Industrie-PC Studie zeigt die Marktentwicklung von IPC

Redakteur: Ute Drescher

Der Markt für Industrie-PC ist durch Innovation und Weiterentwicklung bei Soft – und Hardware gekennzeichnet, berichten Marktforscher. Zu den größeren technologischen Sprüngen der letzten Zeit gehören die fehlersichere Soft-PLC von Siemens, aber auch der Atom-Prozessor von Intel. Doch auch die technologische Entwicklung musste sich dem konjunkturellen Einbruch ergeben und so brach der Markt der IPC um rund 19 Prozent im Jahr 2009 ein.

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Die Marktstruktur bei Industrie-PC ist – gemessen an der sonst eher überschaubaren Zahl an Anbietern in der Automatisierungsbranche – groß und der Markt hoch fragmentiert. Nichtsdestotrotz haben es bisher taiwanesische Anbieter, hier ist Advantech eine Ausnahme, nicht geschafft sich auf dem europäischen Markt durchzusetzen.

“Der weltweite Markt brach 2009 um 430 Mio. USD auf 1,8 Milliarden USD zusammen. Der Markt wird zwar 2010 nahezu stagnieren, sich danach aber schnell erholen und 2014 bei rund 2,6 Milliarden USD liegen,” so Analyst Florian Güldner, der Experte bei ARC Advisory Group und Autor der Studie “Industrial PCs Worldwide Outlook”.

Der Markt für Industrie-PC wird fragmentiert bleiben

Der Markt der IPC-Anbieter ist hoch fragmentiert. Lediglich rund 1/3 der Marktteilnehmer erreichen eine Marktbeteiligung von über 2 Prozent oder darüber. „Die Vielzahl der Firmen und deren Geschäftsmodelle ist enorm hoch, jedoch lassen sich auch diese Firmen gruppieren“, so Florian Güldner weiter.

Neben spezialisierten Firmen wie Stahl HMI finden sich auf dem Markt fokussierte Anbieter wie Phoenix Contact oder Komplettanbieter wie Marktführer Siemens und Rockwell. Daneben gibt es auch Firmen, die zwar Automatisierungsequipment anbieten aber PC-Technologie verstärkt nutzen, wie B&R und Beckhoff. Gerade B&R gehört hier auch zu den technisch führenden Unternehmen.

PC-Spezialisten haben gegenüber allen anderen Firmen einen Vorteil: Sie produzieren PC-Hardware – auch auf Boards Level – in großen Stückzahlen. Firmen wie Kontron, Advantech oder die vielen taiwanesischen Anbieter nutzen ihren Vorteil bei niedrigeren Produktionskosten. Aber auch viele europäische Spezialisten nutzen deren Angebot in puncto Brand Labeling und Chip/Boardherstellung.

Der Einfluss von Intels AtomProzessor

Verschiedene technische Trends werden derzeit bei den IPC-Herstellern heiß gehandelt; die größten Diskussionen drehen sich um den Atom-Prozessor und dessen Möglichkeiten. Sicher ist, dass Hersteller von Industrie-PC ihre Rechner nicht nur leistungsfähiger, sondern auch die Rechenleistung immer stärker von Gehäuseformen unabhängig machen wollen. Auf diese Weise können kleinere Box-PC oder flachere Panel-PC hergestellt werden, die Maschinenbauern und Anwendern neue Applikationen eröffnen.

Der Atom-Prozessor bietet bis zu 2 GHz Leistung und das bei geringer Wärmeentwicklung. Zwar kommt der Atom im Bereich Consumer Electroncis schon häufig zum Einsatz, allerdings zögern viele Hersteller von IPCs noch. Die Atom Technologie wurde so auch in Summe von taiwanesischen IPC-Herstellern schneller angeboten als von europäischen oder amerikanischen.

Asiatische Märkte: Zwischen schöpferischer Zerstörung und Planwirtschaft

Die asiatischen Märkte prägen den Markt für Industrie-PC schon jetzt. Während in Taiwan das Prinzip der schöpferischen Zerstörung einen großen Markt voller kleiner und mittlerer Anbieter erzeugt, die gegenseitig im harten Preiswettbewerb stehen, schafft die chinesische Zentralregierung einen Markt für Industrie-PC in den Bereichen Infrastruktur, Nahrungs- und Genussmittel und Pharmazie.

Die chinesische Regierung investierte stark im Bereich Stromerzeugung, denn in den letzten Jahren wuchs das BIP um rund 10 Prozent jährlich, der Strombedarf allerdings um rund 14 Prozent. Ein viel größerer Markt wird in Zukunft aber der Bereich Pharmazie sein, der in China stetig wächst. Zum einen weil die wirtschaftliche Entwicklung das Einkommen steigert und der zunehmend urbane Lebensstil Wohlstandskrankheiten fördert, zum anderen aber auch weil die chinesische Regierung plant 90 Prozent aller Chinesen mit einer Krankenversicherung auszustatten.

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