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Sensorik

Automatisierung Wegbereiter sein im Wandel der Zeit

| Redakteur: Claudia Ackermann

Der Sensorexperte in der Automatisierungstechnik Leuze präsentiert sich im neuen Gewand. Ulrich Balbach, CEO von Leuze, erklärt, welche Aspekte bei der Neugestaltung im Vordergrund standen und was es mit dem Selbstverständnis eines Wegbereiters auf sich hat.

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Ulrich Balbach ist Managing Director/CEO der Leuze electronic GmbH + Co. KG
Ulrich Balbach ist Managing Director/CEO der Leuze electronic GmbH + Co. KG
(Bild: Leuze)

konstruktionspraxis: Leuze präsentiert sich aktuell mit einem neuen Markenauftritt. Wie kam es dazu?

Balbach: Leuze entwickelt seit über 50 Jahren mit ihren Kunden weltweit effiziente Sensorlösungen, zugeschnitten auf deren Anforderungen in einer sich ständig wandelnden Industrie. Ihr Erfolg ist unser Antrieb. Und die Marke Leuze das Versprechen, mit dem unsere Werte, Botschaften und Emotionen transportiert werden. Das neue Erscheinungsbild vermittelt Entschlossenheit und Leidenschaft für technologischen Fortschritt und Wandel.

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konstruktionspraxis: Das Unternehmen tritt nun nach außen schlicht unter dem Namen Leuze auf. Haben Sie keine Lust mehr auf Electronic?

Balbach: Nein, natürlich haben wir noch Lust auf Elektronik – wir sind in der Optoelektronik zuhause. Als das Unternehmen 1963 gegründet wurde, hatte der Begriff Elektronik einen ganz besonderen Wert. Das hat sich geändert. Heute würde niemand in Frage stellen, dass in Geräten wie unseren Sensoren Elek­tronik zum Einsatz kommt. Und ganz pragmatisch betrachtet ist Leuze electronic ein langer Name, der zudem noch oft falsch geschrieben oder direkt zu Leuze verkürzt wurde. Diese Aspekte spielten in die Entscheidung hinein, auf den Zusatz electronic zu verzichten. Doch vor allem legen wir Wert auf ein klares Erscheinungsbild.

konstruktionspraxis: Auffällig an dem neuen Auftritt ist auch das Wort Wegbereiter. Was wollen Sie damit aussagen?

Balbach: Wir sehen uns tatsächlich als Wegbereiter für unsere Kunden. Das geht über das Verständnis eines Pioniers weit hinaus. Bei der Analyse unserer technologischen Meilensteine durften wir feststellen, dass wir schon seit Jahrzehnten ein innovatives Unternehmen waren. Auch was Patente angeht, waren wir schon immer vorne mit dabei. Spricht man zum Beispiel mit langjährigen Entwicklern bei uns im Haus, stellt man fest, dass das erste, größte, höchste, kleinste oder was auch immer bei uns ganz oft Thema gewesen ist. Das ist für uns also eine ganz wichtige Erkenntnis, in vielerlei Hinsicht Wegbereiter gewesen zu sein, ohne das vielleicht immer so kommuniziert zu haben. Und dies wollen wir in Zukunft ändern.

konstruktionspraxis: Daher heißt der vollständige Slogan auch „Weg­bereiter. Gestern. Heute. Morgen.", oder?

Balbach: Richtig. Wir wollen ein Leuchtturm sein, ein Wegweiser. Das gilt auch für Zukunftsthemen wie beispielsweise Industrie 4.0, IoT oder IIoT. Daher haben wir uns diesen „Wegbereiter“-Slogan, wie Sie sagen, sehr gut überlegt. Auch dieses „Gestern. Heute. Morgen.“ Dadurch wird klar, wenn wir das Ganze betrachten, dass wir es in der Vergangenheit waren, das auch belegen können, und in der Zukunft weiterhin sein werden.

konstruktionspraxis: Das klingt sehr ambitioniert. Wie wollen Sie sicherstellen, auf lange Sicht ein Wegbereiter zu bleiben?

Balbach: Die Rolle eines Wegbereiters verändert sich. Vor 40 Jahren ein Wegbereiter gewesen zu sein, hatte eine andere Bedeutung als heute. Und natürlich kann diese Rolle morgen oder übermorgen wieder etwas anderes bedeuten. Leider besitze ich keine Kristallkugel, die mir hier weiterhilft. Doch wir sind ein agiles Unternehmen und werden so flexibel sein, dass wir uns schnell weiterentwickeln und neuen Anforderungen anpassen können. Diesen Wegbereiter und diese Wandlungsfähigkeit möchten wir mit dem Slogan verdeutlichen.

konstruktionspraxis: Einen Weg zu bereiten macht nur Sinn, wenn auch jemand diesen Weg gehen möchte. Wie machen Sie das Ihren Kunden schmackhaft?

Balbach: Wir sind ein Hochtechnologieunternehmen, wir beherrschen unsere Technologien sehr gut und wollen das auch weiterhin tun. Diese Technologien so zu gestalten, dass für unsere Kunden ein Nutzen entsteht, das verstehen wir unter Innovation und dort sehen wir eine unserer Stärken. Eine weitere Stärke ist unser Applikations-Know-how. Wie wende ich einen Sensor an, bezogen auf konkrete Applikationen und Anwendungen – das ist für uns entscheidend. Daraus folgt, wie ich ihn bauen muss. Außerdem legen wir großen Wert darauf, unsere Produkte benutzerfreundlich zu gestalten, nicht nur für die Bedienung durch den Benutzer, sondern auch mit ganz speziellen Designs. Und schließlich ist uns eine sehr hohe Integrationsfähigkeit mittels plug-and-play wichtig.

konstruktionspraxis: Schauen wir in die Zukunft: Worauf konzentriert sich Leuze in den nächsten fünf Jahren?

Balbach: Es gibt aus konstruktiver Sicht typische Aufgaben, die man immer tun muss, sei es das Reduzieren von Herstellungskosten, Verwenden anderer Materialien, eventuell neue Richtlinien, die man beachten muss. Nachhaltigkeit, Wiederverwendbarkeit, also Produkte so zu gestalten, dass wir sie wieder in irgendeiner Art rückführen können, wird uns sicherlich zunehmend beschäftigen. Besonders wichtig wird das Thema Connectivity sein, wir nennen es Sensors Communication. Damit meine ich nicht nur das Gestalten von Interfaces, sondern das große Ganze. Also Daten sammeln, rüber in die Edge, rauf in die Cloud schicken, wieder abrufen, auswerten. Ohne die nötige Sensortechnik und deren Weiterentwicklung macht das alles keinen Sinn. Und was schon immer ein Trend ist und einer bleiben wird: Alles wird kleiner. In der Optoelek­tronik haben Sie dabei das Problem, nicht skalieren zu können. Daher beschäftigen sich bei uns ständig einige Ingenieure mit dem Thema Miniaturisierung.

konstruktionspraxis: Vielen Dank Herr Balbach.

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