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Vernetzbare Hybrid-Motorstarter für Fördertechnik

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Ansteuerung direkt über die Busleitung

Die Marktpräsenz von Dürr resultiert nicht zuletzt aus dem hohen Qualitätsanspruch sowie den ständigen Innovationen des Konzerns. Um seinen Kunden Lösungen auf dem neusten Stand der Technik zur Verfügung zu stellen, eruiert der Maschinen- und Anlagenbauer ebenfalls den Komponentenmarkt nach interessanten Neuheiten. Sind passende Geräte identifiziert worden, werden sie umfassend geprüft und bei einem positiven Ergebnis in den weltweiten Dürr-Standard überführt, sofern sie einen deutlichen Mehrwert für den Kunden schaffen.

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In der Vergangenheit setzte Dürr für einfache Fördertechnik-Aufgaben Schütze sowie bereits die kompakten, digital ansteuerbaren Hybrid-Motorstarter von Phoenix Contact ein. Die neue vernetzbare Gerätevariante bietet nun weitere Möglichkeiten. Die vernetzbaren Hybrid-Motorstarter sind dazu über ein Gateway, das beispielsweise für Profinet, Profibus, Modbus TCP, Ethernet/IP oder CANopen erhältlich ist, an eine Steuerung angebunden. Dabei lassen sich mehrere Contactron-Geräte über einen Tragschienen-Busverbinder (T-Bus) an das jeweilige Gateway ankoppeln. Die Ansteuerung der Motorstarter erfolgt direkt über die Busleitung, sodass digitale Ausgänge sowie die aufwändige Parallelverdrahtung eingespart werden können. Darüber hinaus umfassen die Gateways acht frei parametrierbare digitale Eingänge und vier digitale 24-V-Ausgänge, weshalb insbesondere bei dezentralen Anwendungen keine zusätzlichen Remote-I/Os notwendig sind.

Relevante Informationen bereitstellen

Die vernetzbaren Contactron-Geräte eröffnen zudem einen weiteren Vorteil: Bei Bedarf erhält der Anwender eindeutige Zustandsmeldungen der Motorstarter, beispielsweise die Information über den Ausfall einer oder mehrerer Phasen, eine Überlastwarnung und -meldung, Unterlastmeldung, die Anzahl der Schaltspiele oder den aktuell fließenden Motorstrom. Es handelt sich also um eine multifunktionale Komponente, die Motorstarter und Motorstrommessung in einem Gehäuse vereint. Im Rahmen von „digital@Dürr“, der Industrie-4.0-Strategie des Anlagenbauers, ist das ein großer Schritt in Richtung sofortiger Bereitstellung aller relevanten Daten. So können die Informationen über die in den vernetzten Anlagen verbauten Motoren weltweit zugänglich gemacht werden. Das bringt einen Nutzen bei der Wartung, und die viel Platz benötigende Messtechnik entfällt.

Dürr setzt in puncto Kommunikationsprotokolle auf Profinet sowie Ethernet/IP. Aufgrund der entsprechend verfügbaren Gateways kamen die Vorteile der vernetzbaren Hybrid-Motorstarter umgehend zum Tragen: Üblicherweise werden die elektrischen Schaltanlagen dezentral aufgebaut. Die Motorstarter sind somit in direkter Umgebung der Motoren in unterhalb der Rollenbahnen angebrachten kleinen Schaltschränken installiert. Die Schränke beinhalten neben Reihenklemmen und Sicherungsautomaten ein Profinet-Gateway und vier Hybrid-Motorstarter. Das Gateway übernimmt dabei nicht nur die Aufgabe des Buskopplers, sondern dient außerdem als digitales Eingangsmodul, das mit seinen acht frei nutzbaren digitalen Eingängen die Signale der in der Anlage befindlichen Näherungsschalter einsammelt.

Anschluss an einen Profinet-Buskoppler

Seit April 2016 kann Phoenix Contact auch einer weiteren Anforderung von Dürr entsprechen: Um noch kompakter zu bauen, wird Dürr zukünftig acht Hybrid-Motorstarter an einen Profinet-Buskoppler anschließen. Diese Variante erfordert ein weiteres I/O-Modul in dieser Bauform. Phoenix Contact stellt dafür ein digitales Erweiterungsmodul in den passenden Gehäuseabmessungen mit acht digitalen 24-V-Eingängen und vier digitalen 24-V-Ausgängen zur Verfügung. (sh)

* Dr. Guido Mertens ist Manager Product Marketing Contactron bei der Phoenix Contact Electronics GmbH in Bad Pyrmont.

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