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Best Practice-Beispiel: Alle Anforderungen in eine Leitung
Die Firma Nelson Bolzenschweiß-Technik GmbH & Co. KG ist Spezialist für Bolzenschweißgeräte, die beispielsweise in Robotern für die Automobilfertigung verbaut werden. Das Unternehmen ergänzt die Fertigungsroboter mit Spezialwerkzeugen, mit denen Bolzen gesetzt und fest mit der Karosse verschweißt werden. Das Bolzenschweißgerät wird durch den Roboter voll automatisch positioniert und setzt die Bolzen zur Kabelbaummontage in den Rohkarossen. Dabei werden höchste Ansprüche an die Effektivität und Präzision der ausgeführten Bewegungen sowie an die Produktivität des Systems gestellt.
Leitung für einen Fertigungsroboter
Nelson hatte die Anforderung, eine Spezial-Leitung für einen 6-achsigen Fertigungsroboter zu entwickeln. Die Verkabelung sollte über alle Achsen des Roboters geführt werden und musste daher all seinen Knickbewegungen und Rotationen folgen können. Um diesen Anspruch zu erfüllen, müssen die Leitungen hochflexibel sein, einen sehr kleinen Biegeradius haben und hohen Torsionsbelastungen standhalten. Dazu kommt ein hoher Qualitätsanspruch an die Langlebigkeit der Komponenten.
Zusätzliche Herausforderung: Wenig Platz
Eine zusätzliche Herausforderung lag in der Platzbeschränkung: Damit der Roboter nicht in seinen Bewegungen eingeschränkt wird, mussten unterschiedliche Leitungen auf kleinstem Raum über die Roboterachsen geführt werden. Deshalb entschied man sich dafür, alle benötigten Komponenten – das heißt, die Schweißleitung, Daten- und Signalkabel, und auch die Luft- und Schutzgasschläuche, in einem Außenmantel zusammenzuführen. Das resultierende Kabel hat einen signifikant kleineren Querschnitt als die einzelnen Kabel, sie bei Verwendung von Standardprodukten notwendig gewesen wären.
EMV als weitere Beschränkung
Eine weitere Herausforderung bildete bei diesem Konstrukt die elektromagnetische Verträglichkeit, kurz EMV, in Bezug auf die große Strombelastung durch die Masse-Schweißleitung und das dadurch entstehenden elektromagnetische Feld. Die empfindlichen Daten- und Signalleitungen mussten hierfür mit einem zusätzlichen Kupferschirm geschützt werden. Beim Einsatz entsprechender Isoliermaterialien ist es im Übrigen besonders schwierig, die hohen Anforderungen an Biegeradius und Torsionsfähigkeit umzusetzen.
Hybridleitung vereint alle Komponenten
Den Robotics-Spezialisten von Lapp Muller gelang es, alle diese Komponenten in einer neu entwickelten komplexen Hybridleitung zusammenzufassen, die dennoch robotertaugliche Flexibilität und Torsionsfähigkeit bei einer Standzeit von mehr als zwei Millionen Biegezyklen bietet. Eduard Kirchner, Leiter Entwicklung bei Nelson: „Wir bei Nelson haben einen sehr hohen Anspruch an unsere Komponenten, wie Schweißstromquelle, Sortierer und Schweißköpfe. Zu einem Gesamtsystem gehören natürlich auch sämtliche Verbindungen der einzelnen Komponenten, hierbei haben wir in der Firma Lapp einen Partner gefunden, der in jeder Hinsicht den hohen Anforderungen gerecht wird.“ (mz)
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