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Sicherheitstechnik Brandmelde- und Löschtechnik für Sylwin alpha

| Autor / Redakteur: Nico Strüfing* / Jan Vollmuth

Die auf Offshore-Konverterplattformen eingesetzte Technik muss höchste Betriebssicherheit unter maritimen Bedingungen gewährleisten. Entsprechend leistungsfähige Brandmelde- und Löschsysteme spielen dabei eine zentrale Rolle. Dies zeigt auch zum Beispiel SylWin alpha, eine der bisher größten von Siemens errichteten Offshore-Konverterplattformen.

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Die Konverterplattform SylWin alpha sorgt auf hoher See 70 km von Sylt dafür, dass der Strom aus Windkraftanlagen weitgehend verlustfrei an Land ankommt.
Die Konverterplattform SylWin alpha sorgt auf hoher See 70 km von Sylt dafür, dass der Strom aus Windkraftanlagen weitgehend verlustfrei an Land ankommt.
(Quelle: Siemens AG)

Vier riesige Windparkcluster entstehen derzeit vor der deutschen Nordseeküste: Borwin (vor Borkum), Dolwin (nahe des Dollart), Helwin (vor Helgoland) und Sylwin (bei Sylt). Alle haben etwas gemeinsam: Anders als etwa in Dänemark oder Großbritannien liegen die deutschen Offshore-Windparks bis zu 100 km Luftlinie vom Festland entfernt. Damit stellt sich die Frage der effizienten Energieübertragung von den Windkraftanlagen zu den Verbrauchern in besonderem Maße.

Die Lösung dafür hat ihre Ursprünge in der Fernübertragungstechnik von Energie wie sie bei großen Kraftwerken eingesetzt wird, hierfür kommt die sogenannte Hochspannungsgleichstromübertragung (HGÜ) zum Einsatz. Das bedeutet hier: der von den Windkraftanlagen erzeugte Dreiphasenwechselstrom wird zum Transport durch die Seekabel in Gleichstrom und an Land wieder in Wechselstrom gewandelt. Dieser kann dann in das Verbundnetz eingespeist werden. Dem Aufwand der doppelten Umwandlung stehen bei diesem Verfahren die deutlich geringeren Übertragungsverluste auf den teilweise über 200 km langen Kabelverbindungen auf See und an Land entgegen. Denn bei Gleichstrom spielt der Kapazitätsbelag des Kabels eine geringe Rolle. Das Verfahren lohnt sich deshalb vor allem bei großen Entfernungen ab circa 80 km Kabellänge.

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Konverterplattformen bündeln die Leistung

Die Umwandlung auf See erfolgt auf Offshore-Konverterplattformen. Aktuell werden neun solcher Offshore-Konverterplattformen in der Nordsee für den deutsch-niederländischen Netzbetreiber TenneT umgesetzt, fünf davon durch Siemens. Die Konverteranlagen bündeln dabei die Leistung von über 200 Windkraftanlagen und agieren wie ein Kraftwerk auf hoher See. Schon die extremen Umgebungsbedingungen in feuchter und salzhaltiger Luft verlangen nach besonderen Lösungen. So wird beispielsweise die Seeluft durch eine komplexe Steuerung von Klima- und Lüftung von der sensiblen Technik ferngehalten.

Aber auch in Hinblick auf die Verfügbarkeit und Betriebssicherheit stellen Offshore-Konverterplattformen hohe und keineswegs alltägliche Anforderungen: Unbemannt arbeiten sie weitab des Festlandes rund um die Uhr. Das heißt, alle Systeme müssen redundant und wartungsarm sein und sich aus der Ferne bedienen lassen. Gleichzeitig sind Gefahren und Betriebsunterbrechungen zuverlässig auszuschließen. Die Brandprophylaxe hat dabei naturgemäß einen hohen Stellenwert.

Siemens unterstützt als Generalunternehmer in fünf Projekten den Übertragungsnetzbereiber TenneT und liefert neben der HGÜ-Technik auch gebäude- und sicherheitstechnische Lösungen.

Größte von Siemens errichtete Offshore-Konverterplattform

Eine der bisher größten von Siemens errichteten Offshore-Konverterplattformen entstand im Windparkfeld Sylwin. Rund 900.000 deutsche Haushalte wird die Plattform Sylwin alpha mit umweltfreundlichem Strom versorgen. Dafür wurden seit Mai 2012 rund 160 km Kabel unter Wasser und 45 km Kabel unter der Erde verlegt.

Die mit Kränen und Aufbauten 67 m hohe, 56 m breite und 83 m lange Offshore-Konverterplattform wurde in der Werft Rostock-Warnemünde von Nordic Yards gefertigt. Mit Hilfe von Schleppern gelangte sie dann in wenigen Tagen an ihren endgültigen Einsatzort rund 70 km westlich von Sylt. Etwa 70 m tief im Meeresboden verankert, steht die Plattform dann 23 m über dem Wasserspiegel. Die landseitige Konverterstation befindet sich in Büttel an der Elbe-Mündung.

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