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Überschallflugzeug so leise wie ein Fön

Von Henrik Bork 4 min Lesedauer

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China hat – ganz leise – erstaunliche Details über sein neues Überschallflugzeug enthüllt. Die C949 werde 50 Prozent mehr Reichweite haben als die berühmte Concorde vor ihrem Einmotten, schreiben ihre Entwickler in einem chinesischen Fachjournal. Der Lärmpegel soll dabei um den Faktor 20 gegenüber der Concorde reduziert sein.

Die C949 ist das Topmodell einer ganzen Reihe von kommerziellen Jets, mit der Comac allmählich die Abhängigkeit der chinesischen Luftfahrt von Boeing und Airbus reduzieren will. Abheben soll sie im Jahr 2049.(Bild:  Asia Waypoint/COMAC)
Die C949 ist das Topmodell einer ganzen Reihe von kommerziellen Jets, mit der Comac allmählich die Abhängigkeit der chinesischen Luftfahrt von Boeing und Airbus reduzieren will. Abheben soll sie im Jahr 2049.
(Bild: Asia Waypoint/COMAC)

Der Fokus auf Reichweite und Lärmkontrolle zeigt, dass die chinesischen Ingenieure mit ihren technologischen Innovationen nicht nur die Hardware für ein neues Zeitalter der Überschallflüge verbessern wollen, sondern auch aus den kommerziellen Problemen der Concorde gelernt haben. Der donnerartige Knall der Concorde hatte zu ihrer Lebenszeit immer wieder Proteste ausgelöst. Als „täglichen Affront für jeden, der in der Nähe des Flughafens lebt“ hatte sie beispielsweise im Jahr 2003 Allan Greene genannt, der eine Bürgergruppe in der Nähe des „JFK Airport“ in New York leitete. „Dieser abstossende Lärm war wie eine ständige Erinnerung daran, dass Leute wie wir nicht zählen und dass unsere Leben geopfert werden können, um superreichen Fluggästen zu dienen,“ wurde Greene damals von ABC Science zitiert.

Erste Probeflüge wohl erst nach 2030

Der Prototyp des chinesischen Überschalljets habe jetzt einen PLdB-Wert („Perceived Level in Decibles) von 83,9, womit die „empfundene Lautstärke“ des Überschallknalls der C949 auf die Lautstärke eines „Haartrockners“ geschrumpft worden sei , wie die South China Morning Post kommentiert. Auch wenn die wirklichen Werte wohl erst nach den ersten Probeflügen bestätigen werden können, die Beobachtern zufolge möglicherweise erst nach 2030 zu erwarten sind, beweist der Fokus auf den Fluglärm, dass Chinas Entwicklungsteam beim staatlichen Luft- und Raumfahrtunternehmen „Commercial Aircraft Corporation of China (Comac) schon jetzt an die Lizenzen von internationalen Flugbehörden denkt, die für einen kommerziellen Einsatz nötig sein werden.