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Das gesamte Equipment ist in einem Werkstattwagen untergebracht und binnen kürzester Zeit an jedem Punkt in der Fertigung einsatzbereit. Über einen Balancer wird der Vierfachschrauber in die über jedem Montageplatz vorhandene Kranvorrichtung eingehängt. Sobald der Stecker für den Stromanschluss in der Dose steckt, kann es losgehen.
Auf jeder der acht Schwerlast-Gewindebolzen sitzt ein Superbolt-Spannelement mit jeweils acht oder zwölf Druckschrauben der Schlüsselweite SW 14. stirnseitig wird der Vierfachschrauber auf die ersten vier Schrauben aufgesetzt und zieht sie synchron, drehmomentgesteuert und drehwinkelüberwacht an. Anschließend wird der Schrauber umgesetzt, um die nächsten vier Druckschrauben anzuziehen, was bei den GSG-Pumpen mit je zwölf Schrauben pro Superbolt ein dreimaliges Ansetzen erfordet.
Der Schrauber wandert nacheinander zu jeder der Superbolts, bis alle 64 oder 192 Druckschrauben abgearbeitet sind. Mit dem zeitgleichen Anziehen von vier Spannschrauben spart der Pumpenhersteller gegenüber früher mehrere Hundert Anziehschritte ein. Der Produktivitätsgewinn ist enorm und zwei Drittel weniger Umsetzvorgänge sowie das gleichzeitige Montieren von vier Schraubverbindungen verkürzten die Montagezeit um mehr als 80 Prozent.
Schraubtechnik visualisiert und elektronisch gesteuert
Neben den Zeiteinsparungen und der besseren Ergonomie punktet das Mehrfachschraubsystem vor allem durch die gestiegene Prozesssicherheit. Ein Bildschirm gibt dem Bedienpersonal eindeutige Arbeitsanweisungen vor und führt die Werker Schritt für Schritt durch den Montagevorgang. Bis zu 1000 einzelne Arbeitsschritte nimmt das PoscoVision-Visualisierungssystem auf. Die frei programmierbare Ablaufsteuerung überlässt von der vorgegebenen Schraubstelle bis zu ganz bestimmten Anziehreihenfolgen nichts dem Zufall. Dank der leicht verständlichen Prozessführung können keine Schrauben mehr vergessen werden. Selbst wenn eine Pause den Montagevorgang unterbrechen sollte, weiß der Werker auch danach ganz genau, welcher Schraubfall als nächster an der Reihe ist oder noch beendet werden muss.
Das Schraubsystem ist in der Lage, alle Montagedaten via WLAN in das werkeigene Netz und in Datenbanken einzuspeisen. So lässt sich die Dokumentation bei Bedarf abrufen und an Kunden oder Servicemannschaften übermitteln, um die Wartung und Instandhaltung zu vereinfachen. Dass sich das Vierfachschraubsystem schnell amortisiert, ist für die Anwender schon jetzt klar, denn bis eine Kreiselpumpe ihre optimale Leistungsfähigkeit erreicht und das Werk verlässt, wiederholt sich der gesamte Montageablauf bis zu fünf Mal. Fertigungstypisch erfordern Dichtigkeits-, Funktions- und Leistungsprüfungen einer Pumpe ihre mehrfache Demontage und den erneuten Zusammenbau. Früher dauerte ein einziger Montagevorgang fünfeinhalb Stunden, heute sind es noch 40 Minuten. (bm)
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