Energiewende

Was nicht ist, kann ja noch werden

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Auf einem guten Weg?

Deutschland ist also auf einem guten Weg, die selbst gesteckten Ziele in den nächsten fünf Jahren zu erreichen. Oder etwa nicht? Laut einer Studie von McKinsey wird es schwer die Energiewende bis 2020 zu erreichen. Der aktuelle Index (Datenstand Dezember 2014) verzeichnet zwar eine positive Entwicklung; allerdings zum ersten Mal. Von den 15 untersuchten Indikatoren haben sich in der zweiten Jahreshälfte 2014 elf besser entwickelt als in den sechs Monaten zuvor. Im September 2014 ließen neun der insgesamt 15 untersuchten Indikatoren kein Erreichen der Energiewendeziele 2020 erwarten – im aktuellen Index, also Dezember 2014, sind es immerhin noch sieben Indikatoren.

Gegenwärtig weit unter Plan und damit von der Zielerreichung 2020 entfernt, liegt trotz positiver Entwicklungen auch immer noch der Indikator Offshore-Wind-Ausbau. Er hat sich so positiv entwickelt, dass er in der Kategorienzuordnung aufgestiegen und nur noch „leichter Anpassungsbedarf“ besteht. In dieser mittleren Kategorie ist dieser Indikator allerdings der Einzige. Ein Grund dafür mag sein, dass das Ziel von 10 GW auf 6,5 GW angepasst wurde. Keineswegs aber liegt es daran, dass in der Industrie zu wenig für die Energiewende getan wird. Innovationstechnisch hat die Wirtschaft auf dem Sektor Erneuerbare Energien in der Bundesrepublik die Nase vorn. Die Internationale Energieagentur (IEA) bezeichnete die deutsche Energiepolitik in ihrem Länderbericht „Deutschland 2013“ als fortschrittlich und gab ihre Bedenken gegenüber dem nationalen Atomausstieg auf. Die Bundesrepublik sei „auf dem richtigen Weg“. Dennoch scheint einiges nicht ganz rund zu laufen: NRW zum Beispiel agiert zögerlich und kann der Branche nicht die nötigen Rahmenbedingungen schaffen, meint Klaus Schulze Langenhorst, Landesvorsitzender NRW des Bundesverbandes Windenergie. Das Land hinkt den Ausbauzielen deutlich hinterher. Bayern mit seinem Stromtrassendilemma ist ein weiteres Beispiel, das kaum ausgeführt werden muss.

Zieleinlauf 2050

Allen Unkenrufen zum Trotz sollte nicht vergessen werden, dass das Jahr 2020 bei der Energiewende nur ein Etappenziel darstellt. Ziel ist es, bis 2050 den Anteil der Erneuerbaren Energien am Stromverbrauch auf 80 % zu steigern. 2014 waren es rund 12 % – und die vier sonnengelben, beeindruckend großen HGÜ-Plattformen mit ihrem knapp 3 GW Leistung sind da noch nicht mit eingerechnet. (br)

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