Fügetechnik

Alternative Verbindungstechnik mit hoher elektrischer Leitfähigkeit

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Clinchen statt Löten und Schweißen

Die enormen Chancen der „alternativen“ Verbindungstechnik für elektrische Baugruppen erkannt und somit „alles richtig gemacht“ hat ein Automotive-Zulieferer für elektrische Ausrüstungen. Als es um die Produktions- und Montagetechnik für einen neuen, in großen Stückzahlen zu produzierenden Lastverteiler ging, setzten sich die Entwickler und Produktionsingenieure mit einem Lieferanten für Sondermaschinen zusammen, und diese wiederum nahmen mit den Anwendungsingenieuren von Tox Pressotechnik Kontakt auf. Gemeinsam wurde ein hochautomatisiertes Montagesystem für Stromschienen in den Lastverteilern konzipiert. Kern der Prozesslösungen zum Verbinden „mit hoher elektrischer Leitfähigkeit“ ist das Rund-Punkt-Blechverbindungsverfahren, das in den beiden Verfahrensvarianten Twinpoint und Einzelpunkt zur Ausführung kommt. Sowohl das Twinpoint-Werkzeug als auch die beiden Einzelpunkt-Werkzeuge sind in sogenannten Roboterzangen aufgenommen, die inklusive der Presskraft-Antriebstechnik ebenfalls aus dem Hause Tox stammen. Die drei Roboterzangen haben 55 kN Presskraft, eine Ausladung von 150 mm und einen Werkzeugöffnungsweg von 95 mm. Die eingebauten Rund-Punkt-Werkzeugsätze bestehen jeweils aus Stempel und Matrize. Als Antriebseinheit hat man für alle drei Zangen stempelseitig die elektromechanischen Servo-Antriebe ElectricDrive EPMR gewählt. Der stempelseitige Abstreifer ist mit einem ToolCheck-System ausgerüstet. Damit wird der Zustand der Clinch-Matrize überwacht und sichergestellt, dass immer mit einer intakten Matrize gefügt wird. Matrizenseitig ist lediglich ein Abstreifer eingebaut.

Clinch-Komplettlösungen aus einer Hand

Das Verwenden einheitlicher C-förmiger Roboterzangen und elektromechanischer Antriebe erlaubt die universell-flexible Nutzung der Stationen zum Verbinden unterschiedlicher Stromschienen für mehrere Lastverteiler-Ausführungen. So ist beispielsweise die Roboterzange zum Verbinden von MFB-E-Stromschienen mit Midi-Fuse mit einem universell anwendbaren Twinpoint-Werkzeugsatz ausgerüstet. Dieser verbindet Stromschienen aus 1,5 mm dickem Material mit solchem aus wahlweise 0,6 mm oder 0,4 mm dünnem Werkstoff elektrisch leitfähig und prozesssicher. Ähnlich verhält es sich bei der Roboterzange zum Einzelpunkt-Verbinden von MFB-E-Stromschienen mit Megafuse- und B+-Stromschienen. Mit demselben Werkzeug werden die Materialkombinationen 2,5 mm in 1,5 mm oder 2,0 mm in 1,5 mm gefügt. Die dritte Pressstation schließlich ist mit einem Einzelpunkt-Werkzeugsystem zum Verbinden von MFB-E-Stromschienen der Materialkombination 2,0 mm in 1,0 mm ausgelegt. Alle drei Clinch-Werkzeugsysteme werden über eine zentrale Sprüheinrichtung mit Öl besprüht, um die Füge- und Abstreifkräfte zu reduzieren. Für noch mehr Flexibilität der Gesamtanlage zum Verbinden von Stromschienen für Lastverteiler gibt es außerdem eine weitere Roboterzange mit einem Einzelpunkt-Werkzeug sowie eine Maschinenzange mit einem Rund-Punkt-Werkzeug. Zum weiteren Lieferumfang von Herstellers gehörten zudem die Schaltschrankanlage mit den Versorgungs-/Controller-Einheiten, die zugehörigen Verbindungskabel, und schließlich die Einpressüberwachung CEP 400 als einkanalige Prozessüberwachung für die Qualität der Rund-Punkt-Verbindungen. (bm)

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