Mineralguss

Wenn Maschinengestelle mitreden

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Eingießen von Temperierleitungen

Bereits heute werden in Werkzeugmaschinen und deren Gestellen beispielsweise Temperierungen integriert, die ein Kühlen oder Aufheizen ermöglichen. Dazu werden meist Temperier-Leitungen eingegossen, durch die ein Medium dann Wärme zu- oder abführt [3]. Diese Temperierung kann dann mehr oder weniger gesteuert erfolgen, je nach Belastung und Auslegung. Das heißt, es gibt sehr intelligente Temperierungen, die, je nach örtlichem Auftreten von thermischen Lasten, auch nur örtlich und auch noch zeitlich begrenzt wirken, bis hin zu relativ einfachen statischen Lösungen. Solche Temperierungen sind dann permanent und werden auch mit konstanter Temperatur betrieben und „glätten“ alle dynamischen Einflüsse (zeitlich und örtlich unterschiedlich) aus.

Möglich ist auch der Einsatz von elektrisch vernetzten Beschleunigungssensoren, mit denen aufgenommene Beschleunigungen z.B. über den Transport und die Aufstellung der Maschine und einen längeren Zeitraum erfasst und dokumentiert werden können. Dies ist bei sehr hochwertigen Investitionsgütern auch wirtschaftlich sinnvoll.

Feuchtigkeitssensoren warnen vor Leckagen

Bekannt sind unter anderem Fälle von durchgeschliffenen bzw. durchgescheuerten Spänerohren in Werkzeugmaschinen, durch die dann Leckagen an den Maschinen entstanden sind (ausgelaufenes Kühl- oder Schmiermittel). Andere Fälle zeigen feuchtigkeitsbedingte Genauigkeitsänderungen an Maschinen durch einfache Wasseraufnahme aus der Luft (z.B. bei hoher Luftfeuchtigkeit). Beide Fälle könnten durch eine einfache Integration von Feuchtigkeitssensoren in das Maschinengestell oder dessen Oberfläche angezeigt und sogar verhindert werden. Bei einer solchen Lösung würde die Steuerung der Maschine den Bediener z.B. über eine Fehlermeldung „Spänerohr abgenutzt“ oder „Hohe Was-seraufnahme des Maschinengestells“ sofort informieren.

Bereits anderweitig im Einsatz sind Dehnungsmessstreifen, mit denen man Verformungen oder Überlas-tungen des Maschinengestells anzeigen kann. Kraftmessdosen sind in der Lage, die Beladung von Ma-schinentischen anzuzeigen, wodurch eine Überladung der Maschine und damit eine Überlastung des Gestells angezeigt werden kann.

Alle diese Informationen werden im ersten Schritt von der Steuerung der Maschine erfasst und ausgewertet. Je nach Anwendung und natürlich dem Nutzen, kann diese dem Maschinenbediener angezeigt oder gar in Netze, Fabriknetzwerke, eingespeist werden. (qui)

Quellennachweis, Literatur:

[1] Jackisch, U.-V.: Mineralguss für den Maschinenbau, Moderne Industrie, Landsberg/Lech, 2002; S. 4-5

[2] Jackisch, U.-V.: Maschinengestelle heute – Nichts Neues an der Basis, oder? Tagungsband Wangener Maschinentage 2012, S. 10-29

[3] Schneider, M.: Maschinengestelle heute – Das Intelligente Maschinebett- Tagungsband Wangener Maschinentage 2012, S. 70-75

* Martin Neumann, Geschäftsführer, Rampf Machine Systems GmbH & Co.KG, Wangen

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