Suchen

Compamed 2016

Wie sich die Digitalisierung auf die Medizintechnik auswirkt

Seite: 2/3

Firmen zum Thema

Medizintechnik holt bei der Digitalisierung auf

Die bisherige Zurückhaltung bei Medizintechnik-Firmen in Sachen Digitalisierung liegt vor allem an den speziellen Strukturen in diesem Bereich: „Die Branche ist geprägt von kleinen und mittelständischen Unternehmen. Und diese haben es schwer, die Potenziale der vernetzten Fabrik für sich zu identifizieren“, erklärt Dr. Jens Nitsche, Direktor Research & Development des Beratungsunternehmens Ingenics.

Für die kommende Compamed vollzieht sich aber offenbar eine Wende, hat der IVAM Fachverband für Mikrotechnik festgestellt, der gerade kleine und mittelständische Unternehmen vertritt: „Ein Trend, den wir aktuell sehen, ist das Thema „Digitalisierung“. So spielen Mobile Health-Anwendungen, das Internet der Dinge, Wearables sowie smarte Implantate und Textilien eine zunehmende Rolle auf dem IVAM-Produktmarkt. Daher sind Hersteller von miniaturisierten, elektronischen Komponenten, wie z. B. Sensoren und Aktoren auch wieder stark auf dem IVAM-Gemeinschaftsstand vertreten“, betont Mona Okroy-Hellweg, Sprecherin des IVAM, der dieses Jahr wieder rund 50 Unternehmen auf seinem Gemeinschaftsstand zusammenbringt. „Die fortschreitende Digitalisierung im Bereich der Gesundheitsversorgung prägt derzeit maßgeblich auch das Geschehen rund um die medizinische Produktentwicklung“, bestätigt auch Joachim Schäfer, Geschäftsführer der Messe Düsseldorf.

Bildergalerie
Bildergalerie mit 45 Bildern

Interoperable Sensoren und Aktoren für Vernetzung

Nach Vorstellungen der neu gegründeten ITG-Fachgruppe „Nutzerorientierte, sichere, dynamische Systeme im Gesundheitswesen“ im VDE sollen künftig interoperable Sensoren und Aktoren Daten zu Parametern wie Gewicht, Blutdruck, Temperatur, Aktivität oder EKG am Patienten Gesundheitsdaten aufnehmen und digitalisiert ins Intranet bzw. Internet übertragen. Sie machen es möglich, eine Historie über das Wohlbefinden des Patienten in verschiedenen Umgebungen darzustellen. Aus diesen gespeicherten Gesundheitsdaten lassen sich Dienste generieren, die im Intranet/Internet zur Anwendung bereitgestellt werden und Handlungsempfehlungen geben, etwa sich zu bewegen oder ein Medikament einzunehmen. Sie registrieren auch, welche Maßnahme zur Verbesserung des Gesundheitszustandes beigetragen hat. So kann ein Dienst aus den gesammelten Gesundheitsdaten nach medizinischen Kriterien (Leitlinien) den Erfolg bewerten und damit die bestmögliche Therapie zur Verfügung stellen.

Von der App zum Produkt

„Ein solcher Dienst würde verschiedene herstellerunabhängige Komponenten bzw. Geräte über interoperable Schnittstellen mit smarten mobilen Devices vernetzen. Im nächsten Schritt könnte dann eine Leistungs-Assessment-Software kontinuierlich den Verlauf der Maßnahmen bewerten und die Gesundheitsversorgung verbessern“, skizziert Johannes Dehm, VDE-Standardisierungsexperte im Bereich der Medizintechnik, die mögliche Zukunft. Durch die digitalisierte Transformation unterschiedlichster Daten von unterschiedlichen Sensoren/ Aktoren werden alle Beteiligten nahezu in Echtzeit entlang der Gesundheitsversorgung über wichtige Parameter unter Einhaltung der Telematikinfrastruktur (Datenschutz) informiert. Aus diesem Szenario lassen sich zahlreiche Entwicklungen und Produkte für Unternehmen ableiten, die im Rahmen der Compamed als Aussteller beteiligt sind.

(ID:44295740)