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Röhm Spannzeuge

Bearbeitungszeiten senken durch die richtigen Spannzeuge

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Kombination aus Standardelementen und Sonderlösungen

Für die Aufspannung der Rohteile entwickelten die Konstrukteure von Röhm zwei Spannvorrichtungen, die auf einem Aufspann-Winkelmodul, das die RUD-Leute gefertigt hatten, angebracht werden. „Hierzu konnten wir als Grundelement zunächst preisgünstige Standardelemente anbringen, auf die dann die Sonderanfertigungen der formschlüssigen Spannbacken aufsetzen“, erklärt Norbert Schrenk, Fachberater bei Röhm. Zwei Rohteile werden damit quasi auf der Seite liegend formschlüssig aufgenommen und mit einem mechanischen Kraftverstärker mit bis zu 60 kN Spannkraft sicher für die Komplettbearbeitung gespannt.

„Die Seitenlage hat sich als ideale Lösung für die komplizierten Fräs- und Bohroperationen ergeben,“ bekräftigt Werner Eggenmüller, Konstrukteur bei Röhm.

Tausende dieser Verkürzungsklauen fertigt RUD pro Jahr in mehreren kleineren Losgrößen zu verschiedenen Zeiten je nach Auftrags- und Lagerbestand. Zum Einsatz kommt dabei ein 2007 generalüberholtes Bearbeitungszentrum von Maho mit Werkzeugaufnahme SK 50, Infrarot Messtaster, automatischem Schwenkkopf und NC Rundtisch. 36 Werkzeugplätze und vier Getriebestufen sorgen für die bei den Teilen notwendigen flexiblen Einsatzmöglichkeiten. Die zu fräsenden Aufnahmetaschen bilden die Form der Kettenglieder ab, die dann später kettenschonend darin eingehängt werden. So tragen die Aufnahmetaschen die gesamte Last des angehängten Gutes.

Durch die Verkürzungsklaue darf die Tragfähigkeit der Kette nicht reduziert, geschweige denn die Sicherheit eingeschränkt werden. In zwei Fräsoperationen mit speziellen Fräswerkzeugen entstehen die Taschen in der Endkontur. Zunächst wird mit einem Wendeplattenscheibenfäser mit acht Schneiden die Tasche vorgefräst, bevor ein Sonder-Radiusschaftfräser mit vier Schneiden die endgültige Form erzeugt. Ein Wendeplattengesenkfräser mit zwei Schneiden erzeugt den Schlitz zwischen den Taschen.

Bohrungen und Bolzen sorgen für Verwechslungssicherheit

In insgesamt acht weiteren Schritten werden die Bohrungen für einen Bolzen, den Sicherungsstift (Spannhülse) und einen federnd gelagerten Sicherungsbolzen erzeugt. Der Sicherungsbolzen verhindert später ein selbsttätiges Lösen der eingehängten Kette sowohl in belastetem als auch in unbelastetem Zustand. Hierzu werden Anspiegelungen geschruppt, Flachsenkungen gebohrt und die Bohrungen auf Durchmesser gebohrt.

Die Bohrungen müssen hochpräzise und maßgenau gefertigt werden, denn sie haben eine weitere Sicherheitsfunktion. Sie leisten einen wichtigen Beitrag zur verwechslungssicheren Kombination von Ketten und Verkürzungsklauen in der Anwendung. Indem nur immer die genau richtigen Bolzen in die Bohrungen passen, kann immer auch nur zwingend die passende Klaue zur entsprechenden Kette eingesetzt werden.

Nach jedem Bearbeitungsschritt schwenkt der NC-Rundtisch um 180° und das zweite vorgespannte Rohteil kann bearbeitet werden. Die reine Bearbeitungszeit eines Werkstückes hat sich von 54 auf 36 Minuten und damit um 33 % reduziert. „Da wir jetzt aber alle Bearbeitungsschritte auf einer Maschine durchführen und mit Hilfe der Spannvorrichtung von Röhm zwei Rüstvorgänge einsparen, ist die Effizienzsteigerung natürlich wesentlich höher“, versichert Kinzler. (Ein Fazit lesen Sie nach dem Umblättern)

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