Bei der österreichische Molkerei NÖM übernimmt beim Ein- und Ausschleusen der Waren an den Palettieranlagen die konfigurierbare Kleinsteuerung PNOZmulti 2 von Pilz die Hauptverantwortung für ein effizientes Muting.
Teilweise mussten auch die bestehenden Sicherheitslichtgitter ausgetauscht werden. Als Ersatz kamen die Sicherheits-Lichtgitter PSENopt II von Pilz zum Zug.
(Bild: NÖM / Pilz GmbH & Co. KG)
Die österreichische Molkerei NÖM AG (Niederösterreichische Milch AG) ist nicht nur eine der modernsten, sondern auch eine der innovativsten in Europa. Das Sortiment der Niederösterreicher umfasst inzwischen rund 800 Milchprodukte. Das Frischelager der NÖM ist 24/7 besetzt. Dort wird rund um die Uhr gearbeitet, um die Produkte, die aus der angelieferten Rohmilch gezaubert werden, möglichst rasch wieder auslieferbereit zu machen. „Aufgerechnet auf ein Jahr sind es in etwa 420 Millionen Kilogramm Rohmilch, die wir zu Joghurt, Topfen (Quark), Butter, Kakao, Kefir, Proteindrinks und vielem mehr verarbeiten“, betont Christina Keil einerseits die Sortimentsvielfalt der Niederösterreichischen Molkerei und anderseits die Milchmengen, mit denen diese zu tun hat.
Die Rohmilch wird täglich angeliefert, pro Tag mindestens eine Million Liter von insgesamt 2.500 Familienbetrieben aus Niederösterreich, dem Burgenland und der Oststeiermark. Das bedeutet: Längere Anlagenstillstände sind in Baden ein No-Go, zumal dies der einzige Produktionsstandort der NÖM ist. Umso bitterer war es für Michael Hronek, Automatisierungstechniker und Leiter der Steuerungstechnik, als das bisher eingesetzte Muting-Relais, das bei zusammen rund 30 Ein-/Ausfahrten von Palettierern großflächig seine Aufgabe erfüllte, abgekündigt wurde, ohne dass ein adäquates Nachfolgemodell überhaupt angeboten wurde.
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„Das Problem war, dass sich die bestehende Applikation nicht so einfach nachbilden ließ, weil in unserem Fall die übergeordnete Steuerung in das Muting eingebunden ist. Und diese sollte von den notwendig gewordenen Umrüstungen nichts mitbekommen“, erklärt er. Daher war es erforderlich, die Funktionalität des bestehenden Auswerterelais sowie dessen Zusammenspiel mit den Lichtgittern desselben Herstellers 1:1 zu imitieren.
Kleinsteuerung regelt die Muting-Funktion
Eine Herausforderung, die die Systemintegrationsexperten von Pilz meisterten, lobt Michael Hronek. Das Ein- und Ausschleusen der Waren hat in der neuen Lösung die konfigurierbare Kleinsteuerung PNOZmulti 2 von Pilz übernommen. Sie sorgt dafür, dass ein gewolltes kurzfristiges Überbrücken der installierten Sicherheitsfunktion umgesetzt wird – also das Muting reibungslos funktioniert. Alle Änderungen, die die Kleinsteuerung PNOZmulti betrafen, wurden bei den alle paar Tage stattfindenden CIP-Reinigungen (Cleaning in Place) eingetaktet.
Um zusätzliche Stillstände zu vermeiden hat Pilz den Einbau des Automatisierungssystems PSS 4000 für Mehrfachstationen an einem Wochenende erledigt. „Sogar der Vertrieb schraubte mit, damit alles möglichst rasch über die Bühne ging“, spielt der Leiter der Steuerungstechnik bei NÖM darauf an, dass in den heißen Umbauphasen selbst sein Hauptansprechpartner Markus Stockhammer, Solution Sales Manager bei Pilz Österreich, unterstützend mit Hand anlegte.
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Zwei der insgesamt drei großen Palettieranlagen der NÖM wurden umgebaut. Dabei galt es, sowohl die zuvor eingesetzten Relais wie auch die Lichtgitter zu ersetzen: Denn für eine bestimmungsgemäße Verwendung des bisherigen optoelektronischen Schutzsystems war eine Kombination aus beidem unbedingt notwendig. „Als uns eine Lösung präsentiert wurde, die mit unterschiedlichsten Sicherheitsvorrichtungen harmoniert, solange diese zweikanalig zu betreiben sind, rannte Pilz bei uns offene Türen ein. Schließlich ist es gerade in Zeiten wie diesen, wo es bei vielen Produkten Lieferengpässe gibt, wichtig, maximal flexibel zu sein“, sagt der Leiter der Steuerungstechnik, der sich generell weniger Proprietäres in der Automatisierungswelt wünschen würde.
Pilz übernahm das Engineering für NÖM bzw. programmierte einen 1:1-Ersatz, der letztendlich alles erfüllte, was auf der Anforderungsliste stand: Zuverlässigkeit, ein hohes Sicherheitsniveau auf aktuellem Stand der Technik, eine einfache Adaptierbarkeit an neue Gegebenheiten – und somit Zukunftssicherheit – sowie schließlich eine Lösung, von der die übergeordnete Anlagensteuerung unabhängig blieb.
Vielfältige Überwachungsaufgaben
Dies alles war nur nach einer intensiven Beschäftigung mit dem Handbuch der auszutauschenden Überwachungseinheit mit integriertem Muting-Controller zu bewerkstelligen, zumal nicht nur ein bestimmter Kommunikations- bzw. Schalt-Ablauf nachgebildet, sondern darüber hinausgehend auch noch ein vorgegebener Zeittakt eingehalten werden musste. „Wenn die Anlagensteuerung eine Palette ankündigt, übernimmt jetzt PNOZmulti bzw. PSS 4000 die Rolle des bisherigen Muting-Relais, nimmt zwei Kontrollausgänge weg, lässt sich diese Aktion von unserer übergeordneten Standard-CPU bestätigen und gibt dann erst die Überbrückung für den Warentransport frei. Zwischendurch wird zusätzlich die Funktionsfähigkeit der angeschlossenen Lichtschranken zyklisch überwacht sowie die Positionierung der Palette überprüft“, beschreibt Michael Hronek, was die Kleinsteuerung des Automatisierers Pilz bei dieser Anwendung zu erledigen hat.
Hygiene und Manipulationsschutz im Fokus
Im Bereich Sicherheitszuhaltungen bietet Pilz zwei neue Sensoren: PSENmlock mini für platzkritische Anwendungen und PSENslock 2 mit optimiertem hygienischen Design bzw. mit Edelstahlkomponenten.
Beide Sensoren eignen sich insbesondere für die Verpackungs- sowie Pharmaindustrie und den Food-and-Beverage-Sektor: PSENslock 2 etwa verfügt über die Schutzart IP67 (IP6K9K) bzw. bietet spezielle Edelstahlvarianten für Bereiche mit erhöhten Hygieneanforderungen.
Auch ein hoher Manipulationsschutz zeichnet beide Sensoren aus – beim RFID-Sicherheitsschalter PSENmlock mini mit Schutzart IP67 nach EN ISO 14119 ist die Codierung frei wählbar (codiert, vollkodiert oder unikat codiert). Dazu kommt eine Hilfsentriegelung, die auf zwei Seiten integriert ist. PSENmlock mini kann auch bis PL d, Kat. 3 in Reihe geschaltet werden.
Höchsten Manipulationsschutz bietet der für die Schutztür-Absicherung universell einsetzbare PSENslock 2 bis zur Sicherheitskategorie PL e, Kat. 4 nach EN ISO 13849. Die hohe Zuhaltekraft F1max von wahlweise 1.000 oder 2.000 N sowie die auch hier frei wählbare Codierung unterstützen einen zuverlässigen Prozessschutz, da ungewollte Produktionsunterbrechungen verhindert werden.
Stand: 08.12.2025
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„Sollten von den wenigen verbliebenen ‚Altgeräten' weitere auszutauschen sein, haben wir nun einen Ersatz, der via Plug-&-play funktioniert. So haben wir es am liebsten“, schmunzelt der Leiter der Steuerungstechnik abschließend. Weitere Projekte mit Pilz seien bereits in der Umsetzung.
* Christof Weninger ist Regional Sales Manager, Pilz Österreich