Stoßdämpfer Weltpremiere für neues Dämpfungssystem
Durch eine neuartige adaptive Hinterachsdämpfung für Klein- und Kompaktwagen gibt es einen Zugewinn an Fahrdynamik, Sicherheit und Komfort. Schon jetzt ist das System bei Honda serienmäßig verbaut.
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Eine Weiterentwicklung des adaptiven Dämpfungssystems CDC (Continuous Damping Control) der ZF Friedrichshafen geht erstmals im neuen Honda Civic Tourer in Serie. Der Zulieferer hat das seit Jahren erfolgreiche CDC für beide Achsen jetzt auch speziell auf die Anforderungen von Pkw der Kleinwagen- und Kompaktklasse sowie Vans ausgerichtet. Dort kommt das CDC 1XL an der Hinterachse zum Einsatz, da diese besonderen Anforderungen entsprechen muss. Der Honda Civic Tourer ist seit Anfang Februar 2014 im Handel.
geringes Leergewicht, hohe maximale Zuladung
„Der weltweit erste Einsatz des CDC 1XL freut uns sehr. Insbesondere auch, da er bei Honda erfolgt, einem großen und global agierenden Automobilhersteller“, so Uwe Coßmann, Leiter ZF-Division Pkw-Fahrwerktechnik. „Das Produkt zeigt das Potenzial unserer technischen Lösung für Kompakt- und Kleinwagen.“
Diese Fahrzeuge haben z.B. für ihr geringes Leergewicht eine relativ hohe maximal zulässige Zuladung. Deshalb schwanken die Achsbelastungen mitunter extrem: Ist nur der Fahrer an Bord, liegt wesentlich mehr Gewicht auf der Vorderachse. Bei voller Beladung verändert sich diese Verteilung stark in Richtung Hinterachse. Herkömmliche, passive Hinterachsdämpfer wählen hier stets eine an der vollen Zulassung ausgerichtete, starre Dämpferkennlinie, was sich zu Lasten des Komforts bei Teilbeladung auswirkt.
Das elektronisch geregelte, adaptive Dämpfungssystem minimiert die Auswirkungen dieser starken Schwankungen bei der Hinterachslast. Ein Steuerungsgerät wertet die von der integrierten Sensorik erfassten Daten zu Fahrbahnbeschaffenheit, Zuladung, Fahrzeuggeschwindigkeit sowie Fahrverhalten aus und stellt die Kennlinie innerhalb von Millisekunden optimal ein. Möglich wird das durch elektronisch regelbare Proportionalventile, die den Öldurchfluss im Dämpferrohr verengen, für eine harte Dämpfung, oder erweitern, für eine weiche Dämpfung. Die Verknüpfung von Sensorik, Regelungssoftware und Steuerungstechnik macht das CDC 1XL zu einem ganzheitlich agierenden System, das kritische Fahrsituationen erkennt und die Dämpfung darauf adaptiert.
verschiedene Fahrwerkscharakteristik auf Touchdruck
„Aber auch der Fahrer selbst kann im Civic Tourer die Fahrwerkscharakteristik per Knopfdruck festlegen und zwischen den Fahrmodi Comfort, Normal oder Dynamic wählen“, ergänzt Frank Zantner, Entwicklungsleiter Civic Tourer Adaptiv Damper System bei Honda. „Das CDC 1XL fügt sich passgenau ins Selbstverständnis des Civic Tourer ein und gewährleistet ein Höchstmaß an Stabilität und Komfort selbst bei unterschiedlichen Zuladungen und Fahrbedingungen.“ Seit dem 1. Februar ist der Honda Civic Tourer auf dem europäischen Markt erhältlich. In den Ausstattungslinien Lifestyle und Executive gibt es das CDC 1XL serienmäßig, in der Variante Sport ist die Hinterachsdämpfung von ZF optional bestellbar.
Seit 1994 ist das adaptive Dämpfungssystem CDC für beide Achsen auf dem Markt, in der Zwischenzeit in der vierten Generation. Insgesamt liefen bei dem Zulieferer bereits rund 16 Millionen CDC-Systeme für Pkw vom Band. An diesem Erfolg hat vor allem die konsequente Ausweitung des Einsatzbereichs einen großen Anteil. Bis 2016 erwartet ZF eine Jahresproduktion von mehr als drei Millionen CDC-Einheiten für Pkw-Anwendungen. Nicht mit eingerechnet sind dabei jene Systeme, die die Firma für Busse, Lkw, Landmaschinen und Motorräder fertigt – Anwendungen, in denen eine variable Dämpfung ebenfalls Vorzüge bei Insassen- und Ladungssicherheit sowie Komfort und Fahrdynamik bringt.
(jv)
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