Fakuma 2023 Zwölf Neuheiten zur Fakuma 2023

Von Juliana Pfeiffer 10 min Lesedauer

Anbieter zum Thema

Die internationale Fachmesse für Kunststoffverarbeitung, die Fakuma, öffnet am 17. Oktober 2023 zum 28. Mal ihre Tore in der Messe Friedrichshafen. konstruktionspraxis hat schon einmal die Messehighlights zusammengestellt.

Der Tepex-Prüfkörper weist trotz Partikelbeschuss bei bis zu 1400°C am Ende des svt-Tests keinen Durchbrand auf.(Bild:  Envalior)
Der Tepex-Prüfkörper weist trotz Partikelbeschuss bei bis zu 1400°C am Ende des svt-Tests keinen Durchbrand auf.
(Bild: Envalior)

(Bild:  FKuR)
(Bild: FKuR)

„Kohlenstoff im Kreislauf führen“ unter diesem Motto präsentiert FKuR sein breites Portfolio an nachhaltigen Kunststofflösungen, darunter biobasierte Biokunststoffe, ein umfassendes Rezyklat-Portfolio sowie kundenindividuelle Rezyklat-Compounds für Spritzguss und Extrusion. Der Spielzeughersteller Tic Toys hat für sein Binabo Konstruktionsspielzeug den weichen, biegsamen Green PE Compound verwendet. Der Kunststoff punktet mit einer verbesserten Mechanik und Recyclingfähigkeit. Weiteres Highlight am Messestand sind die naturfarbenen und weißen Rezyklat-Compounds der Marke Terralene rPP. Die auf Polypropylen (PP) basierenden Hybrid-Compounds kombinieren die ökologischen Vorteile des Einsatzes von Rezyklaten und biobasierten Rohstoffen mit 100%iger Recyclingfähigkeit. Je nach Produkttyp reichen die Rezyklatanteile aus Post-Consumer-Abfallströmen dabei von 30 % bis 60 %. Der biobasierte Anteil kann bis zu 33 % erreichen. Die Drop-in-Produktreihe Terralene rPP kann aufgrund ihrer guten Fließfähigkeit und der natürlich bzw. weißen Farbe der Granulate vielfältig eingesetzt werden. Anwendungen sind aktuell jedoch noch auf den Non-Food-Bereich beschränkt.

Fakuma 2023: Halle B4, Stand B4-4405

Thermoplastisches Composite extrem beständig bei Brand von Batteriezellen

(Bild:  Envalior)
(Bild: Envalior)

Envalior bietet einen neuen Verbundwerkstoff der Marke Tepex an, der die marktüblichen thermal runaway-Tests für Batteriegehäuse von Elektrofahrzeugen bei sehr dünnen Prüfkörperdicken besteht. Das Composites ist aufgrund seiner nicht brennbaren Lang- und Endlosfasern, mit denen das Material in einem mehrschichtigen Aufbau verstärkt ist, beständig gegen die extremen Bedingungen bei einem Brand von Batteriezellen. Vor allem die Fasern sorgen laut Hersteller dafür, dass der Konstruktionswerkstoff bei einem Durchgehen von Batteriezellen den extremen Drücken, den Temperaturen von teils weit über 1.000 °C und dem abrasiven Glühpartikelbeschuss gewachsen ist. Er eigne sich daher auch für Bauteile innerhalb der Batterie – wie etwa Zellgehäuse, -halter und -trennwände. Ein weiterer Vorteil des Materials ist, dass es deutlich weniger wiegt als Stahl und auch Aluminium. Die Dichte einer rein glasfaserverstärkten Materialvariante ist um rund 70 Prozent geringer als die von Stahl. Wird die Kernschicht des Composites mit Carbonfasern verstärkt, ist der Dichteunterschied sogar noch größer. Im Vergleich zu Aluminium ist der Composite dann um deutlich mehr als ein Drittel leichter.

Fakuma 2023: Halle B4, Stand B4-4302

2K-Verfahren kombiniert LSR und Thermoplast

(Bild:  Arburg)
(Bild: Arburg)

Arburg präsentiert auf der Fakuma 2023 neun Exponate sowie zehn weitere Maschinen auf Partnerständen. So demonstriert ein Allrounder More 2000 mit zwei elektrischen Spritzeinheiten, wie Funktionsintegration beim Mehrkomponenten-Spritzgießen Zeit und Kosten sparen kann. Das Exponat mit 2.000 kN Schließkraft in der Leistungsvariante Comfort und mit zwei elektrischen Spritzeinheiten der Größen 200 und 400 fertigt eine 2K-Multifunktionsbox aus Thermoplast (PBT mit 30 Prozent Glaskugelanteil) und selbsthaftendem Flüssigsilikon (LSR, Härte 50 Shore A). Die beiden Komponenten werden direkt über ein Kalt- bzw. Heißkanalsystem angespritzt, was in einer abfallfreien Produktion resultiert. Die zugehörige LSR-Dosieranlage der Firma Reinhardt Technik ist über OPC UA und die Euromap-Schnittstelle 82.3 in die Gestica-Steuerung integriert. Von dort lassen sich zentral Einstellungen vornehmen, die Dosierparameter abrufen und der Datensatz abspeichern. Dieser passt somit immer 1:1 zum Werkzeug. Die Zykluszeit beträgt rund 60 Sekunden. Zunächst entsteht der PBT-Vorspritzling, der dann im 1+1-fach-Werkzeug der Rico Group umgesetzt wird, um abschließend die LSR-Komponente anzuspritzen. Die komplexe 3D-Kontur des Bauteils und präzise Positionierung des Vorspritzlings in die zweite Werkzeugstation stellen dabei hohe Anforderungen an Greifer und Handling. Die 164 Gramm schwere Box wird schließlich von einem linearen Robot-System Multilift V 30 entnommen und auf ein Förderband abgesetzt.

Fakuma 2023: Halle A3, Stand 3101

Robustes Gehäusematerial für Ladesystem

(Bild:  BASF SE)
(Bild: BASF SE)

Lapp, Anbieter von Kabel und Verbindungstechnologien, hat das Ladesystem Mobility Dock für E-Autos entwickelt. Hier spielt Ultramid (PA) von BASF als robustes Gehäusematerial eine tragende Rolle. Es ist hoch mechanisch belastbar und UV-beständig, beides Eigenschaften, die den Mobility Dock langlebig und auch unter Sonneneinstrahlung farbecht erhalten. Der Kunststoff ist halogenfrei flammgeschützt, und zeigt eine hohe Chemikalienbeständigkeit. Zudem ist eine kontrastreiche Beschriftung des Gehäuses durch Lasermarkierung möglich. Der Mobility Dock ist ein mobiles Ladegerät für Elektro- und Plug-in-Hybridfahrzeuge und kann an einer Standard-Haushaltssteckdose angeschlossen werden. Er ist platzsparend im Kofferraum zu verstauen und ermöglicht flexibles Laden zu Hause und unterwegs. Das Ladesystem ist benutzerfreundlich und intuitiv gestaltet und zeichnet sich durch ein kompaktes, ergonomisches Design aus. Das Ladegerät wurde bereits vielfach ausgezeichnet: Mit dem German Design Award in der Kategorie „Excellent Product Design/Automotive Parts and Accessories”, dem eMove360° Award für Elektrische & Autonome Mobilität im Bereich Connectivity & Engineering, dem German Innovation Award in „Gold“ sowie dem Sustainability Award in der Kategorie „Mobilitätskonzepte“.

Fakuma 2023: Halle B4, Stand 4303

Produziert mit recycelten Glasfasern und 100% erneuerbarer Energie

Solvay hat mit Ryton Supreme HV und Supreme HF zwei neue Produkte aus der der Ryton Polyphenylensulfide (PPS) Produktlinie in sein Portfolio aufgenommen. Die Supreme Polymere wurden speziell für Anwendungen in Elektroautos entwickelt. Als PPS für Hochspannungsanwendungen vereint Ryton Supreme HV einen Kriechstromfestigkeitsindex (CTI) von 600 V für branchenbeste elektrische Leistungsfähigkeit und einen elektrischen Temperaturindex (RTI) von >175 °C mit UL94 V0-Flammwidrigkeitseinstufng. Dieses Eigenschaftsprofil ermöglicht entscheidende Fortschritte hin zu erhöhter Sicherheit und Zuverlässigkeit in Komponenten der Leistungselektronik, wie Gehäusen und Chipträgern. Ryton Supreme HF bietet hohe mechanische Festigkeit und ausgezeichnete Fließfähigkeit für 0,3 mm dünnwandige Bauteile. Es kann einen signifikanten Beitrag zu erhöhter Miniaturisierung und Packungsdichte leisten. Zielanwendungen sind Spulenkörper für Statoren und Isolatoren, bei denen reduzierte Wanddicken zu niedrigeren Spulentemperaturen führen und ein zuverlässiges Wärmemanagement erleichtern.

Jetzt Newsletter abonnieren

Verpassen Sie nicht unsere besten Inhalte

Mit Klick auf „Newsletter abonnieren“ erkläre ich mich mit der Verarbeitung und Nutzung meiner Daten gemäß Einwilligungserklärung (bitte aufklappen für Details) einverstanden und akzeptiere die Nutzungsbedingungen. Weitere Informationen finde ich in unserer Datenschutzerklärung. Die Einwilligungserklärung bezieht sich u. a. auf die Zusendung von redaktionellen Newslettern per E-Mail und auf den Datenabgleich zu Marketingzwecken mit ausgewählten Werbepartnern (z. B. LinkedIn, Google, Meta).

Aufklappen für Details zu Ihrer Einwilligung

Fakuma 2023: Halle B4, Stand 4213

Kunststoff trifft Keramik

Krahn Ceramics stellt erstmals auf der diesjährigen Fakuma in Friedrichshafen aus und zeigt, wie sich Keramik und Kunststoff ergänzen können. Als Spezialist für keramische Lösungen auf Basis der Pulverspritzgießtechnik verfügt Krahn Ceramics über Werkstoff- und Verarbeitungs-Know-how und fertigt individuelle keramische Compounds für seine Kunden an. Technische Keramik bietet Materialeigenschaften wie Langlebigkeit, Härte, Verschleißfestigkeit, Temperatur- und Korrosionsbeständigkeit sowie elektrische Eigenschaften, wodurch sich der Werkstoff für Hochleistungsanwendungen eignet. Bereits heute spielt Keramik in der Kunststoffbranche bei Applikationen mit ästhetisch anspruchsvollen Designs eine ergänzende Rolle und kann ebenso wie Polymere als Compound im Spritzgussverfahren verarbeitet werden.

Fakuma 2023: Halle B4, Stand 4206

Nachhaltigkeit von der Idee bis zur Serie

(Bild:  Barlog)
(Bild: Barlog)

Auf der Fakuma 2023 präsentiert Barlog Plastics sein breites Material- und Dienstleistungsportfolio, das den Fokus auf nachhaltige Kunststoff-Lösungen legt. Angefangen bei neuen Materialien, über Recyclingcompounds bis hin zu ganzheitlichen Konzepten für eine nachhaltige Bauteilentwicklung unterstreicht das Unternehmen damit sein Engagement für umweltbewusste Lösungen in der Kunststoffindustrie. Die Dienstleistung Barlog Eco Consulting ist ein ganzheitlicher Ansatz, bei dem bereits bei der Konzeption von Kunststoffbauteilen angesetzt wird, um eine langlebige, reparaturfreundliche und recycelbare Bauteilkonstruktion zu gewährleisten und ökologische Faktoren bereits in den Materialauswahlprozess einzubringen. Durch den Einsatz von Computer Aided Engineering (CAE) in der Produktentwicklung wird gleichzeitig eine optimale Bauteilqualität sichergestellt und die Ressourceneffizienz gesteigert, was nicht nur ökologische, sondern auch ökonomische Vorteile bietet. Ein wichtiger Schritt hin zu nachhaltigen Kunststoffbauteilen besteht in der Herstellung von spritzgegossenen Prototypen und Kleinserien aus recycelten Kunststoffen und unter Verwendung von Ökostrom. Dies reduziere den Carbon Footprint der Bauteile von Anfang an.

Fakuma 2023: Halle A3, Stand 3209

Spezieller Bereich für Konstrukteure

(Bild:  Meusburger)
(Bild: Meusburger)

Meusburger präsentiert neben dem Sortiment für Spritzgießer, dem umfangreichen Sortiment an Einbauteilen und der Engel Spritzgießmaschine, die neueste Kampagne zum Thema Stäbe. Bei Meusburger finden sich zahlreiche universell einsetzbare Norm-, Präzisions- und Rundstäbe im Sortiment. Im Sortiment finden sich nicht nur Führungselemente, sondern auch zahlreiche Auswerfer, Schiebersysteme, Zentrierungen und vieles mehr. Dabei kann aus über 24.000 Einbauteilen ausgewählt werden. Am Stand wird neben der Engel Spritzgießmaschine, bei der live die Produktion von Brotboxen mitverfolgt werden kann, ein weiteres Highlight des Messestandes der spezielle Bereich für Konstrukteure sein. Hier werden die Funktionen und Bereiche der Meusburger Online-Welt vorgestellt. Beispielsweise erhalten die Besucher einen Überblick über die Vorteile des Kundenbereichs „Mein Konto". Außerdem besteht die Möglichkeit, einen Einblick in die Assistenten und Konfiguratoren für Formaufbauten zu erhalten, die das Zusammenstellen von zueinander passenden Platten und die Berechnung der dazugehörigen Einbauteile mit anschließendem CAD-Export ermöglichen. Zudem können alle Interessierten sich am Messestand über die Wissensmanagement-Software WIVIO des Tochterunternehmens WBI informieren.

Fakuma 2023: Halle A2, Stände 2313 und 2316

Post-Consumer-Rezyklaten in Serie

(Bild:  Pöppelmann)
(Bild: Pöppelmann)

Die ressourcenschonendere und klimaschützende Gestaltung von Kunststoffprodukten steht im Zentrum des Messeauftritts der Pöppelmann Gruppe auf der Fakuma 2023. Die Messe-Highlights aus den verschiedenen Geschäftsbereichen des Lohner Kunststoffspezialisten setzen auf die Nutzung von Rezyklaten und zeigen, wie sich auf Basis von Eco-Design und einer nachhaltigen Materialauswahl erhebliche Mengen an Treibhausgas (THG)-Emissionen in Serienproduktionen einsparen lassen. Unternehmen, die ihre Artikel nachhaltiger gestalten wollen, unterstützt Pöppelmann mithilfe der Berechnung von THG-Emissionen für konkrete Produkte. Daraus leitet der Kunststoffspezialist Möglichkeiten der Optimierung ab, z. B. die Verwendung von klimaschützenden Rezyklaten, veränderte Fertigungstechnologien und Designanpassungen, die bestenfalls geschlossene Materialkreisläufe anstreben. Welche Einspareffekte sich auf diese Weise erzielen lassen, verdeutlichen innovative Serienprodukte aus den Geschäftsbereichen. Auch für Branchen, in denen aus regulatorischen Gründen die Nutzung von Post-Consumer-Rezyklaten (PCR) – also wiederaufbereitetes Material von Produkten, die bereits in Gebrauch waren – nicht möglich ist, zeigt Pöppelmann Wege auf, mit denen sich der Carbon-Footprint von Produkten verringern lässt. So zeigt die Division Pöppelmann K-Tech zusammen mit einem namhaften Fahrzeughersteller, wie sich mit Rezyklaten anspruchsvolle technische Bauteile aus Kunststoff realisieren lassen: Den sogenannten Halter Soundgenerator gibt es inzwischen nicht nur aus Neuware, sondern auch in einer Ausführung aus einem serientauglichen PCR PP-GF30, dessen Bestandteile aus gebrauchten Kunststoffverpackungen der haushaltsnahen Wertstoffsammlungen stammen.

Fakuma 2023: Halle B5, Stand 5107

Label-Justierkopf gleicht Ungenauigkeiten aus

(Bild:  Beck Automation)
(Bild: Beck Automation)

Beck Automation stellt auf der Fakuma 2023 eine hochpräzise IML-Lösung für Medical-Anwendungen vor. Die Anwendung ist Teil eines Gemeinschaftsprojektes mit den Partnern Arburg, Intravis, Kebo und MCC Verstraete. Ein verwindungsarmer, pulverbeschichteter Stahlprofilrahmen bildet die Grundlage des Beck Medical IML. Die Anlagenkonzeption basiert auf einem modularen Aufbau, wo jeder einzelne Produktionsschritt einem Modul zugeordnet wird. Das Gesamtsystem wird praktisch im Baukastenprinzip zusammengesetzt. In diesem Prinzip lassen sich Fertigungseinheiten für das Verschrauben, Verschweissen, Bedrucken oder Verpacken hinzufügen. Der IML-Bereich beinhaltet die Label-Magazine, den Label-Transport, das Auflegen der Label auf die Einlegekerne und bei Produkten, die höchste Genauigkeit erfordern, die Label-Justierung. Im medizinischen Bereich, wo Label sehr klein sein können, werden die Label-Justierköpfe in einer Zentrierplatte angeordnet und nicht auf dem sich bewegenden Hauptarm. Dadurch lassen sich störende Vibrationen vermeiden. Das nachjustierte Label wird mittels Transfergreifer auf den Einlegekern aufgelegt und elektrostatisch aufgeladen. Das somit optimal platzierte Label wird vakuumunterstützt in die Kavität der Spritzgiessform eingebracht. Die Verstellkopf-Technologie gewährleistet, dass nicht die Schnittkanten die Position der Dekorierung oder funktioneller Elemente bestimmen.

Fakuma 2023: Halle A1, Stand 1519

Geschäumtes Bauteil mit partieller IML-Dekorierung

(Bild:  KraussMaffei)
(Bild: KraussMaffei)

KraussMaffei hat für MuCell die neue Schnecke HPS-Physical Foaming mit längerem Dreizonenbereich geschaffen, die für alle Kunststoffe (mit und ohne Faserverstärkung) universell einsetzbar ist und über eine bis zu 30 Prozent gesteigerte Plastifizierleistung verfügt. Dadurch wird es möglich, kleinere Schneckendurchmesser als bisher zu wählen, wodurch Invest und Betriebskosten für die Plastifiziereinheit deutlich sinken, oder mit gleicher Schneckengröße mehr Ausstoß zu generieren. Auch die Maschinenfunktion APCplus wurde weiterentwickelt und kommt nun erstmals bei gasbeladener Schmelze zum Einsatz. APCplus verschiebt von Schuss zu Schuss den Umschaltpunkt und das Nachdruckprofil aufgrund der ermittelten Schmelzeviskosität. Das Ergebnis sind extrem gewichtskonstante Bauteile. Auf der Fakuma zeigt KrausMaffei mit dem Ablagetisch für LKW und Nutzfahrzeuge ein Beispiel. Es bietet einige weitere technische Highlights, die zeigen, dass physikalisches Schäumen auch für Bereiche interessant ist, die man bisher vielleicht weniger im Auge hatte. Dafür arbeitete ein ganzes Team von kompetenten Projektpartnern zusammen. Es beginnt bei der Oberflächendekorierung per In Mold Labelling, für die Isosport (Eisenstadt / Österreich) eine geeignete Folie lieferte, die Blasenbildung durch den ausgasenden Stickstoff vermeidet. Für das Werkzeug spielte Wirth Werkzeugbau (Helmbrechts) sein Können aus, etwa beim Öffnungshub, mit dem man höchstmögliche Schäumgrade erzielen kann. Bei Werkzeugen für MuCell ist die präzise Kühlung besonders wichtig, um den sogenannten Post-Blow-Effekt zu vermeiden. Dabei treten – wenn die Schmelze im Bauteilinneren noch zu heiß ist – nachträglich Blasen an die Oberflächen und machen das Teil unbrauchbar. Bei der Messeanwendung sorgen spezielle Werkzeugkühlkanäle für eine gleichmäßige Kühlung an der Oberfläche – ohne Variothermie – und vermeiden sicher Hot Spots.

Fakuma 2023: Halle A7, Stand 7303

Erweitertes Plattenprogramm erhöht die Flexibilität

(Bild:  Hasco)
(Bild: Hasco)

Hasco hat sein Plattenprogramm um rund 2.000 Varianten an ungebohrten P-Platten und gebohrten K-Platten erweitert und erhöht damit die Flexibilität im Formenbau. HASCOs P- und K-Platten sind allseitig bearbeitet und für eine zeit- und kostensparende Entwicklung und Fertigung von Spritzgießwerkzeugen perfekt nach dem Baukastensystem kombinierbar. Alle Platten sind aus spannungsarmem europäischem Qualitätsstahl gefertigt. Die K-Normalien zeichnen sich neben dem modularen Aufbau und ihrer Variantenvielfalt durch die bereits gefertigten Systembohrungen aus. Diese sind entweder auf Nennmaß für den direkten Einsatz ausgelegt oder mit Aufmaß für eine nachfolgende Wärmebehandlung versehen. Neben Präzision und Qualität der Platten legt Hasco besonderen Wert auf eine höchstmögliche Verfügbarkeit und kürzeste Lieferzeiten. Mehrere tausend spannungsarm geglühte Platten sind permanent ab Lager lieferbar.

Fakuma 2023: Halle A2, Stand 2202

(ID:49750354)