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Komponentenzahl senken und parallel zum Aufbau testen
Das durchgängige Antriebs- und Steuerungskonzept reduziert einerseits die bis dato übliche Anzahl an Komponenten – was den Projektierungs- und Integrationsaufwand beschränkt und auch Fehlerrisiken minimiert. Andererseits ist es mit dem Lenze-System möglich, geforderte Maschinenszenarien durch virtuelle Achsen parallel zum mechanischen Aufbau einer Anlage zu simulieren und zu testen. Auf diese Weise gehen die Mitarbeiter mit einer fertig programmierten Steuerung sowie ebenfalls fertig parametrierten – und damit einbaufertigen – Antriebsachsen in die Inbetriebnahme. Hierbei gehört es durchaus zum gewohnten Bild, dass Regler samt Motoren auf dem Arbeitstisch liegen, weil die Maschine mechanisch noch nicht fertig ist.
Gleiches gilt für die Visualisierung: „Das geht komfortabel vom Schreibtisch aus“, gewährt Michael Grohmann Einblick. Robert Kohne, Abteilungsleiter Elektronik & SPS-Programmierung bei HSM, schätzt an der Lenze-Lösung, „dass das System dabei hilft, Zeit zu sparen“. Die Schnelligkeit sei auch deshalb so bemerkenswert, weil die HSM-Anlagen funktional durchaus als komplex zu bewerten sind. So anspruchsvoll die Motion Control letztlich ausfällt, realisiert ist sie doch mit einer in sich schlanken Antriebs- und Automatisierungsstruktur. Auf der Aktorebene setzt HSM Servogetriebemotoren von Lenze ein. Die Regelung übernehmen die i700 Servoumrichter, die für genau die eingangs beschriebenen koordinierten Mehrachsanwendungen konzipiert sind und in der Kaschieranlage auch als Doppelachsen zum Einsatz kommen.
Programmieren mit Software-Modulen
Als Steuerungskopf greifen die Ostwestfalen zur Lenze-Steuerung C3200. Die zentrale Recheneinheit übernimmt sowohl die SPS-Funktionalität als auch die komplette Motion Control sowie die Kommunikation zur Visualisierung. Als einziges Kommunikationsmedium zieht sich mit Ethercat ein leistungsstarkes Echtzeit-Bussystem durch die Maschine. Der skizzierte Aufbau zeigt eindrucksvoll, mit wie wenig Komponenten HSM seine Anlagen heute baut. Äußerst schlank präsentiert sich ebenfalls die Programmierung, weil die HSM-Programmierer für Standardaufgaben auf vorbereitete Funktionen innerhalb der Lenze Application Software Toolbox Fast zurückgreifen können. „Indem wir vorbereitete Bausteine verwenden, müssen wir nicht jedes Mal wieder bei Null anfangen zu programmieren.“
Infolge der gewonnenen Erfahrungen hat Kohne damit begonnen, die Denkweise von Lenze auf die eigene Maschinenentwicklung zu übertragen. Es geht hierbei nicht mehr um einzelne Komponenten, sondern um vorbereitete Funktionen, die sich ganz im Sinne der Mechatronik aus Mechanik, Elektronik und Software modular zusammen-setzen.
Sechs Minuten für die Inbetriebnahme eines Antriebs
Was sich damit erreichen lässt, wird an einer Zahl schnell deutlich: 6 min. brauchen die HSM-Programmierer, um einen Antrieb in Betrieb zu nehmen. „Wir haben uns grundlegende Gedanken darüber gemacht, wie unsere Maschinenentwick-lung künftig effizienter wird – und sparen heute enorm viel Zeit.“ Zugegeben: Das Unternehmen musste dafür anfänglich die gewohnte Komfortzone verlassen und einen Systemwechsel vollziehen. Daraus erwächst schließlich auf einfache Weise neuer Freiraum für nachhaltige Optimierungen der Maschinen – was letztlich den Unterneh-menserfolg steigert. „Ich konnte bisher jeden Kunden von den Vorteilen der neuen Lenze-Technologie überzeugen“, sagt Kohne angesichts der gängigen Praxis, dass Kunden häufig die Steuerungssysteme großer Hersteller vorschreiben.
Mit dem neuen Antriebs- und Automatisierungssystem von Lenze konnte HSM die Inbetriebnahmezeiten dramatisch senken. Darüber hinaus lassen sich die Maschinenlösungen im späteren Betrieb bis auf Aktorebene leichter fernwarten, weil die komplette Automatisierung dank zentraler Steuerung und durchgängiger Ethercat-Kommunikation aus einem Guss ist. (ud)
Hannover Messe 2016: Halle 14, Stand H20
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