Antriebe Abkoppelbares Pkw-Allradsystem mit radindividueller Momentverteilung für verbesserte Traktion

Redakteur: Jan Vollmuth

Das neue Allradsystem von ZF kann im Vergleich zu herkömmlichen Antrieben den Verbrauch um circa fünf Prozent reduzieren, gleichzeitig steigen durch radindividuelle Momentverteilung die Fahrdynamik und -sicherheit.

Anbieter zum Thema

Allradfahrzeuge mit Front-Quer-Antrieb wie dem neuen 9-Gang-Automatgetriebe (9HP) von ZF eignen sich hervorragend für ein abkoppelbares Allradsystem: Im 2WD-Frontbetrieb kommt der gesamte Allradantriebsstrang zum Stillstand – vom Winkeltrieb, über die Kardanwelle bis hin zum Hinterachsgetriebe. (Bild: ZF)
Allradfahrzeuge mit Front-Quer-Antrieb wie dem neuen 9-Gang-Automatgetriebe (9HP) von ZF eignen sich hervorragend für ein abkoppelbares Allradsystem: Im 2WD-Frontbetrieb kommt der gesamte Allradantriebsstrang zum Stillstand – vom Winkeltrieb, über die Kardanwelle bis hin zum Hinterachsgetriebe. (Bild: ZF)

ZF präsentiert ein neues Allradsystem, das durch seine automatische Abkoppel-Funktion den prinzipbedingten Mehrverbrauch von Allradfahrzeugen auf ein Minimum reduzieren kann. Im Vergleich zu herkömmlichen Allradantrieben ist eine Verbrauchsminderung um circa fünf Prozent möglich. Gleichzeitig steigen durch eine radindividuelle Momentverteilung die Fahrdynamik und -sicherheit deutlich. Die Front-Quer-Architektur ermöglicht zudem eine Kombination mit dem neuen 9-Gang-Automatgetriebe von ZF.

Um Allradautos mit Front-Quer-Antrieb erfolgreich am Markt positionieren zu können, muss ihr Mehrverbrauch im Vergleich zum Zweirad-Antrieb (2WD) auf einem Minimum gehalten werden. Aktuell weisen Fahrzeuge mit klassischem, zuschaltbarem Allradantrieb (AWD) gegenüber Fahrzeugen mit permanentem Allradantrieb kaum Verbrauchsvorteile auf: Auch wenn die zweite Achse nicht angetrieben wird, ist der Antriebsstrang aktiv, wodurch Plansch- und Reibungsverluste auftreten.

ZF stellt nun ein System für den Front-Quer-Einbau vor, das den bauartbedingten Mehrverbrauch von Allradantrieben wortwörtlich abschaltet. Man nutzt dabei die Tatsache, dass beim Großteil alltäglicher Fahrsituationen kein Allradantrieb notwendig ist: So stellt es bei einer konstanten Geradeausfahrt weder für die Fahrdynamik noch für das Handling einen Vorteil dar, wenn alle vier Räder angetrieben werden. Sobald sich aber Untergrund oder Fahrweise ändern, können zwei angetriebene Achsen ihre Vorteile klar ausspielen.

Für Allrad-Performance bei gleichzeitig niedrigem Verbrauch bedarf es also einer für den Fahrer unmerklichen und möglichst verlustfreien Zu- und Abschaltung des Allradantriebs innerhalb von wenigen hundert Millisekunden. Nur so steht dem Fahrer die Allradfunktionalität zum richtigen Zeitpunkt in vollem Umfang und sehr effizient zur Verfügung.

Verbrauchseinsparungen durch konsequente Abkoppelung

Allradfahrzeuge mit Front-Quer-Antrieb wie dem neuen 9-Gang-Automatgetriebe (9HP) von ZF eignen sich hervorragend für ein solches abkoppelbares Allradsystem: Im 2WD-Frontbetrieb kommt der gesamte Allradantriebsstrang zum Stillstand – vom Winkeltrieb, über die Kardanwelle bis hin zum Hinterachsgetriebe.

Die automatische Abkopplung findet vorn direkt nach dem Hauptgetriebe und am hinteren Achsgetriebe über je eine Kupplung für das linke und das rechte Rad statt. So treten an den Allrad-Komponenten keine verbrauchssteigernden Schleppverluste auf.

Spritsparend wirkt sich auch die gewichtsoptimierte Bauweise des Allradsystems aus: Insgesamt ergeben sich bis zu fünf Prozent Einsparpotenzial. So profitiert nicht nur der Endkunde vom niedrigen Kraftstoffverbrauch, das effiziente Allradsystem hilft gleichzeitig den Herstellern beim Einhalten der strengen EUGesetze zum CO2-Ausstoß.

(ID:28460660)