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Display Technologien für biegsame Smartphone-Touch-Displays entwickelt

| Redakteur: Lilli Bähr

Ein japanischer Edelmetallhersteller will mit zwei Technologien die Herstellung berührungsempfindlicher Touch-Displays für Smartphones ermöglichen, die auch biegsam sind.

Eine neue Nanosilber-Tinte soll sich sowohl zum Drucken von unsichtbaren Leiterbahnen auf Kunststoffen als auch zur Herstellung von biegsamen Metallfilmen eignen.
Eine neue Nanosilber-Tinte soll sich sowohl zum Drucken von unsichtbaren Leiterbahnen auf Kunststoffen als auch zur Herstellung von biegsamen Metallfilmen eignen.
(Bild: Tanaka)

Seit Jahren wird über sie geredet, kaufen konnte man sie aber noch nicht: Die Rede ist von Smartphones mit biegsamen Displays. Vor kurzem hat ein chinesisches Start-up das wohl erste faltbare Tablet auf den Markt gebracht, dessen Bildschirm sich in der Mitte umbiegen lässt.

Nun hat ein japanischer Edelmetallhersteller zwei Technologien vorgestellt mit denen sich berührungsempfindliche Touch-Displays für Smartphones herstellen lassen sollen, die auch biegsam sind, und das bei gleichen oder besseren optischen Eigenschaften.

Technologie zur Verdrahtung von Nanosilber

Widerstandswerte und Sinterzeiten beim Niedertemperatursintern.
Widerstandswerte und Sinterzeiten beim Niedertemperatursintern.
(Bild: Tanaka)

Tanaka, ein japanischer Edelmetallhersteller hat eine Technologie zur Verdrahtung von Nanosilber zur Herstellung biegsamer Touch-Displays mit hoher Bildqualität auf Foliensubstraten entwickelt. Eine neue Nanosilber-Tinte, die schon bei 70°C gesintert werden kann, soll sich sowohl zum Drucken von unsichtbaren Leiterbahnen auf Kunststoffen als auch zur Herstellung von biegsamen Metallfilmen zum Ätzen nach dem ITO-Verfahren eignen.

Leiterbahnen aufgedruckt als feines Metallgewebe

Bei der ersten Technologie werden die Leiterbahnen für die Touch-Funktion als feines Metallgewebe mit einer silberhaltigen Tinte aufgedruckt. Auch andere Unternehmen haben bereits Metallgewebe-Sensoren entwickelt, allerdings sollen die Leiterbahnen dort bis zu 7 µm breit und damit für das bloße Auge sichtbar und störend sein. Bei dem Verfahren von Tanaka entstehen laut Unternehmen Leiterbahnen von deutlich unter 4 µm, damit sind sie für das bloße Auge unsichtbar – die Bildqualität soll höher sein, ebenso die Haltbarkeit.

Bisherige Druckverfahren funktionierten zudem erst bei über 130 °C und damit nicht auf hitzeempfindlichen Kunststoffen wie PET. Dem Edelmetallhersteller soll es gelungen sein, die Temperatur für das Sintern – das „Backen“ der Tinte – auf 70 °C zu senken. Das Geheimnis steckt in der Tinte, die zwischen 10 nm und 100 nm kleine Nanopartikel aus Silber in hoher Konzentration enthält, sowie in einem neuartigen Verarbeitungsprozess. Die Technologie soll sich für schnelle und kostengünstige Rolle-zu-Rolle-Verfahren eignen, bei denen Displays auf Folienbahnen aufgedruckt werden.

Nanosilber-Tinte für großflächige Silber-Filme

Eine zweite Technologie stellt Tanaka Display-Herstellern ebenfalls zur Verfügung, die das ITO-Verfahren weiter verwenden wollen, um größere Investitionen zu vermeiden. Es nutzt die Nanosilber-Tinte hier, um großflächige Silber-Filme herzustellen, die sich mit ITO-Prozessen ätzen lassen – allerdings auf flexiblen Substraten, wie sie für biegsame Displays notwendig sind.

Für welche der beiden Technologien sich Hersteller von Displays auch entscheiden – sie ermöglichen laut Hersteller dünnere und flexible Touch-Displays mit guten elektrischen und optischen Eigenschaften. Weil Fertigungsschritte entfallen, erwartet das Unternehmen, dass auch die Kosten zur Produktion solcher Displays sinken werden.

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