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Anwendungsbezogene Edelstahlentwicklung für Granulieranlagen

| Redakteur: Dorothee Quitter

Die Deutschen Edelstahlwerke haben mit Nikrodur eine exklusive Werkstofflösung für die Lochplatte von Unterwassergranulieranlagen entwickelt.

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Die Lochplatte ist das Herz von Granulieranlagen. Sie trennt den weichen Kunststoffstrom in einzelne Stränge auf – die Messer schneiden diese dann zu Granulaten.
Die Lochplatte ist das Herz von Granulieranlagen. Sie trennt den weichen Kunststoffstrom in einzelne Stränge auf – die Messer schneiden diese dann zu Granulaten.
(Bild: Ulrich Behrend/Coperion)

Der Spritzguss ist eines der gängigsten Verfahren zur Herstellung von Kunststoffprodukten. Die Branche boomt weltweit, entsprechend hoch ist der Absatz des Rohstoffs. Bis zu 100 t thermoplastisches Kunststoffgranulat werden pro Stunde in großen Unterwassergranulieranlagen produziert, deren Herzstück die Lochplatte ist. Sie enthält zahlreiche Bohrungen, durch die die Kunststoffschmelze hindurchgedrückt wird, um dann von auf der Platte rotierenden Messern auf die gewünschte Länge geschnitten zu werden. Gemeinsam mit ihren Kunden Coperion und Gala Industries haben die Deutschen Edelstahlwerke (DEW), ein Unternehmen der Schmolz + Bickenbach Gruppe, einen Werkstoff für die Lochplatten entwickelt, mit dem sich die Standzeiten der Anlagen mehr als verdoppeln lassen: den neuen Nikrodur. Eine Erfolgsgeschichte, durch die der Hersteller von Spezialstahl eine seiner Kernkompetenzen erneut unter Beweis stellt: „Als technischer Partner gemeinsam mit den Kunden eine Produktidee bis zur Serienreife bringen – das ist unsere Stärke. Sie ist die Basis für die Innovationskraft unseres Unternehmens und unser Beitrag zum Erfolg unserer Kunden“, fasst Dr. Horst Hill, Spezialist für Entwicklung, technische Kundenbetreuung und Qualitätswesen im Bereich Sonderwerkstoffe, zusammen.

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Standzeiten um 50 Prozent erhöhen

Bereits im Jahr 2008 begann die gemeinsame Entwicklungsarbeit an einem Werkstoff, der von Anfang an kundenspezifisch für die Anwendung Unterwassergranulierung konzipiert und optimiert wurde. „Gemeinsam mit unseren Kunden Coperion und Gala Industries haben wir ein ganz konkretes Anforderungsprofil für den Werkstoff erstellt, beispielsweise hinsichtlich der optimalen Verschleiß- und Korrosionseigenschaften sowie der Wärmeleitfähigkeit des Materials. Ziel war es, die Standzeiten der Anlagen um ca. 50 % zu erhöhen“, so Dr. Horst Hill. Seit über 30 Jahren arbeiten die DEW eng mit der Coperion GmbH zusammen, einem weltweit führenden Technologieunternehmen in den Bereichen Compoundier- und Dosiersysteme, Schüttgutanlagen und Services. „Wir verwenden als Verschleißschutz für die Lochscheiben sowohl Hartmetalle als auch den bewährten Sonderwerkstoff Ferro-Titanit der DEW. 2008 waren wir auf der Suche nach einem neuen Werkstoff, der die Vorteile von Hartmetallen und Ferro-Titanit vereint und es uns so ermöglicht, neue Maßstäbe im Bereich Unterwassergranulieranlagen zu setzen. Mit den Deutschen Edelstahlwerken hatten wir schnell einen passenden Entwicklungspartner gefunden“, berichtet Jürgen Bartl, Product Manager Downstream Equipment bei Coperion, von den Anfängen des gemeinsamen Projekts.

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