Studie Unternehmen sparen bei KI-Weiterbildung und verpassen Chancen

Quelle: McKinsey 4 min Lesedauer

Anbieter zum Thema

McKinsey hat die Ergebnisse des jährlichen HR-Monitors vorgestellt: Demnach haben 33 Prozent der Beschäftigten in Deutschland nicht die nötigen Fähigkeiten für ihre aktuelle Rolle. 44 Prozent der Mitarbeitenden haben im vergangenen Jahr keinen Tag für Fort- und Weiterbildung aufgewendet.

Nur 28 Prozent der von McKinsey Befragten berichten, dass sie regelmäßig KI nutzen – verglichen mit 76 Prozent in den USA.(Bild:  frei lizenziert /  Pixabay)
Nur 28 Prozent der von McKinsey Befragten berichten, dass sie regelmäßig KI nutzen – verglichen mit 76 Prozent in den USA.
(Bild: frei lizenziert / Pixabay)

Der Ausbau und Einsatz von Future Skills wie Problemlösung, Datenanalyse oder KI bei den Beschäftigten ist laut McKinsey-Analysen entscheidend, um die Produktivität in deutschen Unternehmen zu steigern und wieder auf Wachstumskurs zu kommen. Der HR-Monitor 2025 der Unternehmensberatung McKinsey & Company deutet darauf hin, dass viele Unternehmen in Deutschland auf diese Herausforderung nicht gut genug vorbereitet sind. Es zeigt sich eine Lücke zwischen den vorhandenen und den benötigten Kompetenzen: 33 Prozent der Mitarbeitenden verfügen nicht über die erforderlichen Fähigkeiten für ihre derzeitige Rolle und 44 Prozent haben im vergangenen Jahr keinen einzigen Tag für Fort- oder Weiterbildung genutzt. Ein Jahr zuvor lag dieser Wert noch bei 23 Prozent.

Indem bei Fort- und Weiterbildungen gespart wird, schwindet mittel- und langfristig die Grundlage für den weiteren Unternehmenserfolg.

Julian Kirchherr, McKinsey-Partner und Co-Autor der Studie

KI-Kompetenzlücke ist ein Risiko für den Standort Deutschland

Kritische Kompetenzen für die Zukunft – wie Problemlösungsfähigkeiten (von 35 Prozent der HR-Experten in Europa als eine der fünf wichtigsten zukünftigen Fähigkeiten genannt) sowie Datenanalyse und KI (von 30 Prozent der HR-Experten als essenziell eingestuft) – sind zwar stark gefragt, jedoch nicht ausreichend vorhanden. „Es braucht diese Zukunftskompetenzen dringend, um die Schnelligkeit und Innovationsfähigkeit der Unternehmen zu steigern.

Der HR-Monitor 2025 identifiziert fünf Trends, die Personalverantwortliche und Entscheider in Europa adressieren können, um die Unternehmensinteressen, Mitarbeiterbedürfnisse und die Leistungsfähigkeit der HR-Funktion in Einklang zu bringen:

  • Strategische Personalplanung: Personalplanung und die systematische Erfassung der benötigten Kompetenzen laufen in vielen Unternehmen parallel, ohne miteinander verknüpft zu sein. Nur 30 Prozent der Unternehmen, die beides nutzen, integrieren Kompetenzdaten in ihre strategische Personalplanung. Dies führt dazu, dass Unternehmen nicht aktiv die vorhandenen und benötigten Fähigkeiten bewerten, um systematisch Mitarbeitende einzustellen, weiterzuentwickeln oder umzuschulen.
  • Talentgewinnung: Die Gewinnung neuer Talente bleibt eine Herausforderung. Nur 56 Prozent der Jobangebote werden in Deutschland aktuell angenommen und 14 Prozent der Neueinstellungen verlassen das Unternehmen während der Probezeit. Dies unterstreicht die Notwendigkeit eines strategischeren und besser koordinierten Ansatzes, um Talente effektiv zu gewinnen und langfristig zu binden.
  • Mitarbeiterentwicklung: 27 Prozent der Beschäftigten in Deutschland geben an, in den vergangenen zwölf Monaten kein formales Feedback erhalten zu haben. In diesem Punkt wird viel Potenzial verschenkt, da effektives Feedback einer der größten und kostengünstigsten Hebel für bessere Produktivität ist.
  • Mitarbeiterzufriedenheit: 20 Prozent der Beschäftigten in Deutschland sind mit ihrem Arbeitgeber unzufrieden, doch nur 6 Prozent planen aktiv, ihren Arbeitsplatz zu wechseln. Diese Diskrepanz birgt das Risiko der „stillen Kündigung“ („Quiet Quitting“). Arbeitsplatzsicherheit (48 Prozent), Work-Life-Balance (37 Prozent) und ein gutes Verhältnis zu Kollegen (37 Prozent) sind die Hauptgründe für den Verbleib im Unternehmen. Dennoch konzentrieren sich viele HR-Abteilungen weiterhin primär auf Vergütung und Arbeitszeitgestaltung – Aspekte, die nur einen Teil der Bedürfnisse der Mitarbeitenden abdecken. Ein datengestützter Ansatz zur Optimierung der Employee Experience ist notwendig, um Motivation und langfristiges Engagement zu fördern. In der letztjährigen HR-Monitor-Befragung lag der Faktor Arbeitsplatzsicherheit noch auf Platz fünf.
  • Einsatz von Generativer KI: Bei der Nutzung von KI durch Beschäftigte hinken europäische Unternehmen hinterher. Nur 36 Prozent von ihnen berichten, dass sie regelmäßig KI nutzen, verglichen mit 76 Prozent in den USA. Dies deutet auf ein erhebliches Potenzial für Wachstum und Innovation in europäischen Unternehmen hin. Auch im Personalwesen nimmt der Einsatz von generativer KI laut der Studie zu, ist aber noch nicht flächendeckend. Nur 19 Prozent der Kernprozesse im Personalwesen in Europa werden mit generativer KI weiterentwickelt. Laut McKinsey-Analyse können rund zwei Drittel der HR-Prozesse in Zukunft automatisiert werden und so Freiraum zu schaffen für mehr Personalisierung, individuelles Feedback und Entwicklung von Beschäftigten.

Weiterbildung mit konstruktionspraxis

Im Herbst haben Interessierte die Möglichkeit, gleich zwei zukunftsweisende Veranstaltung zur Weiterbildung zu nutzen:

  • Am 14. Oktober findet das Konstruktionsleiter SPOTLIGHT statt.
    Die Maschinenverordnung (MVO) und der Cyber Resilience Act (CRA) stellen neue Anforderungen an Security-Maßnahmen für vernetzte Komponenten und Systeme. Dies stellt Hersteller und Betreiber von Maschinen und Anlagen sowie Zulieferer von Komponenten und Systemen vor große Herausforderungen. Während die MVO ab dem Jahr 2027 EU-weit rechtsverbindlich wird, tritt die von der CRA geforderte Meldepflicht bestehender Sicherheitslücken und Cyber-Attacken bei vernetzten Komponenten und Systemen schon 2026 in Kraft. Grund genug für Unternehmen, sich frühzeitig auf die erforderlichen und umfangreichen Maßnahmen vorzubereiten.
    Das Konstruktionsleiter-Forum SPOTLIGHT schärft das Bewusstsein für die Anforderungen sowie deren Konsequenzen, die auf Unternehmen zukommen und zeigt auf, wie sie ihre Entwicklungsabteilungen und Prozesse in Zukunft aufstellen müssen.
    spotlight.konstruktionsleiter-forum.de
  • Am 15. Oktober findet das vierte Konstruktionsleiter-Forum statt, das Konstruktions- und Entwicklungsleiter für die Herausforderungen der Produktentwicklung des 21. Jahrhunderts sensibilisieren will sowie Lösungen aufzeigen. Dazu gehören praxisorientierte Tools und Methoden, um innovative Ideen strukturiert zu entwickeln und den Produktentstehungsprozess so schlank und effizient wie möglich zu gestalten.
    www.konstruktionsleiter-forum.de

Mit Vogel Professional Education bieten wir darüber hinaus zahlreiche weitere Möglichkeiten für die Weiterbildung – von Fachbüchern über Seminare bis hin zu Software unterstützen Experten aus den verschiedensten Branchen.
vogel-professional-education.de

„An einer KI-Transformation führt kein Weg vorbei. Deutsche Unternehmen sollten diese Entwicklung nicht verschlafen und so ihre Wettbewerbsfähigkeit riskieren. Digitale Transformation erfordert jedoch eine motivierte und digital kompetente Belegschaft", betont Julian Kirchherr. "Unternehmen, die frühzeitig handeln und generative KI gezielt einsetzen, können nicht nur ihre Effizienz steigern, sondern auch die Grundlage für eine umfassende Transformation ihrer HR-Funktion schaffen."

Über die Studie

Der McKinsey HR-Monitor 2025 ist eine Umfrage zu Personal- und HR-Trends in Europa. Der Report basiert auf Daten von knapp 2.000 Unternehmen sowie den Perspektiven von mehr als 4.000 Beschäftigten aus Europa und den USA, davon etwa 1.000 in Deutschland.

(ID:50494190)

Jetzt Newsletter abonnieren

Verpassen Sie nicht unsere besten Inhalte

Mit Klick auf „Newsletter abonnieren“ erkläre ich mich mit der Verarbeitung und Nutzung meiner Daten gemäß Einwilligungserklärung (bitte aufklappen für Details) einverstanden und akzeptiere die Nutzungsbedingungen. Weitere Informationen finde ich in unserer Datenschutzerklärung. Die Einwilligungserklärung bezieht sich u. a. auf die Zusendung von redaktionellen Newslettern per E-Mail und auf den Datenabgleich zu Marketingzwecken mit ausgewählten Werbepartnern (z. B. LinkedIn, Google, Meta).

Aufklappen für Details zu Ihrer Einwilligung