Leichtbau ZF eröffnet Composites Tech Center
ZF hat am 29. Juli 2013 an seinem Standort in Schweinfurt das ZF Composites Tech Center eröffnet, in welchem künftig Produktionsprozesse für die Serienherstellung von Produkten aus Faser-Kunststoff-Verbund-Materialen (FKV) entwickelt werden.
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Kernstück des ZF Composites Tech Centers, das unter der Verantwortung der Zentralen Forschung und Entwicklung in Friedrichshafen arbeitet, ist eine Presse. Mit ihr lassen sich Komponenten aus duroplastischen Werkstoffen nach dem RTM-Verfahren (Resin Transfer Moulding) herstellen. ZF kann in Schweinfurt künftig auch komplexe, prototypentaugliche Teile aus FKV in geringen Stückzahlen produzieren. Für den Aufbau des ZF Composites Tech Centers seit Anfang 2012 hat ZF insgesamt 3,1 Millionen Euro in Maschinen und Anlagen sowie in Gebäude investiert. Im ZF Composites Tech Center, das zunächst vier Ingenieure unter der Leitung von Dr. Ignacio Lobo Casanova betreiben, sind neben der Presse mit Hochdruckinjektionseinheit für verschiedene Harz-Härter-Systeme auch Anlagen zur Weiterverarbeitung installiert, darunter ein Roboter sowie ein Infrarot- und Temperofen.
Materialkennwerte ermitteln und Fügeverfahren erproben
Damit ist das ZF Composites Tech Center bestens ausgerüstet für die kommenden Aufgaben. Sie bestehen zum einen in Grundlagenforschung, insbesondere im Hinblick auf verschiedene RTM-Verfahren und die dabei eingesetzten Werkzeuge. Zum zweiten spielt Fügetechnik, insbesondere Klebeverfahren, eine wichtige Rolle ebenso wie die Automatisierung der Prozessschritte mittels Greifertechnologien. Drittens wird das ZF Composites Tech Center auch in die Weiterentwicklung konkreter ZF-Leichtbaukonzepte eingebunden sein. Hier sind der Federbein-Radträger sowie die radführende Querblattfeder zu nennen, deren Leichtbaupotenzial für Pkw-Fahrwerke sehr attraktiv ist: Im Vergleich zur Stahlbauweise wiegt der Radträger nur die Hälfte, die Querblattfeder spart bis zu 15 Prozent Gewicht gegenüber einer entsprechenden Stahlkonstruktion. Auch ein Vierpunktlenker für Lkw-Fahrwerke, mit einem Einsparpotenzial von 25 Prozent gegenüber der aktuellen Gussvariante, steht für die ZF-Ingenieure auf der Agenda.
Konzernweiter Wissenstransfer
Von den Ergebnissen des neuen ZF Composites Tech Center profitieren konzernweit etwa 30 Entwicklungsingenieure, die im Augenblick in Projekten arbeiten, für die FKV-Materialkompetenz entscheidend ist. Diese Übertragung von Know-how ist indes nicht auf Leichtbau und FKV-Spezialisten beschränkt. So werden Werkzeugmacher eng in die Aktivitäten des ZF Composites Tech Centers eingebunden, damit die vorhandene Werkzeugkompetenz für Massiv- und Blechmaterialien sowie dem Kunststoffspritzguss in Richtung FKV erweitert wird. Nicht zuletzt aus diesem Grund ist das ZF Composites Tech Center in Schweinfurt organisatorisch als Außenstelle an die Zentrale Forschung und Entwicklung in Friedrichshafen und das Konzern-Vorstandsressort Produktion angebunden. (qui)
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