Suchen

Keramik

Verschleiß gegen Null mit Komponenten aus Technischer Keramik

Seite: 3/3

Firmen zum Thema

Keramisches Aufnahme-Nest ist widerstandsfähig bei Abrasivität

Die Aufnahme-Nester waren zunächst aus Hartmetall mit einer Exxtral-Plus-Beschichtung gefertigt. Diese im µ-Bereich dünne Beschichtung musste aufgebracht werden, um das Hartmetall zu schwärzen und den Verschleiß so gering wie möglich zu halten. Die schwarze Färbung sorgte für den essentiellen Kontrast zwischen der Aufnahme und dem weißen Prüfteil, damit die Kamera eine präzise Messung vornehmen kann. Durch den hohen Abrieb der Keramikteile auf den Aufnahme-Nestern wurde die Beschichtung immer wieder aufgerissen – mit dem Effekt, dass auf diese Weise das darunterliegende Metall durchschimmerte. Die Kamera erkannte diesen Effekt als Bestandteil des zu prüfenden Keramikbauteils und klassifizierte einwandfreie Bauteile als Ausschuss. Sembach entschied sich, die Aufnahme-Nester statt aus Metall aus schwarzer Zirkonoxidkeramik (Y-TZP) zu fertigen. Die Messung kann nun präziser durchgeführt werden, da die Zirkonoxidkeramik durchgehend schwarz ist und so gut wie kein Abrieb erzeugt wird. „Auf diese Weise konnten wir einen entscheidenden Beitrag zur Minimierung von Pseudoausschuss leisten“, erklärt Dörner.

Langlebigkeit der Keramikkomponenten spart langfristig Kosten

Der Vorteil der Zirkonoxid-Nester wird zudem bei den Kosten deutlich. Die Kosten für ein einzelnes Stahlnest sind etwa um die Hälfte geringer als die für ein Keramik-Nest. Doch unter dem Gesichtspunkt der Langlebigkeit wird der Vorteil deutlich: Die Bauteile aus Metall wurden einmal monatlich verschleißbedingt ausgetauscht. Die aus Zirkonoxid sind seit einem halben Jahr integriert und wurden seitdem noch nicht gewechselt. „Bei fast allen Nestern auf der Anlage entwickelt sich hier eine deutliche Kostenersparnis, zusätzlich zu den Zeiten, die für den Anlagenstillstand gerechnet werden müssen“, bestätigt Christian Dörner. Zu beachten ist, dass Zirkonoxid empfindlich gegenüber stoßartigen Belastungen ist, wie sie bei dieser optoelektronischen Prüfanlage auftreten. Der Anlagenbetreiber musste entsprechende Einstellungen an der Prüfanlage vornehmen, um diesen Effekt abzufangen.

Basierend auf den positiven Erfahrungen mit Keramik-Bauteilen an diesen beiden Prüfanlagen entwickelt Sembach noch einen Prototypen aus Keramik für eine dritte optoelektronische Prüfanlage. „Der Anspruch von Sembach ist außergewöhnlich hoch, was die Stückzahl der Teile anbelangt. Die Taktzeit sollte deutlich unter einer Sekunde bleiben“, erklärt Kubat. Gerade bei hohen Stückzahlen und dem Einsatz abrasiver Medien kann die Technische Keramik erhebliche Vorteile bieten. Der Verschleiß an den Bauteilen sinkt deutlich und damit auch Kosten für Wartung und Stillstandszeiten. „Mit Maßnahmen, verschleißanfällige Anlagenkomponenten aus Technischer Keramik zu fertigen, lassen sich die Produktion und die Ausbringung um Einiges nach oben schrauben“, so Christian Dörner von Sembach. (qui)

Hannover Messe 2014: Halle 6, Stand B17

* *Christian Montel, Technischer Vertrieb, Sembach GmbH & Co. KG

Artikelfiles und Artikellinks

(ID:42445987)