Studie Zwischen Aufbruchsstimmung und Unsicherheit

Quelle: Fraunhofer IAO 2 min Lesedauer

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Im Rahmen des Projekts EcoPass3D untersucht eine neue Studie des Fraunhofer IAO die Rolle des digitalen Produktpasses (DPP) als Schlüssel für die Kreislaufwirtschaft in Baden-Württemberg. Die Ergebnisse zeigen: Unternehmen erkennen die Potenziale, stoßen jedoch auf Hürden bei Datenzugang, Sicherheit und Umsetzung.

Durch den Cradle-to-Cradle-Ansatz können Unternehmen Ressourcen effizienter nutzen, den Abbau endlicher Ressourcen minimieren und die Auswirkungen auf die Umwelt signifikant reduzieren.(Bild:  khunkornStudio - stock.adobe.com)
Durch den Cradle-to-Cradle-Ansatz können Unternehmen Ressourcen effizienter nutzen, den Abbau endlicher Ressourcen minimieren und die Auswirkungen auf die Umwelt signifikant reduzieren.
(Bild: khunkornStudio - stock.adobe.com)

Der Digitale Produktpass (DPP) gilt als zentrales Instrument für die Kreislaufwirtschaft: Er bündelt Informationen zu Herkunft, Zusammensetzung, CO₂-Fußabdruck, Energieverbrauch sowie Recycling- und Reparaturmöglichkeiten von Produkten. Damit soll er Transparenz entlang der gesamten Wertschöpfungskette schaffen und nachhaltige Geschäftsmodelle ermöglichen.

Das Fraunhofer-Institut für Arbeitswirtschaft und Organisation IAO hat im Rahmen des Projekts EcoPass3D eine Umfrage unter Unternehmen in Baden-Württemberg durchgeführt, um den Wissensstand, die Verbreitung sowie die Herausforderungen des DPP zu erfassen. Die Ergebnisse zeigen ein differenziertes Bild:

  • 76 Prozent der Unternehmen beschäftigen sich bereits mit Kreislaufwirtschaft.
  • 69 Prozent haben Kenntnis vom DPP, doch nur 26 Prozent arbeiten bereits aktiv an dessen Umsetzung.
  • 56 Prozent verfolgen bislang keine konkreten Initiativen.

Chancen und Herausforderungen

"Die Ergebnisse verdeutlichen, dass der DPP als multidimensionales Instrument verstanden werden muss. Er adressiert nicht nur regulatorische Vorgaben, sondern rückt auch nachhaltige Praktiken und technische Effizienz in den Vordergrund", sagt Jannik Munderich, Coautor und wissenschaftlicher Mitarbeiter am Fraunhofer IAO.

Unternehmen sehen Chancen zur Schaffung von Transparenz, zur Verbesserung der Kreislauffähigkeit und zur Entwicklung innovativer Geschäftsmodelle. "Die Erhebung untermauert unsere These, dass der DPP als regulatorische Steilvorlage dient, um nachhaltige Geschäftsmodelle zu entwickeln", ergänzt Andreas Werner, technischer Projektleiter von EcoPass3D. Gleichzeitig wurden Bedenken hinsichtlich Datensicherheit, Interoperabilität und des Aufwands bei der Datenerhebung genannt. Insbesondere kleinere Unternehmen sehen Risiken in möglichen Wettbewerbsnachteilen.

Trotz bestehender Herausforderungen zeigt die Mehrheit der Befragten eine positive Haltung gegenüber der Einführung des DPP – vorausgesetzt, die Sicherheit sensibler Daten und der wirtschaftliche Nutzen werden gewährleistet.

Bedeutung für Baden-Württemberg

Vor dem Hintergrund endlicher Ressourcen, wachsender regulatorischer Anforderungen und steigender gesellschaftlicher Erwartungen gewinnt die Kreislaufwirtschaft an Relevanz. Unternehmen, die den DPP frühzeitig implementieren, positionieren sich als Vorreiter einer zunehmend digitalen und ressourcenschonenden Industrie.

Die Studie wurde im Rahmen des Projekts EcoPass3D erstellt, gefördert vom Ministerium für Wirtschaft, Arbeit und Tourismus Baden-Württemberg im Innovationsförderprogramm Invest BW Green-Tech. Ziel ist die Entwicklung innovativer, nachhaltiger Geschäftsmodelle auf Basis digitaler Zwillinge.

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