Schwingungsdämpfer Zweimassenschwungrad zum 100-millionsten Mal vom Band gelaufen

Redakteur: Juliana Pfeiffer

Bei dem zur Schaeffler-Gruppe gehörenden Automobilzulieferer LuK in Bühl ist das insgesamt 100-millionste Zweimassenschwungrad (ZMS) vom Band gelaufen. Es ist damit eine der herausragenden Innovationen in 50 Jahren Unternehmensgeschichte.

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Schaeffler Zweimassenschwungrad mit Fliehkraftpendel
Schaeffler Zweimassenschwungrad mit Fliehkraftpendel
(Bild: Schaeffler)

Produziert wird der seit drei Jahrzehnten erfolgreiche Schwingungsdämpfer mittlerweile an drei Standorten: Am Hauptsitz in Bühl seit Einführung des ZMS im Jahr 1985, in Szombathely/Ungarn seit 2000 und in Taicang/China seit dem Jahr 2007. „Die Entwicklung des Zweimassenschwungrades ist eine der herausragenden Innovationen in unserer nun bald 50-jährigen Firmengeschichte und hat sich zu einem wegweisenden Produkt für die Automobilindustrie und als eine Schlüsseltechnologie für die heute mehr denn je geforderte nachhaltige Mobilität entwickelt“, so Matthias Zink, Vorsitzender der Geschäftsleitung Unternehmensbereich Getriebesysteme, bei den Feierlichkeiten anlässlich des Produktionsjubiläums. Dr. Wolfgang Reik, ehemaliger Entwicklungsleiter bei LuK machte deutlich, dass der Erfolg nicht mit Sicherheit vorhersehbar war und das man auch ein leidenschaftlicher Erfinder sein müsse, um anfängliche Hürden zu überwinden. Zink ergänzte: „Maßgeblich für unseren Erfolg ist der Antrieb unserer Ingenieure, die Mobilität für morgen mitzugestalten und das ist uns schon vor 30 Jahren mit dem ZMS gelungen.“

(Was ist ein Zweimassenschwungrad?)

Erster Kunde für das ZMS war 1985 der Automobilhersteller BMW

Das ZMS ermöglicht ein Fahren in verbrauchsgünstigen Betriebspunkten bei hohem Geräuschkomfort und trägt somit zur CO2-Reduktion sowie Kraftstoffersparnis bei. Das war und ist ein entscheidender Faktor für den Markterfolg eines Produktes. Das erste Fahrzeug mit einem Zweimassenschwungrad von LuK auf dem Markt war der BMW 525e.

In der drei Jahrzehnte währenden Erfolgsgeschichte erfuhr das ZMS stetige Weiterentwicklungen, die das Leistungsvermögen des Bauteils weiter steigerten: Eine sehr bedeutende Steigerung der Schwingungsdämpfung ist mit der Integration eines Fliehkraftpendels gelungen. Diese 2008 eingeführte, einmal mehr wegweisende Technologie, steigert die Dämpfungskapazität im ZMS um eine weitere drehzahl-adaptive Komponente. Fliehkraftpendel-ZMS sind nahezu bauraumneutral und können überall dort eingesetzt werden, wo auch bereits herkömmliche ZMS eingebaut wurden. Zusammen mit der Grundisolation der Schwingungen durch das Feder-Masse-System des ZMS ergeben sich Isolationsgrade von mehr als 90 Prozent. Als Resultat lassen sich die Motoren auch bei geringen Drehzahlen sehr harmonisch und komfortabel fahren, so dass die Getriebeübersetzung länger und damit verbrauchseffizienter ausgelegt werden kann. Dies gilt sowohl für Handschalt- als auch für Doppelkupplungsgetriebe. (jup)

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