Automatisierung

Besser analysieren als visualisieren

| Autor: Ute Drescher

Die Plattform Machine Advisor von Schneider Electric umfasst die Funktionen Track, Monitor und Fix, erklärt Head of Offer Marketing Silvia Tobajas Cuevas.
Die Plattform Machine Advisor von Schneider Electric umfasst die Funktionen Track, Monitor und Fix, erklärt Head of Offer Marketing Silvia Tobajas Cuevas. (Bild: Schneider Electric)

Mit dem Machine Advisor bietet Schneider Electric eine Plattform, um Daten von Maschinen in der Cloud zu erfassen und zu analysieren. Was das für die Effizienz der Produktion bedeutet, erklärt Head of Offer Marketing Silvia Tobajas Cuevas im Gespräch mit konstruktionspraxis.

Was kann der Machine Advisor von Schneider Electric?

Silvia Tobajas Cuevas: Die Plattform umfasst die Funktionen Track, Monitor und Fix. Über Track hat der Machinenbauer eine komplette Übersicht über seine Maschinenflotte weltweit und Zugriff auf alle relevanten Maschinendaten wie Architekturen, Maschinen- oder Bauteildokumentation.

Welche Voraussetzungen müssen dafür erfüllt sein?

Silvia Tobajas Cuevas: Eigentlich benötigen Anwender nur die Green Box (s. Kasten, Anm. d. Red.) von Schneider Electric. Damit werden die Komponenten der Feldebene – entweder die Connected Products von Schneider Electric aber auch andere – verbunden. Die Komponenten senden ihre Daten über die Greenbox in die Cloud. Möglich ist es auch, die Daten an die SPS weiterzugeben, die wiederum mit der Greenbox verbunden ist. Auch die SPS muss kein Schneider-Electric-Produkt sein, wir setzen auf eine offene Architektur.

Wenn nun die Maschinen alle miteinander verbunden sind, greift dann die Funktion Monitor?

Silvia Tobajas Cuevas: Genau. Nun kann der Anwender den Zustand seiner Maschinen sehen. Darüber hinaus gibt Monitor auch Aufschluss über die Performance der Maschine. Der OEM kann verschiedene Dashboards konfigurieren, die ihm genau die Informationen liefern, die ihn interessieren, um die Performance zu evaluieren und in einem nächsten Schritt zu optimieren.

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Die Dashboards zeigen dann alle Daten an?

Silvia Tobajas Cuevas: Wichtig ist, dass hier nur ausgewählte Daten angezeigt werden. Der Kunde kann genau die Daten selektieren, die er benötigt. Hier kann Schneider Electric beratend zur Seite stehen, um die Dashboards gemeinsam mit dem Anwender zu konfigurieren.

Diese Beratungsleistung darf nicht unterschätzt werden. Um ein Beispiel aus dem Alltag zu nennen: Man kauft sich eine Smart Watch und möchte zunächst alle Daten sehen. Um ein Ziel zu erreichen, sind aber möglicherweise gar nicht alle Informationen nötig. Im Maschinenbau sind die Herausforderungen sehr vielfältig, sie reichen von Produktivitätssteigerung oder Kostensenkung bis hin zu Änderungen des Geschäftsmodells. Ein Beispiel: das Abfüllen von Flaschen: Irgendwann sieht der Maschinenbauer, dass die Flaschen nicht vollständig abgefüllt werden. Die Frage ist nun, welche Informationen überhaupt nötig sind, um diesen Fehler im voraus zu detektieren. Im Rahmen unserer Beratung können wir gemeinsam mit dem OEM erarbeiten, welche Daten wichtig sind.

Außerdem müssen nicht alle Daten in die Cloud gesendet werden, die Green Box ermöglicht eine individuelle Konfiguration.

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So ermöglicht Monitor also die prädiktive Wartung. Einen Schritt weiter geht die präventive Wartung. Was genau ist darunter zu verstehen?

Silvia Tobajas Cuevas: Bei der präventiven Wartung handelt es sich um eine Routine; in diesem Fall ist von vorneherein bekannt, dass zu bestimmten Zeitpunkten bestimmte Teile der Maschine gewartet werden müssen. Dieser Fall lässt sich von vorneherein programmieren und als Aufgabe jemandem zuweisen. Machine Advisor weiß, wann die Aufgabe erfüllt ist und dokumentiert das darüber hinaus. Um präventiv warten zu können, ist eine Analyse der Daten notwendig. Diese Funktion wird folgen.

Könnte man sich eine solche Analysefähigkeit als selbstlernenden Algorithmus vorstellen?

Silvia Tobajas Cuevas: Ja, dahin wird der Weg führen. Solche Algorithmen werden zunehmend zur Verfügung stehen.

Wie lange wird es noch dauern, bis diese Analysefähigkeiten am Markt sind?

Silvia Tobajas Cuevas: Bei Schneider Electric arbeiten wir intensiv an Lösungen, die wir in den nächsten Monaten vorstellen werden. Um ein Beispiel zu nennen: In unseren Laboren laufen Antriebe im Dauerbetrieb. Die Daten, die dabei entstehen, sichten und analysieren wir. Außerdem stellen wir damit Simulationen an, die uns wiederum Aufschluss über Veränderungen während des Betriebs geben. Als Grundlage benötigen wir natürlich eine Unmenge von Daten, die wir nur aus dem Dauerbetrieb gewinnen.

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Welche Möglichkeiten eröffnet Machine Advisor dem Maschinenbauer?

Silvia Tobajas Cuevas: Machine Advisor als cloudbasierte Plattform erlaubt es dem Maschinenbauer die Effizienz der Maschine zu steigern. Sobald er im Besitz der Daten ist, kann er seinen Kunden viel besser beraten sowie einen deutlich besseren Service anbieten, weil er im voraus schon weiß, wie sich die Maschine verhält. Möglich werden auch neue Geschäftsmodelle, zum Beispiel die Maschine gar nicht mehr zu verkaufen, sondern zu vermieten. Oder den Preis für die Maschine an der Betriebsdauer zu bemessen. Das sind nur einige Beispiele, sicher werden sich am Markt noch ganz andere Modelle entwickeln.

Vielen Dank Frau Tobajas Cuevas.

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