Drahtlose Kommunikation

Vor 115 Jahren: Die erste transatlantische Funkbrücke

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Vom Kupferkabel zur elektromagnetischen Welle

Marconis Sendestation auf Pordhu, in der britischen Region Cornwall. Die Anlange musste zweimal aufgebaut werden, ehe der erste Sendeversuch durchgeführt wurde; die erste Anlange wurde im Frühjahr 1901 durch einen Sturm zerstört.(Bild:   / CC0)
Marconis Sendestation auf Pordhu, in der britischen Region Cornwall. Die Anlange musste zweimal aufgebaut werden, ehe der erste Sendeversuch durchgeführt wurde; die erste Anlange wurde im Frühjahr 1901 durch einen Sturm zerstört.
(Bild: / CC0)

Doch schrittweise kam die Welt der drahtlosen Kommunikation näher. Den Anfang machte am 11. November 1886 der deutsche Physiker Heinrich Hertz, der als erster die elektromagnetische Welle entdeckte. In mehreren Experimenten konnte Hertz zeigen, wie sich solche Wellen mit einer Wellenlänge von 30 bis 100 Zentimetern und Frequenzen zwischen 1000 und 300 MHz erzeugen ließen. Ohne es zu ahnen, legte der Physiker mit seiner Entdeckung den Grundstein für die moderne drahtlose Kommunikation.

Der junge Italiener Guglielmo Marconi machte sich das Prinzip der sogenannten Hertz'schen Wellen für seine eigenen Experimente zu Nutze. 1896 meldete der Radiopionier erstmals ein „Gerät zur Aufspürung und Registrierung elektrischer Schwingungen“ zum Patent an. Die Detektion der Hochfrequenzschwingungen basierte damals auf dem sogenannten Kohärer, welcher Metallfeilspäne in einem dünnen Glasröhrchen enthält. Durch die empfangene Hochfrequenzschwingung ändert sich der elektrische Widerstand der Anordnung, wobei verschiedene Parameter wie die Korngröße und die Legierung der verwendeten Metallspäne wesentlichen Einfluss auf die Funktion haben.

Bereits 1897 gelang es Marconi mit diesem Prinzip, Morsesignale über eine Distanz von 15 Kilometern zu senden und zu empfangen. Da sein Apparat beim Senden der Signale sichtbare elektrische Entladungen erzeugte, prägte der deutsche Elektrotechniker Adolf Slaby für diese Technik den Ausdruck „spark telegraphy" - zu deutsch „Funkentelegrafie", was schon bald zu „Funkübertragung" wurde.

Gerade auf den britischen Inseln, die nicht alle mit Telegrafenkabeln verbunden waren, fand die Technologie schnell Zuspruch. Am 20. Juli 1897 gründete Marconi daher in London die Wireless Telegraph and Signal Co. In einer Serie von Experimenten machte sich der junge Unternehmer daran, seine Funktechnologie zu verbessern. Auch die Schifffahrt, speziell die Marine, hatte großes Interesse an der drahtlosen Kommunikation. 1899 konnte der Schlachtkreuzer HMS Europa mit Hilfe eines anderen, als Relaisstation dienenden Schiffes eine Funknachricht über eine Distanz von 150 Kilometern absetzen.

Mit diesen Erfolgen im Rücken machte sich Marconi daran, mit Hilfe von elektromagnetischen Wellen auch den Atlantik zu überbrücken. Ende 1900 begann der Radiotechniker, finanziert von seiner Firma Wireless Telegraph and Signal Co., auf Poldhu im britischen Cornwall mit dem Bau einer Sendestation. Der erste Versuch war jedoch zum Scheitern verurteilt: Ein Frühjahrststurm zerstörte die im Januar 1901 fertiggestellte Sendeanlage, ehe sie ihren Betrieb aufnehmen konnte. Durch den Neubau musste Marconi mit seinem Experiment daher bis zum Jahresende 1901 warten.

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