Übertragungselement Vier Schmiermethoden für Antriebsketten
Wird die Antriebskette richtig geschmiert, verlängert sich deren Lebensdauer. Hier gibt Renold einen Überblick über verschiedene Schmiermethoden.
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Eine korrekt geschmierte Rollenkette sollte in den meisten Anwendungen mindestens 15.000 Arbeitsstunden halten, bevor sie aus Verschleißgründen gewechselt werden sollte. Doch in vielen Unternehmen liegt die Haltbarkeit der Ketten in den jeweiligen Anwendungen deutlich unter diesem Wert.
Unzureichende Schmierung
In rund 60 % der Fälle ist eine schlechte oder unzureichende Schmierung die Ursache für den Ausfall einer Kette und damit der größte Risikofaktor überhaupt. Die Folge: höhere Kosten durch längere Stillstandzeiten, erhöhter Material- und Wartungsaufwand sowie eine eingeschränkte Leistungsfähigkeit der Gesamtanlage. Insbesondere die Stillstandzeiten können zu erheblichen finanziellen Belastungen führen. So kalkulieren produzierende Industrien den Ausfall einer Fertigungsmaschine mit bis zu 50.000 Euro pro Stunde – Kosten, die mit einer durchdachten und verantwortungsvollen Schmierung eingespart werden können.
Tests haben ergeben, dass Ketten durch die richtige Pflege eine um das bis zu 60-fache verlängerte Lebensdauer im Vergleich mit un- oder falsch behandelten Ketten haben können.
Falsche Schmiermethoden gehören neben unangemessen eingesetzter Schmiermittel zu den häufigsten Fehlerquellen. Allgemein gibt es vier Methoden zur Schmierung von Ketten:
- Manuell,
- Tropfen,
- Ölbad und
- Ölstrom.
Das gewählte Verfahren hängt von der Betriebsgeschwindigkeit der Kette und der übertragenen Leistung ab.
1. Manuelle Schmierung:
Bei der manuellen Schmierung (auch Handschmierung genannt) wird das Schmiermittel mittels Pinsel, Ölkanne oder Sprühdose auf die Kette aufgetragen. Diese ist in der Industrie eher selten zu finden, da die Handarbeit sehr aufwändig ist. Auch wenn es von Anwendung zu Anwendung variiert, so kann man pauschal davon ausgehen, dass der Vorgang mindestens alle acht Betriebsstunden wiederholt werden muss. Ölmenge und Häufigkeit müssen ausreichen, um die Kette feucht zu halten und es sollte unbedingt darauf geachtet werden, dass neues, sauberes Schmiermittel in die Gelenke eindringen kann, um die Lager zu ölen. Dafür sollte das Öl in die Zwischenräume zwischen den inneren und äußeren Laschen geleitet werden, vorzugsweise an der Stelle, an der die Kette in das Kettenrad am unteren Strang eintritt. Diese Schmiermethode gilt jedoch aufgrund des menschlichen Faktors als fehlerbehaftet und wird daher eher im Einzelfall, denn im ständigen Betrieb genutzt.
2. Tropfschmierung
Bei der Tropfschmierung wird das Öl von einem Tropföler auf die Kette in den Zwischenraum zwischen Innen- und Außenlaschen, getropft. Es ist wichtig, das Öl im Vorratsbehälter regelmäßig zu kontrollieren und sicherzustellen, dass der Schmierstofffluss die erforderliche Frequenz aufweist. Diese liegt meist im Bereich von vier bis zwanzig Tropfen pro Minute, je nach Geschwindigkeit der Anwendung. Dabei ist auch der Applikationsort des Öls von großer Relevanz: Nur wenn das Öl an den Rändern der Kette angeliefert wird, kann es zwischen den inneren und äußeren Laschen eindringen und die Lagerflächen erreichen. Diese Schmierung empfiehlt sich v.a. bei Kettengeschwindigkeiten von 1,5 m/s bis 8 m/s.
3. Badschmierung
Die Badschmierung lässt den unteren Kettenstrang durch eine Ölwanne im Antriebsgehäuse laufen. Der Ölstand sollte die Kette an ihrem tiefsten Punkt während des Betriebs abdecken. Eine andere Art der Badschmierung ist die sogenannte Schleuderscheibe, bei der ein Ölbad verwendet wird, die Kette aber über dem Öl arbeitet. Eine Scheibe nimmt das Öl aus dem Sumpf auf und legt es über Umlenkplatten auf der Kette ab. Die Scheiben sollten Umfangsgeschwindigkeiten zwischen 180 m/min und 2240 m/min haben. Die Badschmierung ist besonders für Geschwindigkeiten von 4 m/s bis 8 m/s geeignet.

4. Druckumlaufschmierung mit Ölbad
Bei der Druckumlaufschmierung in Verbindung mit einem Ölbad wird eine kontinuierliche Ölversorgung über ein Rohr auf die Kette geleitet. Bei dieser Methode ist es wichtig zu prüfen, ob die Spritzlöcher, aus denen das Öl austritt, mit den Kanten der Kette fluchten. Das Spritzrohr sollte so positioniert werden, dass das Öl an einer Stelle an die Kette abgegeben wird, kurz bevor das Antriebskettenrad in Aktion kommt. Dadurch wird sichergestellt, dass das Öl durch die Kette zentrifugiert wird und der Aufprall der Rollen auf die Zähne des Kettenrades gedämpft. Die Druckumlaufschmierung sorgt vor allem bei hohen Geschwindigkeiten für eine effektive Kühlung und Stoßdämpfung.
Spezialketten ohne Schmierung
Zudem gibt es einige Anwendungen, bei denen die Schmierung generell schwierig und unerwünscht ist, zum Beispiel in der Lebensmittel- oder Elektronikindustrie. Diese Problematik kann durch wartungsfreie Ketten gelöst werden, die während ihrer gesamten Lebensdauer ohne Schmierung auskommen oder mit Schmierstoffen arbeiten, die eigens für den entsprechenden Einsatzbereich zugelassen sind. Renold bietet zum Beispiel die Kette Syno an, die gänzlich ohne externe Schmierung auskommt.
Hannover Messe 2019: Halle 25, Stand C26/1
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