Bremse Unabhängiges System bremst mit purer Mechanik – komplett ohne Zusatzmedien

Redakteur: Karl-Ullrich Höltkemeier

Schwere, nach oben zu öffnende Massen, wie etwa Rollgitter, wären ohne ein Gegengewicht durch Muskelkraft kaum zu bewegen. Daher ist für die Betriebssicherheit eine Sicherheitsbremse (über-)lebenswichtig und in fast allen Fällen durch die Maschinenrichtlinie vorgeschrieben. Mit der „HEMA Linear Vertical Brake“ (HLVB) wurde eine Sicherheitsbremse entwickelt, die nicht nur schnell und zuverlässig klemmt, sondern auch rein mechanisch funktioniert.

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Ob Laderampentore, Einhausungen von Maschinenanlagen oder Tiefgaragentore – in all diesen Fällen müssen beim Öffnen große Massen bewegt werden. Dies geschieht entweder mit Motorkraft oder manuell. Damit aber beispielsweise ein Tiefgaragentor nur mit Muskelkraft bewegt und in beliebiger Position gehalten werden kann, muss die Gewichts- (und Reibungs-) kraft größtenteils durch ein Gegengewicht ausgeglichen werden. Dieses ist häufig durch eine Kette oder ein Stahlseil mit dem Tor verbunden.

Um Unfälle beim Reißen der Kette bzw. des Seils zu verhindern, sind ausreichende Sicherheitsvorkehrungen nötig. Diese werden oft sensorisch ausgelöst und sind relativ aufwändig konstruiert. HEMA entwickelte stattdessen eine rein mechanische Sicherheitsbremse, die durch das Gegengewicht gelöst ist und bei dessen Wegfall sofort selbsttätig klemmt.

Kompakt, energieunabhängig und ausfallsicher: Vertikalbremse für die Lineartechnik

Das Lastenheft für die Neuentwicklung forderte den Ingenieuren einiges ab. So sollte die Klemme nicht nur ausfallsicher und schnell selbsttätig bremsen, sondern sich auch einfach in bestehende Anlagen integrieren lassen. Aus diesen Gründen entschieden sich die Ingenieure für eine rein mechanische Lösung, die geschickt die Gesetze der Physik ausnutzt. Dadurch konnte die Sicherheitsbremse sowohl klein und kompakt gehalten werden, als auch ohne jegliche Energiezuführung auskommen.

Entworfen wurde der Prototyp an einer 25 mm Kugelschienenführung mit einem Standard-Kugelwagen. Es sind jedoch auch Modifikationen möglich, da das Grundprinzip fast beliebig an unterschiedliche Konstruktionen angepasst werden kann. Auch die Art der Befestigung des Gegengewichts spielt keine große Rolle. Das Prinzip der Bremse ist, dass mit Druckfedern vorgespannte Bremsbacken durch das Gegengewicht zurückgehalten werden, so dass die Klemme frei läuft. Fällt das Gegengewicht weg, klemmt sofort die Sicherheitsbremse, indem die nun freigesetzte Federkraft die Bremsbacken mit großer Kraft gegen die Laufschiene drückt. (Weiterlesen auf den nächsten Seiten)

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