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Geräuschentwicklung
Beide Technologien, sowohl Rollen als auch Gleiten, sind relativ geräuscharm und vor allem abhängig von den Anschlusskonstruktionen, die wie Resonanzkörper wirken können. Die bei Kugelführungen mit der Geschwindigkeit langsam ansteigenden db-Werte kennt das Kunststoffgleitlager in dieser Form aber nicht. Außerdem gehören zu den Materialeigenschaften von Kunststofflösungen dämpfende und entkoppelnde Eigenschaften.
Die Einführung der Kugelkette – dabei fungieren Kunststoffelemente als Abstandshalter zwischen den einzelnen Kugeln – hat zwar die Geräusche der abrollenden Kugeln gedämpft, an den leisen Lauf der Kunststoffgleitführung kommen Sie aber nicht heran. Geräuscharmut ist besonders für Anwendungen im Medizinbereich, Laborgerätebau, Möbelbau, Automobil oder Freizeitbereich ausschlaggebend.
Kosten
Die Kosten einer Linearführung sind relativ und abhängig vom Hersteller. Ein Marktvergleich zeigt aber, dass Kunststofflinearführungen deutlich unter dem Niveau von Wälzführungen liegen. Die Erklärung liegt in den eingesetzten Fertigungsverfahren. Spritzgegossene Gleitelemente in Zinkdruckgussgehäusen oder komplett gespritzte Kunststoff-Lagerungen sind kosteneffektiv. Stranggepresste beschichtete Aluminiumschienen sind in der Herstellung günstiger als mehrfach gepresste, geschliffene und abschließend gehärtete Profilschienen aus Stahl oder Edelstahl (durch den Punktkontakt beim Wälzlager können ausschließlich gehärtete Stähle als Führung zum Einsatz kommen).
Fazit
Sowohl rollende als auch gleitende Linearsysteme sind aus Automatisierung und Maschinenbau nicht wegzudenken. Produkte beider Bereiche haben Ihre spezifischen Anwendungen, in denen sie oft nicht 1 zu 1 tauschbar sind. Aber die Hersteller arbeiten mit Hochdruck an neuen Lösungen, die die Einsatzmöglichkeiten ihrer Linearsysteme erweitern.
Als Spezialist für kunststoffbasierte Linearlager der „drylin“-Familie investiert auch die igus GmbH Köln mit der eigenen Materialforschung, zahllosen Tests im eigenen Labor und etwa 100 neuen Produkten jährlich in innovative Lösungen, die die bisherigen Leistungsgrenzen der Kunststoffe verschieben. Vor allem die Weiterentwicklung der tribologisch optimierten Polymere bietet dafür reichlich Potenzial.
Mehr Präzision, eine Senkung der Reibwerte und die anwendungsspezifische Verbesserung der Materialeigenschaften sind nur einige der Ziele, die die Kölner Kunststoffspezialisten anstreben. Der Vergleich mit dem Automobil zeigt, dass man das Potenzial einer Technologie nie unterschätzen muss.
Auch wenn nach wie vor die meisten Autorennen von Fahrzeugen mit Benzinmotoren gewonnen werden, haben Dieselfahrzeuge ihre Leistungsfähigkeit spätestens durch Ihre Siege im Jahr 2006 bei Rennen wie den 24 Stunden von Le Mans unter Beweis gestellt. (hö)
* Dipl.-Wirt.-Ing. Stefan Niermann, Produktmanager DryLin, igus
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