Elektromobilität

Start des weltweit ersten E-Highways in Schweden

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Intelligenter Stromabnehmer versorgt Lkw emissionsfrei

Der E-Highway im Überblick: Güterverkehr soll damit nicht nur umweltfreundlicher, sondern auch effizienter transportiert werden können.
Der E-Highway im Überblick: Güterverkehr soll damit nicht nur umweltfreundlicher, sondern auch effizienter transportiert werden können.
(Bild: Scania CV AB)

Kernelement des Systems ist ein intelligenter Stromabnehmer in Kombination mit einem Hybridantriebssystem. Ein Sensorsystem ermöglicht dem Stromabnehmer bei einer Geschwindigkeit bis 90 km/h den Kontakt zur Oberleitung herzustellen und zu unterbrechen. Entsprechend ausgerüstete Lastwagen versorgen sich während der Fahrt aus Oberleitungen mit elektrischer Energie und fahren dann lokal emissionsfrei. Wegen des Hybridsystems soll auch ein Betrieb ohne Oberleitung möglich sein und die Flexibilität herkömmlicher Lkw erhalten bleiben. Die E-Highway-Technologie verfügt über eine offene Konfiguration. So können neben dem in Schweden zum Einsatz kommenden Diesel-Hybrid-Antrieb alternativ beispielsweise Batterie- oder Erdgaslösungen realisiert werden. Damit soll das System an den spezifischen Anwendungsfall angepasst werden.

Siemens baut derzeit auch in Kalifornien ein E-Highway-Demonstrationsprojekt auf. Dies erfolgt im Auftrag der regionalen Behörde zur Überwachung der Luftqualität, des South Coast Air Quality Management District und in Zusammenarbeit mit dem Fahrzeughersteller Volvo. Im Laufe des Jahres 2017 sollen im Umfeld der Häfen von Los Angeles und Long Beach verschiedene Lastwagen-Konfigurationen im Zusammenwirken mit der E-Highway-Infrastruktur getestet werden.

Projekt Enuba erforscht E-Highways in Deutschland

Die Idee des elektrischen Highways wurde schon 2010 von Siemens im Zuge des Projektes Enbua 1 – „Elektromobilität bei schweren Nutzfahrzeugen zur Umweltentlastung von Ballungsräumen“ – entwickelt. Ziel des Projektes, gefördert durch das Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit (BMU), war es, zu untersuchen, wie sich Lkw-Verkehr energieeffizienter und umweltfreundlicher gestalten lässt. Siemens hat für das Projekt ein Konzept für den elektrischen, fahrdrahtgebundenen Betrieb schwerer Nutzfahrzeuge entwickelt und die technische Realisierbarkeit auf einer dafür errichteten Teststrecke nördlich von Berlin erprobt. Auf der Teststrecke konnte die technische Machbarkeit des Systems nachgewiesen werden. Begleitende ökologische Analysen, in denen verschiedene Faktoren wie die Anteile elektrischer und „verbrennungsmotorischer“ Fahrleistungen betrachtet wurden, sollen die Umweltentlastungspotenziale eines fahrdrahtgebundenen Güterverkehrs belegen.

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Das zweite Projekt Enuba 2 lief Ende 2015 aus. In Zusammenarbeit mit der Firma Scania wurde ein Konzept für den elektrischen, fahrdrahtgebundenen Betrieb schwerer Nutzfahrzeuge entwickelt und die technische Realisierbarkeit erprobt. Im Fokus stand die optimierte Integration der Antriebstechnik und Stromabnehmer in das Fahrzeug sowie die Bereitstellung der erforderlichen Verkehrssteuerungssysteme. Für dieses zweite Forschungsprojekt wurde in Groß Dölln eine neue, erweiterte Teststrecke in Betrieb genommen, die den Bedingungen eines realen Betriebs angepasst war. (kj)

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