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Regenerative Energien Wellenkraftwerk läuft im Probebetrieb

| Redakteur: Katharina Juschkat

Die Kraft der Meereswellen für die Stromerzeugung zu nutzen ist die Idee des Nemos-Wellenkraftwerks. Bevor es im kommenden Jahr in der Nordsee in Betrieb gehen kann, testet nun die Universität Duisburg-Essen den Kern der Anlage auf Herz und Nieren.

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Die Kraft der Wellen in elektrische Energie umwandeln – dieser Idee widmet sich das Wellenkraftwerk von Nemos, das jetzt in die Testphase geht.
Die Kraft der Wellen in elektrische Energie umwandeln – dieser Idee widmet sich das Wellenkraftwerk von Nemos, das jetzt in die Testphase geht.
(Bild: gemeinfrei / CC0 )

In Wellen steckt immense Energie, das kann jeder bestätigen, der einmal bei windigem Wetter im Meer geschwommen ist. Diese Energie will sich die Nemos GmbH jetzt zunutze machen. Das Wellenkraftwerk des Unternehmens soll schon ab nächstem Jahr Wellenenergie aus der Nordsee liefern. Zuvor überprüft die Universität Duisburg-Essen UDE das Kraftwerk auf Sicherheit und Funktion.

Pilotanlage des Wellenkraftwerks mit (v. l.) Benjamin Friedhoff, Prof. Holger Hirsch, Dr.-Ing. Jörg Honerla, Jan Peckolt, Dr.-Ing. Alexander Martha und Prorektor Thomas Kaiser.
Pilotanlage des Wellenkraftwerks mit (v. l.) Benjamin Friedhoff, Prof. Holger Hirsch, Dr.-Ing. Jörg Honerla, Jan Peckolt, Dr.-Ing. Alexander Martha und Prorektor Thomas Kaiser.
(Bild: Samer Suleiman)

Zum Test der Offshore-Wellenenergieanlage richtete die Universität einen 40 t schweren und 9 m hohen Prüfstand am Fachgebiet für Energiespeicherung und -transport ein – einer der größten Prüfstände seiner Art weltweit. Prof. Holger Hirsch erklärt: „Hier wird unter kontrollierten Laborbedingungen geprüft, wie effizient und zuverlässig die zentrale Energiewandlungseinheit funktioniert.“

Forschungsprorektor Prof. Thomas Kaiser: „Ich freue mich über die Kooperation auf dem Gebiet der regenerativen Energien mit Nemos.“ Das Unternehmen gründete sich 2012 aus der Universität heraus und entwickelte die Technologie für das Wellenkraftwerk im Auftrag des Bundeswirtschafts- und Energieministeriums.

Aus Wellen wird Strom

Die Idee des Wellenkraftwerks ist bestechend: Ein länglicher Auftriebskörper schwimmt an der Wasseroberfläche, drei Seile verankern diesen mit dem Meeresgrund. Der allgegenwärtige Wellengang sorgt für die nötige Kraft und Bewegung, die die Seile an den Generator übertragen. In der neuen Prüfanlage wird nun im 1:1-Maßstab erprobt, wie die mechanische Leistung des Auftriebskörpers durch das Generatorsystem und die Leistungselektronik in elektrischen Strom mit Netzqualität umgewandelt wird.

Unter verschiedenen Bedingungen will Nemos das System optimieren, um es ab dem kommenden Jahr möglichst effizient und robust in der belgischen Nordsee einsetzen zu können. Firmengründer Jan Peckolt erzählt: „Wir testen vor allem, wie wirkungsvoll die Anlage in verschiedenen Betriebspunkten ist, ob die Sicherheitssysteme stimmen und die Komponenten zuverlässig zusammenspielen.“

Wellenkraftwerke in Offshore-Windparks

Derzeit testet das Unternehmen zudem eine Komplettanlage im 1:5-Maßstab rund um die Uhr bei unterschiedlichen Wind- und Wellenbedingungen am dänischen Limfjord. Projektleiter Dr.-Ing. Alexander Martha sagt: „Jede Stunde, die wir im kleineren Maßstab oder im Labor Erfahrung sammeln, erspart uns viel Aufwand für Nachbesserungen auf See.“ Künftig können Wellenkraftwerke auch in Offshore-Windkraftparks eingesetzt werden.

Weitere Beteiligte der Universität sind das Fachgebiet Geotechnik, das Institut für Schiffstechnik, Meerestechnik und Transportsysteme, der Lehrstuhl für Mechatronik sowie das Entwicklungszentrum für Schiffstechnik und Transportsysteme. (kj)

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