Hydraulikölprüfung Zustandssensor erkennt Hydraulikölalterung

Redakteur: Dipl.-Ing. Dorothee Quitter

Große Fluidtechnische Anlagen verfügen mitunter über ein Systemvolumen von einigen tausend Litern. Bei diesen Anwendungen können regelmäßige Ölkontrollen und ein an den tatsächlichen Hydraulikölzustand angepasster Ölwechsel mehr Sinn machen als ein statischer, prophylaktischer Ölwechsel.

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Eine automatisierte Ölzustandsanalyse auf Basis von online arbeitenden Sensoren im Hydraulik- oder Schmiersystem eröffnet dem Anwender sowie dem OEM zahlreiche Vorteile und neue Möglichkeiten. Gemeint sind Einsparungen, die durch einen angepassten Ölwechsel schwerwiegende Anlagen- und Maschinenschäden und deren Ausfall vermeiden. Darüber hinaus bietet die kontinuierliche Ölüberwachung die Möglichkeit Wartungsintervalle flexibeler zu terminieren und an den tatsächlichen Ölzustand anzupassen.

Ein weiterer interessanter Ansatz ist, dass Öl-Zustandssensoren die kontinuierliche Aufzeichnung und Dokumentation von Betriebsdaten, wie z.B. korrekt durchgeführte Ölwechsel und vorschriftsmäßig durchgeführte Wartungsintervalle, ermöglichen. Ein Punkt, der für viele Firmen im Zuge des zunehmenden Leasinggeschäftes bzw. im Falle von Regressforderungen immer wichtiger wird. Und nicht zuletzt kann sich eine Online-Zustandsanalyse als USP in einem harten Wettbewerb erweisen.

Automatisierte Ölzustandsanalyse mit dem Zustandssensor LubCos H2O+Herzstück des Zustandssensors ist ein Feuchtefühler, der mit weiteren Messfühlern zur Ermittlung der relativen Dielektrizitätskonstanten, der Öl-Leitfähigkeit und der Temperatur kombiniert ist. Der Sensor verfügt über die Intelligenz, die bei verschiedenen Temperaturen aufgenommenen Ölkennwerte, zwecks besserer Vergleichbarkeit, auf eine Referenztemperatur umzurechnen. Ferner besteht die Möglichkeit, den zeitlichen Signaltrend ausgeben zu lassen.

Die unterschiedlichen Kenngrößen können wahlweise über eine serielle Schnittstelle oder über einen 4...20 mA Ausgang ausgelesen werden. Zusätzlich kann der Ölzustand mit Hilfe einer in den Sensor integrierten LED-Balkenanzeige dem Bediener direkt an der Maschine optisch angezeigt werden. Ein integrierter Datenspeicher ermöglicht die Aufzeichnung der Kenngrößen über einen Zeitraum von bis zu 6 Monaten.

Hydrauliköl über vier Wochen ausgewertet

Im Folgenden ist beispielhaft an einem Hydrauliksystem eine Messreihe mit dem LubCos H2O+ über einen Zeitraum von mehreren Wochen dargestellt. Während dieses Zeitraumes wurde das Öl einem charakteristischen Belastungsprofil mit wechselnden Drücken und Temperaturen unterzogen. Deutlich ist die fortschreitende Ölalterung an der sukzessiven Zunahme der relativen Dielektrizitätskonstanten (Abb.3) und der Leitfähigkeit (Abb.4) zu erkennen.

Der Verlauf der Sensordaten deckt sich gut mit den im Labor offline gemessenen Werten der relativen Dielektrizitätskonstanten und der Leitfähigkeit als auch mit der Aussage der Neutralisationszahl (NZ). Neben dem Verlauf der Alterung ist auch deutlich die Ölauffrischung nach ca. 21 Tagen sowie der Ölwechsel nach ca. 28 Tagen zu erkennen.

Parallel wurde der Wassergehalt gemessen. Nach 4 Tagen ist das erste Mal ein leichter Wassereinbruch zu erkennen. Aufgrund der hohen Temperaturen im System fällt der Wassergehalt allerdings relativ schnell wieder ab. Nach 28 Tagen ist wiederum eine schwankende, erhöhte relative Feuchte zu erkennen. Gegen Ende der Messung liegt sogar freies Wasser vor und der Sensor zeigt 100% relative Feuchte an.

Dieses Anwendungsbeispiel zeigt, dass mit dem LubCos H2O+ verschiedenste Zustandsänderungen des Hydraulikmediums, wie Ölwechsel, Ölauffrischung, Ölalterung oder Wassereinbrüche wirkungsvoll erkannt werden.

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