Druckguss
Wie ein Unterfranke die Automobilfertigung revolutioniert

Von Juliana Pfeiffer 4 min Lesedauer

Anbieter zum Thema

Der Ingenieur Richard Oberle hat den Aluminium-Druckguss revolutioniert: Mit der Giga-Press hat er die größte Aluminium-Druckguss-Maschine der Welt erfunden. Nun ist er zusammen mit seinem Kollegen Fiorenzo Dioni für den Europäischen Erfinderpreis nominiert.

Fiorenzo Dione (links) und Richard Oberle sind mit ihrer Entwicklung der Giga Press und dem 5S-Einspritzsystem für den diesjährigen Europäischen Erfinderpreis, in der Kategorie „Industrie“, nominiert.(Bild:  Europäisches Patentamt)
Fiorenzo Dione (links) und Richard Oberle sind mit ihrer Entwicklung der Giga Press und dem 5S-Einspritzsystem für den diesjährigen Europäischen Erfinderpreis, in der Kategorie „Industrie“, nominiert.
(Bild: Europäisches Patentamt)

Wenn es um das Giga-Casting geht, denkt man an Tesla mit seinem Model Y. Statt wie bisher aus mehreren Einzelteilen, wurde der Heckrahmen im Aluminiumdruckguss als nur ein einzelnes, massives Teil gegossen. „Im Giga-Casting sehen wir eine große Zukunft, denn man kann damit wirklich Teile zusammenfügen, die eine einzigartige Verbindung haben, ohne Schrauben oder Nieten oder Schweißen. Es ist alles aus einem Stück“, sagt Richard Oberle, Ingenieur beim italienischen Druckgiessmaschinen-Hersteller Idra.

Entwicklungsreise begann bereits 1974

Für den 85-jährigen Unterfranken ist die Entwicklung des Giga-Castings ein Lebenswerk – zusammen mit seinem Idra-Kollegen Fiorenzo Dione, technischer Leiter, hat Oberle die Giga-Presse entwickelt. Diese Druckgussmaschine arbeitet mit besonders hohen Drücken und hat das Potenzial, die Automobilindustrie zu revolutionieren. Mit dieser Entwicklung sind die beiden Männer nun für den diesjährigen Europäischen Erfinderpreis, in der Kategorie „Industrie“, nominiert. Sie befinden sich in der Runde der letzten drei, von insgesamt 550 Nominierten aus 75 Ländern. Der Preis wird am 9. Juli 2024 in Malta verliehen.