Frequenzumrichter Wie Elektromechanik die Hydraulik in der Umformtechnik ersetzen kann

Autor / Redakteur: Torsten Blankenburg* / Dipl.-Ing. (FH) Monika Zwettler

Dass elektromechanische Spindelpressen in der Stanz- und Umformtechnik eine Alternative zu hydraulisch betriebenen Pressen sein können, zeigt das Beispiel eines Herstellers von Möbelbeschlägen. Dabei sorgen Antriebsverstärker für Zuverlässigkeit und Energieeffizienz.

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Lösungen nach Maß für die unterschiedlichsten Anwendungsbereiche bieten die Antriebsverstärker der Reihe SD2S.
Lösungen nach Maß für die unterschiedlichsten Anwendungsbereiche bieten die Antriebsverstärker der Reihe SD2S.
(Bild: Sieb & Meyer)

Die Systeme + Steuerungen GmbH aus Grafenau ist ein Spezialist für innovative Systemlösungen in der Stanz- und Umformtechnik. Mit seinen elektromechanischen Spindelpressen zeigt das Unternehmen, dass es beim Verformen von Metallteilen leistungsfähige und effiziente Alternativen zu konventionellen, hydraulisch betriebenen Pressen und Stanzen gibt. Antriebsverstärker des Typs SD2 von Sieb & Meyer sorgen in den elektromechanischen Pressen für hohe Zuverlässigkeit und Energieeffizienz.

Elektromechanische Spindelpressen ersetzen hydraulische Umformtechnik

Große, sperrige Hydraulikpumpen mit hohem Energieverbrauch, eine uneinheitliche Bearbeitungsqualität durch Druckschwankungen, Probleme mit undichten Leitungen, stark verschleißende Werkzeuge und nicht zuletzt ohrenbetäubender Lärm in der Produktionshalle: Wer Metallteile mit hydraulisch betriebener Stanz- und Umformtechnik bearbeitet, kennt die Schattenseiten dieses Verfahrens. Auch Alois Weber, Entwicklungsleiter bei der Systeme + Steuerungen GmbH, ist damit vertraut. Er weiß aber auch, dass es in vielen Fällen anders gehen kann – effizienter, zuverlässiger, werkzeugschonender und leiser. „Elektromechanische Spindelpressen mit Servomotoren und moderner Antriebstechnik können heute oftmals die hydraulische Verformtechnik ersetzen“, sagt Weber. „Unsere Erfahrung hat gezeigt, dass die Umstellung auf elektromechanische Servopressen den Anwendern viele technische und wirtschaftliche Vorteile bringt.“ Wie diese Vorteile in der Praxis aussehen, zeigt das Beispiel eines Herstellers von Möbelbeschlägen, der Unternehmensgruppe Hettich mit Stammsitz im ostwestfälischen Kirchlengern.

Bearbeitungsmaschinen verformen Stahl zu Beschlägen

Wenn Schubkästen lautlos in Kommoden oder Küchenschränke gleiten und auf den letzten Zentimetern wie von Zauberhand punktgenau und sanft einlaufen, ist dies das Werk moderner Möbelbeschläge. Gefertigt werden diese und andere Arten von Beschlägen aus Stahlprofilen, die in mehreren miteinander verketteten Bearbeitungsmaschinen verformt und mit Montagelöchern, Ausstanzungen oder eingeprägten Firmenlogos versehen werden. Im Herbst 2009 entwickelte Alois Weber mit seinem Team gemeinsam mit Hettich Prototypen einer elektromechanischen Spindelpresse für die Bearbeitung der Beschläge. Mithilfe der Prototypen wollte man herausfinden, ob sie sich als Ersatz für die bisher ausschließlich eingesetzten hydraulischen Pressen eignen. Das Ergebnis war überzeugend: Weniger als ein Jahr später wurden die Spindelpressen bereits in Serie gefertigt.

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