Umformen Spezielle Warmumformung für crashrelevante Automobilbauteile
Tailored Tempering ist eine Weiterentwicklung des Warmumformprozesses, mit der sich Bauteile mit lokal unterschiedlichen Festigkeits- und Dehnungseigenschaften fertigen lassen.
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Beim Warmumformen erhitzt man Bleche aus Mangan-Bor-Stahl zunächst auf 880 bis 950 Grad Celsius, um sie dann in einer speziellen Umformpresse zu Bauteilen zu formen und gleichzeitig sehr schnell abzukühlen. Hierdurch entsteht im Werkstoff eine extrem harte Gefügestruktur. Eingesetzt wird die Warmumformtechnologie vor allem bei der Produktion crashrelevanter Bauteile. Die besondere Festigkeit der Komponenten sorgt für Sicherheit und bietet gleichzeitig die Möglichkeit, mit vergleichsweise dünnwandigen Konstruktionen Gewicht zu sparen. Allerdings müssen crashrelevante Bauteile häufig die bei einem Aufprall entstehende Energie nicht nur abhalten, sondern auch teilweise abbauen. Hierfür wird nicht nur eine hohe Festigkeit gebraucht, sondern auch eine ausreichende Restbruchdehnung für die Energieaufnahme. Ein zentrales Ziel ist es daher, warmumgeformte Bauteile noch besser an lokal unterschiedliche Belastungen anzupassen. Hierzu dient der Tailored Tempering Prozess.
Festigkeit und Restbruchdehnung gezielt einstellen
Dabei verwendet man ein spezielles Warmumformwerkzeug, das an bestimmten Stellen beheizt ist. An diesen Stellen verläuft die Abkühlung und damit auch die Verfestigung des Bauteils langsamer als in den unbeheizten Bereichen, wo der Temperaturunterschied zwischen heißem Bauteil und unbeheiztem Werkzeugbereich für eine hohe Abkühlgeschwindigkeit sorgt. Auf diese Weise lassen sich Festigkeit und Restbruchdehnung für unterschiedliche Bauteilbereiche gezielt einstellen. ThyssenKrupp Steel Europe hat eine B-Säule im Tailored Tempering Verfahren hergestellt. Das Bauteil ist aus dem Warmumformstahl MBW 1500 und besitzt im oberen Bereich eine Festigkeit von 1.500 Megapascal (MPa). Der Fuß der Säule besitzt eine Bruchdehnung von 15 Prozent - genug um hier Crashenergie durch Bauteilverfomrung abzubauen. Die B-Säule ist eine Innovation aus dem InCar-Projekt des ThyssenKrupp Konzerns.
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