kann.“

Einen kürzlich durchgeführten Check hat das System pro­blemlos bestanden. BVS sieht sich damit auch bestens für die zukünftigen Anforderungen des C-Teile-Managements gerüstet.

Gewichtssensoren überprüfen die Bestände, bei Unterschreitung eines Schwellenwerts wird Nachbestellung ausgelöst. Lieferung und Auffüllen erfolgen in Intervallen oder vor einem Minusbestand.
Gewichtssensoren überprüfen die Bestände, bei Unterschreitung eines Schwellenwerts wird Nachbestellung ausgelöst. Lieferung und Auffüllen erfolgen in Intervallen oder vor einem Minusbestand.
(Bild: Bossard)

Von Anfang an gespart

Ob sich das System rechnet? Laut Link in jedem Fall: „Wir sparen Zeit und Nerven. Zudem gibt es keine Produktionsstopps oder Lieferverzögerungen wegen fehlender C-Teile mehr. Eine weitere Erleichterung ist, dass wir hier keine Inventur mehr durchführen müssen, da der aktuelle Stand immer automatisch erfasst wird. Aufgrund dieser vielen Vorteile haben wir nie berechnet, wann genau sich die Investition amortisiert – für uns hat sie es ab dem ersten Tag!“ (br)

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