K 2013 Umweltverträgliche Flammhemmer
Das Fraunhofer-Institut für Betriebsfestigkeit und Systemzuverlässigkeit LBF entwickelt neue Verfahren zur Herstellung von Flammschutzmitteln (FSM) für polymere Werkstoffe.
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Die Anforderungen an die Flammschutzmittel sind hoch: Sie sollen umweltverträglich, für Mensch, Tier und Pflanzen unbedenklich sein und bei einem Brand keine zusätzlichen toxischen Rauchgase freisetzen. Darüber hinaus dürfen sie nicht aus dem fertigen Produkt in die Luft oder ins Wasser freigesetzt werden. Die Forscher müssen sicherstellen, dass das Flammschutzmittel nicht mit dem Kunststoff oder anderen Bestandteilen unerwünscht reagiert und damit das Material verändert oder dessen Funktionalität und Aussehen beeinflusst. Daher stimmen der Wissenschaftler und seine Kollegen das Flammschutzmittel exakt auf den jeweiligen Kunststoff ab, wobei sie auf halogenfreie, toxisch unbedenkliche FSM setzen. Je nach Anwendung handelt es sich dabei um anorganische, phoshor- und stickstoffhaltige Verbindungen.
Die Forscher stellen auf der Messe K in Düsseldorf ein halogenfreies, polymeres Flammschutzmittel für Fasern vor, das sich beispielsweise für flammhemmend ausgerüstete Sitzbezüge eignet. Einzigartig ist die Einbringung des polymeren Flammschutzmittels während der Extrusion, einer in der Kunststoffindustrie gängigen Verfahrenstechnik: Die Wissenschaftler mischen ein fasergeeignetes Polymer mit einem flammgeschützten Polymer im Extruder – einem Fördergerät, das die zugeführte Kunststoffmasse verdichtet und unter Druck einem profilgebenden Werkzeug zuführt. Das FSM kann durch einfaches physikalisches Vermischen gleichmäßig im Grundpolymer verteilt werden. Der Vorteil für die Verarbeiter von Kunststoffen: Sie können nun erstmals die Quantität des Flammschutzpolymers selbst wählen und somit das flammhemmend ausgerüstete Polymer nach eigener Rezeptur produzieren. (qui)
K 2013: Halle 7, Stand B05
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