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Alternative Energien Brennstoffzellen für Flixbusse

| Redakteur: M.A. Bernhard Richter

Flixbus und Freudenberg ST arbeiten für nachhaltige, CO2-freie Mobilität zusammen. Gemeinsam wollen sie Reisebusse mit Brennstoffzellenantrieb auf die Straße bringen. Für Freudenberg soll der Schritt aber nur der Anfang sein.

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Freudenberg Sealing Technologies und FlixBus wollen Reisebusse mit Brennstoffzellenantrieb auf die Straße bringen.
Freudenberg Sealing Technologies und FlixBus wollen Reisebusse mit Brennstoffzellenantrieb auf die Straße bringen.
(Bild: Freudenberg Sealing Technologies)

Die grünen Flixbusse haben sich innerhalb weniger Jahre zum festen Bestandteil des Straßenbilds entwickelt. Grün ist dabei nicht nur die Farbe der Busse und Züge. Die Fernbusse der Flixbus-Flotte sind eines der umweltfreundlichsten Verkehrsmittel, so das Unternehmen nach eigenen Aussagen; gleiches gilt für die mit 100 % Ökostrom betriebenen Flixtrains. Nun will Flixbus gemeinsam mit Freudenberg noch einen Schritt weitergehen.

Vor dem Hintergrund immer schärferer CO2-Grenzwerte unterstützt Freudenberg Sealing Technologies seit Jahrzehnten die Hersteller von Autos und Nutzfahrzeugen dabei, mit dichtungstechnischen Entwicklungen Verbrauch und Emissionen von Verbrennungsmotoren zu senken. Parallel dazu ist die Freudenberg-Gruppe bei der Erforschung alternativer Antriebskonzepte bereits Mitte der 1990er Jahre in die Entwicklung technisch anspruchsvoller Komponenten für Brennstoffzellen und Batterien eingestiegen und hat unter anderem serienreife Gas-Diffusions-Lagen (GDL) sowie Dichtungen für den Brennstoffzellen-Stack entwickelt.

Freudenbergs Produktportfolio (blau dargestellt) für einen Brennstoffzellen-Bus.
Freudenbergs Produktportfolio (blau dargestellt) für einen Brennstoffzellen-Bus.
(Bild: Freudenberg Sealing Technologies)

Strategische Akquisitionen

Anfang 2018 hat Freudenberg Sealing Technologies dieses Wissen durch den Zukauf eines Brennstoffzellenherstellers ergänzt und gestärkt. Durch eine Aktienmehrheit am US-amerikanischen Batterieherstellers XALT Energy erhielt Freudenberg auch in der Batterietechnik wichtige technologische Expertise. Auf diese Weise hat sich das Unternehmen im Bereich der alternativen bzw. elektrischen Antriebe eine starke Position im Markt verschafft. Die Kombination dieser beiden Technologien soll laut Freudenberg Sealing Technologies künftig in die breite Serienanwendung kommen, denn durch die Elektromobilisierung werden in Zukunft zwei wichtige Fahrzeugkomponenten entfallen: Der Verbrennungsmotor und das Getriebe. Um diesem negativen Effekt für den Dichtungshersteller entgegenzuwirken, wird sich Freudenberg in Zukunft auf die Entwicklung neuer Komponenten und auch neuer Systeme konzentrieren.

Für die Mobilität der Zukunft, bietet das Unternehmen mit dieser Lösung den Herstellern von Heavy-Duty-Anwendungen – vor allem Bussen, Bahnen, Lkw und Schiffen – komplette elektrische Energiesysteme aus einer Hand. Von kompletten Batterie- bis hin zu hocheffizienten mobilen Brennstoffzellensystemen – einschließlich aller Komponenten, Module und Subsysteme, die für deren Betrieb notwendig sind. Das Angebot wird zudem um integrierte Hybridantriebssysteme erweitert, die die Vorzüge von Batterie und Brennstoffzelle komplementär miteinander verbinden.

Freudenberg verfügt dann damit sowohl bei Batterien als auch bei Brennstoffzellen über eine aussergewöhnliche Wertschöpfungstiefe im eigenen Haus. Diese reicht vom Separator über die Zelle bis hin zum vollständigen Batteriesystem beziehungsweise von den Gas-Diffusions-Lagen über die Membran-Elektrodeneinheit (MEA) und den Stack bis zur fertigen Brennstoffzelle. Die Systeme lassen sich in unterschiedlichen Leistungsstufen wie in einem standardisierten Baukastensystem je nach Anforderungsprofil modular zusammenstellen.

Schematische Darstellung eines Brennstoffzellen-Aggregats.
Schematische Darstellung eines Brennstoffzellen-Aggregats.
(Bild: Freudenberg Sealing Technologies)

Klares Anforderungsprofil

„Die technischen Anforderungen an Leistungskraft und dauerhafte Zuverlässigkeit sind im Heavy-Duty-Geschäft besonders hoch. Dies kommt unserer Technologie- und Innovationskompetenz entgegen“, sagt Claus Möhlenkamp, CEO von Freudenberg Sealing Technologies. „Wir sehen die Brennstoffzelle in Kombination mit Batterien als festen Bestandteil der Mobilität der Zukunft. Mit Flixbus haben wir einen Partner für diese Null-Emission-Anwendung gefunden und freuen uns auf die Zusammenarbeit in diesem wegweisenden Projekt.“

Flixbus hat das Anforderungsprofil für seine Fahrzeuge klar umschrieben. Leistungsmerkmale wie die Beschleunigung sollen denen heutiger, mit Diesel betriebener Fernbusse mit Euro VI-Norm entsprechen. Ohne nachzutanken sollen die Brennstoffzellen-Fahrzeuge mindestens 500 Kilometer am Stück zurücklegen. Das Auftanken selbst soll ähnlich wie heute höchstens 20 Minuten dauern, nur dass Wasserstoff statt Diesel in den Tank fließt.

Das Hybridsystem, welches Batterie- und Brennstoffzellen intelligent kombiniert, ist neben dem Bus-Fernverkehr ebenfalls direkt für schwere Nutzfahrzeuge wie LKW einsetzbar. Zunächst soll in der Validierungsphase eine repräsentative Busflotte von 30 Fahrzeugen mit dem System ausgerüstet werden. Zudem streben die beiden Unternehmen eine öffentliche Förderung im Rahmen des „Nationalen Innovationsprogramm Wasserstoff- und Brennstoffzellentechnologie“ (NIP) an. Dadurch soll sichergestellt werden, dass diese Technologie schnell Marktreife erlangt.

Was gemeinsam mit Flixbus auf den Straßen ins Rollen kommt, könnte auf den Autobahnen und Fernstraßen anderer Kontinente seine Fortsetzung finden – und nach dem Willen der Projektpartner auch im Schienenverkehr oder auf den Ozeanen stattfinden. Für mehr Informationen und zu spezifischen Plänen verwies das Unternehmen auf Mitte Oktober.

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