Automatica 2023 Wachstumsmarkt Robotik als Treiber für die Automatisierung

Von Stefanie Michel 5 min Lesedauer

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Hersteller von Industrierobotern, von Cobots, von fahrerlosen Transportsystemen oder von Antriebskomponenten: auf der Automatica werden sie alle vertreten sein. Die Automobilindustrie war der Vorreiter, doch inzwischen investieren viele Branchen in Roboter – der Markt ist im Aufwind ist. Deshalb wagen wir einen Ausblick.

Wachstum vorprogrammiert: Roboter werden in immer mehr Anwendungen eingesetzt – hier hilft der Leichtbauroboter „Lara“ (Lightweight Agile robotic assistant) von Neura Robotics, montiert auf einem autonomen Fahrzeug, bei der Palettierung.(Bild:  Neura Robotics)
Wachstum vorprogrammiert: Roboter werden in immer mehr Anwendungen eingesetzt – hier hilft der Leichtbauroboter „Lara“ (Lightweight Agile robotic assistant) von Neura Robotics, montiert auf einem autonomen Fahrzeug, bei der Palettierung.
(Bild: Neura Robotics)

Der Einsatz von Robotern wächst stetig, denn die Fertigungsindustrie setzt weltweit auf Automatisierung und somit auch auf Robotik. Hinzu kommt der bestehendem Fachkräftemangel, dem man durch den Einsatz von Cobots und Industrierobotern begegnen will. Deshalb investieren sowohl global agierenden OEMs als auch kleine und mittelständische Betriebe. Wirtschaftlich profitieren davon nicht nur die Roboterhersteller sondern auch die Zulieferer, die beispielsweise Getriebe, Servotechnik oder Bildverarbeitungssysteme liefern.

Zum Anlass der Automatica haben wir für Sie einige Zahlen und Analysen zusammengestellt, die die Entwicklung des Robotermarktes in den nächsten Jahren betrachten.

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Industrieroboter profitieren von steigender Automatisierung und Digitalisierung

Der Absatz von Industrieroboter stieg 2021 weltweit auf 517.000 installierte Einheiten und hat 2022 um weitere 10 Prozent zugelegt. Auch in Europa steigen die Absatzzahlen seit 2021 wieder – nach einem Einbruch während der Pandemie. Weltweit sind gerade die Automobil- und die Elektronikindustrie die größten Treiber, während in Europa die Nachfrage im Metall- und Maschinenbau sowie und Kunststoff- und Chemieindustrie am höchsten waren.

Dennoch ist und bleibt Asien der größte Markt für Industrieroboter: Laut der International Federation of Robotics (IFR) wurden 2021 73 Prozent aller neu installierten Einheiten in Asien installiert – das waren 354.500 Neuinstallationen. Für 2022 rechnet man mit 400.000 Einheiten (aktuelle Zahlen liegen noch nicht vor). Das ist nicht verwunderlich, denn hier liegen drei der fünf wichtigsten Absatzmärkte: Japan, Südkorea und China. Deutschland liegt weltweit mit 397 Einheiten pro 10.000 Beschäftigte auf dem 4. Platz was die Roboterdichte angeht (in Europa auf dem ersten Platz). Angesichts der hohen Investitionen in die Automatisierung, wird China (noch auf Platz 5) Deutschland aber bald überholen.

Das indische Marktforschungs- und Beratungshaus Mordor Intelligence Research & Advisory geht bis 2026 von einer jährlichen Wachstumsrate von 14,11 Prozent aus, weil Industrieroboter eine entscheidende Rolle in der Fertigungsindustrie spielen. Das hat verschiedene Gründe, die sich summieren:

  • die zunehmende Automatisierung und Modernisierung in allen Volkswirtschaften,
  • die Einführung intelligenter Produktionssysteme und Fabriken,
  • ein erhöhtes Bewusstsein für mehr Sicherheit am Arbeitsplatz,
  • immer kleinere und günstigere Robotermodelle,
  • Arbeitskräftemangel.

Neue Anwendungen für Cobots bereichern den Markt

Parallel zu den Industrierobotern wächst auch der Markt der kollaborative Roboter (Cobots). Eine aktuelle Studie des Marktforschungsunternehmens Interact Analysis prognostiziert für diesen Markt bis 2032 ein Wachstum mit jährlichen Raten von etwa 20 Prozent. Da die „Zusammenarbeit“ zwischen Mensch und Roboter inzwischen meist auf Akzeptanz stößt, gehen die Roboterhersteller davon aus, dass der Schlüssel zum Erfolg darin liegt, die Produktion zu steigern und neue Anwendungsszenarien zu entwickeln. Auch die Logistikbranche wird eine wichtige Rolle spielen.

Wie in allen Branchen haben sich die aktuelle Wirtschaftslage und der Krieg zwischen der Ukraine und Russland auf den Markt für kollaborative Roboter ausgewirkt. Bis 2027 werden die Lieferungen von kollaborativen Robotern in EMEA von 19,5 auf 15,9 Prozent zurückgehen, während die Wachstumsraten in Amerika und Asien höher ausfallen sollen. Die Jahre 2022 und 2023 waren und sind für den US-amerikanischen und europäischen Markt für kollaborative Roboter aufgrund von Inflation und anhaltenden Unterbrechungen der Lieferkette schwierig. Interact Analysis prognostiziert, dass sich die EMEA-Region in der zweiten Hälfte des Jahres 2023 und in der ersten Hälfte des Jahres 2024 zu erholen beginnt, während die Erholung in den USA etwas länger dauern wird, da für 2024 ein Rückgang der US-Produktion erwartet wird.

Maya Xiao, Research Manager bei Interact Analysis, blickt zuversichtlich auf diesen Markt, denn das Anwendungsfeld für kollaborative Roboter weitet sich aus – ein zentraler Faktor für das zukünftige Wachstum. So kommen Cobots nicht nur in der Industrie, wie beispielsweise in der Intralogistik oder der Montage zum Einsatz. Auch im Bildungswesen, in der Medizin, in der Gastronomie oder im Einzelhandel gibt es dank der Entwicklung von Software für die Bildverarbeitung und maschinellem Lernen mehr und mehr Anwendungen. Doch gerade die Logistikbranche wird für kollaborative Roboter ein besonders starker Wachstumsmarkt sein, da diese Roboter auch manuelle Arbeit (Kommissionierung, Verpackung, Be- und Entladung, Qualitätskontrolle) ersetzen können.

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