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Wie Augmented Reality im Unternehmen umgesetzt werden kann

| Redakteur: Katharina Juschkat

Augmented Reality schafft in der Industrie neue Geschäftsmodelle wie Smart Services. Der Einsatz ist aktuell jedoch kompliziert – eine Plattform soll AR-Anwendungen auch für kleinere Unternehmen nutzbar machen.

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Das Forschungsprojekt Across will es für Unternehmen einfacher machen, AR-Anwendungen für neue Geschäftsmodelle umzusetzen.
Das Forschungsprojekt Across will es für Unternehmen einfacher machen, AR-Anwendungen für neue Geschäftsmodelle umzusetzen.
(Bild: Fraunhofer IEM)

Augmented Reality (AR) ist keine Science Fiction mehr, sondern in vielen Bereichen im Einsatz. Für Unternehmen beispielsweise bietet AR viele Möglichkeiten, um Produkte und Prozesse zu verbessern. Einfach ist der Einsatz von AR jedoch keinesfalls, hier ist Expertenwissen nötig. Deshalb hat das Forschungsprojekt „AR-basierte Produkt-Service-Systeme“ (kurz „Across“) ein Plattformkonzept entwickelt, mit dem auch kleinere Unternehmen AR-Anwendungen nutzen können.

Aus fertigen Bausteinen AR-Lösungen erstellen

Die Grundidee des Projektes: Aus fertigen Bausteinen können Unternehmen individuelle Augmented-Reality-Lösungen und Services erstellen und sie sogar über die Plattform betreiben. Gefördert wird das Projekt vom Bundesministerium für Wirtschaft und Energie (BMWi). Daniel Röltgen, Across-Projektleiter vom Fraunhofer IEM, erklärt: „Ob Videospiel oder Vertriebsunterstützung – Augmented Reality ist in vielen Bereichen bereits erfolgreich im Einsatz. Besonders kleine und mittlere Betriebe profitieren derzeit aber wenig von den Möglichkeiten, da der Entwicklungsaufwand sehr hoch ist. Unsere Plattform ist eine Möglichkeit, diese Aufwände zu reduzieren. Wir zeigen spannende Potenziale für zusätzliche Dienste und Geschäftsmodelle mit AR auf.“

Anwendungsbeispiele für AR

Der Maschinenbauer Krause-Biagosch hat das Plattformkonzept getestet und sieht großen Nutzen für seine Kunden. Die Reparatur von Maschinen im Einsatz kann aufwendig und teuer sein. Künftig könnte Krause-Biagosch die Reparaturanleitung über ein AR-Datenbrille ins Sichtfeld seiner Kunden projizieren und so zusätzliche Dienstleistungen anbieten. Auch das Raumfahrtunternehmen Ariane Group erarbeitete eine Pilotanwendung für die Plattform. So könnten Mitarbeiter bei der Montage der Ariane-6-Trägerrakete Bauanleitungen Schritt für Schritt über eine AR-Brille erhalten. Besonders im engen Bauraum profitieren sie davon, beide Hände freizuhaben. Die Demonstratoren beider Industrieanwendungen sind ab sofort im Showroom des Smart Data Forum des BMWi zu sehen.

Sowohl die Reparatur- als auch die Montageanleitungen stellen sogenannte Smart Services (Datenbasierte Dienste) dar. Über die Across-Plattform könnten die Services mit verschiedenen vorgefertigten Augmented-Reality-Bausteinen wie Positionserkennung oder Gestensteuerung zusammengesetzt werden. Kommunikation und Datenübertragung erfolgen zentral über die Plattform-Software. In Betrieben, wo kostspielige und aufwendige Eigenentwicklungen nicht möglich sind, könnte die Plattform also einen einfachen Zugang zur AR-Technologie eröffnen. Stefan Afting vom BMWi erklärt die Förderung: „Hinter der Technologie Augmented Reality und den einzelnen Lösungen steckt enormes Potenzial für neue Geschäftsmodelle. Das Bundeswirtschaftsministerium hat Across gefördert, weil es dazu beiträgt, dass sich die AR Technologie weiterverbreitet und sich auch Mittelständler diese einfacher zunutze machen können.“

Bildergalerie

Die Partner im Projekt Across sind:

  • Atos
  • Ariane Group
  • DAI-Labor
  • Fraunhofer-Institut für Entwurfstechnik Mechatronik IEM
  • Krause-Biagosch
  • Ubimax

Die Forschungspartner der Across-Plattform bilden die Bandbreite der späteren Plattform-Nutzer ab. Ubimax konzipierte die AR-Bausteine, die Technologieanbieter künftig über eine Bibliothek auf der Across-Plattform bereitstellen könnten. Das DAI-Labor ermöglicht die Zusammenstellung der Bausteine zu nutzenstiftenden Services und eine reibungslose Umsetzung. Die Gesamt-Plattform wurde von Atos als Plattform-Anbieter erstellt. Das Fraunhofer IEM unterstützte die Entwicklung methodisch und konzipierte passende Geschäftsmodelle für die AR-Services.

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